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Gemeindeschreiber verlässt Hittnau

Der Abgang von Christian Schmid hinterlässt eine weitere Lücke in der Hittnauer Verwaltung, die von starken Fluktuationen betroffen ist.

Der Hittnauer Gemeindeschreiber Christian Schmid wird nur noch rund einen Monat im Gemeindehaus arbeiten.

Foto: Seraina Boner

Gemeindeschreiber verlässt Hittnau

«Unterschiedliche Auffassungen»

Knall in Hittnau: Gemeinderat und Gemeindeschreiber Christian Schmid trennen sich – und dies bereits per Ende Mai.

Die Hittnauer Gemeindeverwaltung hat eine intensive Zeit hinter sich. Neben dem Umzug in das neue Gemeindehaus im letzten Frühling wurden auch intern Umstrukturierungen vorgenommen. Mit der Reduktion von sieben auf fünf Gemeinderäte wurden die ursprünglich sieben Abteilungen im letzten Jahr ebenfalls auf fünf verkleinert. Zudem wurde eine Geschäftsleitung gebildet, welche die Exekutive vom Tagesgeschäft entlasten soll.

Ein Prozess, der eine hohe Personalfluktuation auslöste. Besonders betroffen waren die Bereiche Sicherheit und Gesellschaft sowie Planung und Hochbau. Springereinsätze führten allein im letzten Jahr zu nicht budgetierten Kosten von rund 245'000 Franken.

Prozess «nicht zufriedenstellend»

Nun teilt der Gemeinderat mit, dass er und Christian Schmid sich entschlossen haben, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Als Grund werden «unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsführung» genannt.

Schmid kam im Januar 2014 als Gemeindeschreiber nach Hittnau. Bei der Reorganisation der Verwaltung war er federführend, und aktuell ist er noch Vorsitzender der neuen Geschäftsleitung. «Christian Schmid hat in diesem aufwendigen Prozess mit grosser Umsicht und Beharrlichkeit einen wesentlichen Beitrag zum erfolgreichen Abschluss geleistet», heisst es in einer Mitteilung.

Carlo Hächler, der neue Gemeindepräsident von Hittnau.
Für Gemeindepräsident Carlo Hächler bedeutet die Stellenvakanz mehr Aufwand.

Gemeindepräsident Carlo Hächler (FDP) nimmt auf Anfrage nur verhalten Stellung zu Schmid, der die Verwaltung bereits Ende Mai verlassen wird. «Die Aufgaben in der Verwaltung haben sich wie geplant verändert, die Neuorganisation ist abgeschlossen.» Und doch: «Dieser Prozess ist für den Gemeinderat nicht ganz zufriedenstellend verlaufen.» Dies habe den Ausschlag gegeben, dass Christian Schmid die Gemeinde verlassen werde.

Kleines Team

Hächler will die hohe Fluktuation im Gemeindehaus keineswegs auf die Reorganisation allein zurückführen. «Da die Gemeinderäte viele ihrer Aufgaben an die Verwaltungsmitarbeiter delegiert haben, sind die Stellen auf jeden Fall interessanter geworden.»

Gleichzeitig nehme aber die Belastung der einzelnen Mitarbeitenden zu. Parallel zum Alltagsgeschäft wurden in den letzten Jahren neben dem Erweiterungsbau des neuen Gemeindehauses auch Projekte wie das Wohn- und Ärztehaus «Hittnau Care» oder «Alterswohnen Luppmenpark» bearbeitet.

Die nächste Zeit wird eine grosse Herausforderung.

Carlo Hächler (FDP), Gemeindepräsident

Da Hittnau mit seinen knapp 3800 Einwohnern eine kleine Gemeinde ist, werden viele Stellen nur von einer Person besetzt, die einen grossen Zuständigkeitsbereich innehat. Per Ende 2022 waren in der Gemeindeverwaltung 22 Mitarbeitende angestellt. Die Abgänge im letzten Jahr seien auf «höhere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen oder attraktivere Entwicklungsmöglichkeiten bei einem anderen Arbeitgeber zurückzuführen», heisst es im Jahresbericht.

Temporäre Lösung gesucht

Derweil leide man auch in Hittnau unter dem generellen Fachkräftemangel. «Wir können die offenen Stellen zwar jeweils wieder besetzen, aber das kann bis zu einem Jahr dauern», sagt Hächler. So suche man für die Stelle des Gemeindeschreibers zuerst einmal eine temporäre Lösung, bevor der definitive Nachfolger oder die definitive Nachfolgerin verpflichtet werde.

Ab Ende Mai übernehmen vorderhand Carlo Hächler und als Stellvertreter Reto Huber (parteilos), Ressortvorsteher Finanzen und Soziales, die interimistische Führung der Gemeindeverwaltung. «Für mich persönlich bedeutet dies, dass ich zugunsten der Gemeinde in meinem Job zurückschrauben muss», sagt Hächler. Da er das Pensionsalter bereits überschritten habe, sei er glücklicherweise flexibel.

«Unser Ziel ist es, nun langfristig Ruhe und Stabilität beim Personal zu erreichen», so der Gemeindepräsident. «Die nächste Zeit wird eine grosse Herausforderung.»

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