Spital Uster braucht eine Kapitalerhöhung
Verlust trotz besserem Betriebsergebnis
Das Spital Uster beschliesst das Jahr 2022 mit einem Minus von 5,2 Millionen Franken. Die Stadt Uster reagiert prompt: Sie ist bereit, bis zu 20 Millionen Franken einzuschiessen.
Die Medienmitteilung, die das Spital Uster zu seinem Jahresabschluss veröffentlicht, lässt Gutes erhoffen. Unter dem Titel «Starkes Wachstum bei den Patientenzahlen» steht da geschrieben, dass das operative Betriebsergebnis um 3,4 Millionen Franken gesteigert werden konnte.
Tatsächlich kann das Spital mit schönen Werten auftrumpfen. Ein Plus von 15’000 Fällen im ambulanten Bereich, 10,5 Prozent mehr operative Eingriffe, ein Betriebsergebnis von 8,5 Millionen Franken: Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können.
Im weiteren Verlauf des Texts offenbart sich dagegen das Aber: Wegen «Sonderfaktoren» schliesst die Rechnung dennoch mit einem Verlust von 5,2 Millionen Franken.
Grund dafür ist gemäss dem Spital neben höheren Personalaufwendungen vor allem der geplante Um- und Erweiterungsbau über 280 Millionen Franken. Dieser konnte wegen Rekursen nie realisiert werden. Das Bundesgericht begrub das Projekt im April 2022 endgültig, als es den Gestaltungsplan der Stadt Uster aufhob.
In der Konsequenz erscheinen nun alle noch nicht abgeschriebenen Projekt- und Planungskosten aus dem Bauvorhaben im Jahr 2022 als Wertberichtigung in den Büchern. Zusätzlich ist von «weiteren Abschreibungen und einmaligen Sondereffekten» die Rede, die das Ergebnis zusätzlich belasten.
Die Stadt stärkt dem Spital den Rücken
Diese Umstände – in der Kombination mit der Tatsache, dass die Landreserven in der Bilanz nicht aktiviert werden können – führen aktuell zu einer Unterbilanz. Um dem Spital eine weitere unternehmerische Entwicklung und einen finanziellen Spielraum zu ermöglichen, ist deshalb eine Aktienkapitalerhöhung unumgänglich.
Die Stadt Uster hat diesen Ball bereits aufgenommen. Nur kurz nach der Meldung des Spitals stärkt sie diesem in einem Communiqué den Rücken. «Die Stadt Uster glaubt an die Zukunft des Spitals und ist bereit, in dieses zu investieren», lässt sich Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) zitieren.
Der Stadtrat habe sich für eine Erhöhung des Aktienkapitals mit städtischen Finanzmitteln ausgesprochen. Der genaue Betrag sei noch offen, doch man rechne mit einem Beitrag von maximal 20 Millionen Franken. «Entscheidend wird sein, ob auch die anderen Aktionärsgemeinden zu einem solchen Schritt bereit sein werden», betont Thalmann.