Pfäffikon baut Plus weiter aus
Jahresrechnung 2022
Seit mittlerweile fünf Jahren schreibt die Gemeinde Pfäffikon konstant schwarze Zahlen. Die Jahresrechnung 2022 schliesst erneut besser als erwartet.
Eine verrutschte Kommastelle mit grosser Wirkung: Die Jahresrechnung 2022 der Gemeinde Pfäffikon schliesst statt einem Plus von 0,1 Millionen Franken mit einem plus von einer Million Franken. Dem Gesamtaufwand von 79,3 Millionen Franken stehen Erträge von 80,4 Millionen Franken gegenüber, wie es in einer Mitteilung heisst.
Einen grossen Einfluss auf das bessere Resultat hatte der Finanzausgleich mit 1,8 Millionen Franken höheren Erträgen. Zudem fielen die Steuererträge der Vorjahre um 1,6 Millionen Franken höher als budgetiert aus.
Der Bereich Soziales schnitt um 0,4 Millionen Franken besser ab. Die Sozialhilfe weist durch die Aufgabenübernahme des Asylwesens im Sozialamt Einsparungen aus, und es gab weniger Ergänzungsleistungen. Beim Bereich Tiefbau gab es tiefere Kosten von 0,2 Millionen Franken wegen des milden Winters, und die Beiträge für den öffentlichen Verkehr fielen etwas tiefer aus.
Zusätzliche Klasse für ukrainische Kinder
Der Bereich Liegenschaften schnitt hingegen 1,8 Millionen Franken schlechter ab als budgetiert, dies infolge Verzögerung bei den Grundstück- und Liegenschaftenverkäufen und einer Verdoppelung des Gaspreises.
Der Bereich Gesundheit weist Mehrkosten von 1,6 Millionen Franken aus aufgrund viel mehr Fällen in der Pflegefinanzierung – Nachholbedarf nach Corona – und notwendigen Wertberichtigungen bei den Beteiligungen im Verwaltungsvermögen.
Die Schule weist gesamthaft Mehrkosten von 0,3 Millionen Franken gegenüber dem Budget aus, dies infolge einer Aufnahmeklasse und Deutsch als Zweitsprache für Flüchtlingskinder aus der Ukraine. Wegen Schülerwachstums gab es zusätzliche Klassen und infolge krankheitsbedingter Ausfälle höhere Kosten für Langzeitvikariate.
Zusätzliches Personal war auch bei den Tagesstrukturen wegen mehr Teilnehmenden nötig. Aufgrund Corona mussten Weiterbildungen verschoben werden, und die neue kommunale Stelle Leitung ICT/Infrastruktur wird erst im Jahr 2023 besetzt.
Darlehen schmälert Selbstfinanzierungsgrad
Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 9 Millionen Franken und erreichen damit 108 Prozent des veranschlagten Gesamtbetrags. Ohne das zusätzliche, nicht budgetierte Darlehen von 2 Millionen Franken an die Gemeindewerke, das als Verwaltungsvermögen über die Investitionsrechnung gebucht werden muss, sind die Investitionen 15 Prozent tiefer als budgetiert.
Die Selbstfinanzierung beträgt 6,9 Millionen Franken und deckt die Nettoinvestitionen des Verwaltungsvermögens von 9 Millionen Franken nicht ab. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt somit nur 77 Prozent. Ohne das Darlehen an die Gemeindewerke läge der Selbstfinanzierungsgrad bei 99 Prozent.
Neue finanzpolitische Ziele
Für die neue Legislatur 2022 bis 2026 setzte der Gemeinderat drei neue finanzpolitische Ziele fest, wobei eines mit der Jahresrechnung 2022 nicht erreicht werden konnte:
1. Mittelfristiger Ausgleich über 8 Jahre: plus 6 Millionen Franken
2. Steuerfuss maximal 10 Prozent über dem kantonalen Mittel (100 Prozent im 2022): 113 Prozent
3. Nettovermögen pro Einwohner zwischen 0 und 2000 Franken: 1033 Franken
Mit dem Budget 2023 wurde der Steuerfuss von 113 auf 110 Prozent gesenkt, wobei das zweite finanzpolitische Ziel in der Rechnung 2023 wieder erfüllt wird. «Trotz der positiven Ergebnisse in den vergangenen Jahren muss dem Finanzhaushalt weiterhin grosse Beachtung geschenkt werden, damit die andern beiden finanzpolitischen Ziele ebenfalls erreicht werden und die geplanten hohen Investitionen ohne allzu grosse Verschuldung finanziert werden können», schreibt der Gemeinderat abschliessend.
