Wenn ein Urner höchster Wetziker wird
Wahlen im Wetziker Parlament
Unspektakulär war die Parlamentssitzung am Montag und das war gut so. Die Parlamentspräsidenten setzten ein Zeichen für positive, konstruktive Lokalpolitik.
Wer jetzt denkt, es seien am Montag nur feierliche Reden geschwungen worden, der irrt. So war es dann doch nicht. Selbstverständlich wurde auch noch Politik gemacht – und das nicht zu knapp, aber in einem Tempo, wie es nicht immer der Fall ist in Wetzikon.
Zwei Millionen für das Reservoir Balm
Fast zehn Jahre alt ist die Geschichte um das Reservoir, das erneuert werden muss. Immerhin ist es über 50 Jahre alt. Die Wasserversorgungen Wetzikon und Pfäffikon haben es seinerzeit gemeinsam erstellt und wollen es jetzt auch gemeinsam sanieren. Ein Fünftel des Reservoirs gehört Pfäffikon und so soll auch der Verteilschlüssel der Kosten sein.
Das Projekt wurde im Jahr 2014 von der damaligen Geschäftsleitung der Stadtwerke Wetzikon als Neubau-Projekt initiiert. Mittlerweile hat man aber gemerkt, dass es sinnvoller ist, die bestehende Anlage zu sanieren, da sich gar nicht so schlecht im Schuss ist, wie man das zunächst dachte. So bewilligte das Parlament gestern einen Kredit von knapp zwei Millionen Franken zulasten der Investitionsrechnung. Dieses Geschäft untersteht dem fakultativen Referendum.
Sanierung der «Krone» günstiger als gedacht
Obwohl die Küchensanierung der «Krone» Wetzikon weniger kostete als ursprünglich angenommen, gab es bei diesem Geschäft leise Misstöne. So gibt es offenbar auch nach dem Umbau noch Mängel, die behoben werden müssen. Und Robin Schwitter (AW) kritisierte, dass das Parlament mit dieser «Pflästerlipolitik» eine Chance verpasst habe. Ein Neubau (anstatt zuerst den Saal und dann die Küche für insgesamt 1,6 Millionen Franken zu sanieren), wäre die bessere Lösung gewesen.
«So schnell geht’s» zum ersten
Das Jahr als Präsident verging wie im Flug. Stefan Burch hätte gern noch ein Jahr angehängt, wie er gestern in seiner launigen Ansprache sagte. Er hielt Rückschau auf die vielen Momente, in denen er das Parlament Wetzikons vertreten hat, an unzähligen Apéros und Anlässen. Er erzählte von bewegenden Momenten und von den politischen Geschäften, die sein Präsidialjahr geprägt hatten: der Gestaltungsplan Schönau und dass Fernwärmeprojekt beispielsweise.

«So schnell geht’s» zum zweiten
Philipp Zopp hat es noch vor sich, das Jahr. Der gebürtige Urner kam 2011 von Andermatt nach Wetzikon, um seine neue Stelle als Sekundarlehrer anzutreten. Und er fand hier nicht nur seine Liebe und gründete eine Familie, nein, er wurde auch noch ins Parlament gewählt und ist nun Präsident. «So schnell kann es gehen», sagte Zopp am Montag an seiner Antrittsrede und er betonte, dass er kein Politprogramm habe, sondern sich einen respektvollen, konstruktiven Umgang im Parlament wünsche.
Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) dankte beiden, vor allem natürlich Stefan Burch für seine Arbeit und seine unerschütterliche Ruhe, mit der er den Parlamentsbetrieb geleitet hat. Und Burch gab seinem Nachfolger einen Korb: gefüllt mit allerhand Vitamintabletten, Cola und Pflästerchen – auf das Philipp Zopp auch seine anstehenden 10 Parlamentssitzungen übersteht.
Neue Geschäftsleitung ist komplett
Es wurde aber nicht nur der Präsident gewählt, sondern auch Helen Bisang (SP) als erste Vizepräsidentin und Andreas Wolfensberger (FDP) als zweiter Vizepräsident.
Ausserdem hat das Parlament…
- ein Postulat von Saamel Lohrer (SP) überwiesen, in dem der Stadtrat aufgefordert wird, einen Vorschlag auszuarbeiten, wie die Wetziker Unternehmen in Sachen Energieeffizienz unterstützt werden können.
- Stefan Burch (EVP) als neues Mitglieder der Fachkommission I gewählt.
