Stadtrat zieht Landihaus-Urteil weiter
Dorfplatz Illnau
Der Stadtrat von Illnau-Effretikon will das abschlägige Gerichtsurteil zum Abriss des alten Landihauses in Illnau nicht akzeptieren. Er erhält dabei Rückendeckung aus der politischen Mitte.
Der Stadtrat von Illnau-Effretikon will an der Entlassung des alten Landihauses an der Usterstrasse 23 in Illnau aus dem Schutzinventar festhalten. Er wird den abschlägigen Entscheid des Baurekursgerichts ans Verwaltungsgericht weiterziehen. Das gab der Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP) zur Eröffnung der Parlamentssitzung vom Donnerstagabend ohne weitere Begründung bekannt.
Damit geht das Ringen um einen Dorfplatz in die nächste Runde: Nach jahrelangen Diskussionen hatte sich die Bevölkerung 2020 in einer Volksabstimmung für den Abriss des denkmalgeschützten Hauses zugunsten eines grösseren Dorfplatzes ausgesprochen. Der Heimatschutz hatte gegen diesen Entscheid Einsprache erhoben und vor dem Baurekursgericht recht erhalten.
Die bürgerlichen Parteien hatten ihren Unmut über dieses Urteil bereits unmittelbar danach mittels Medienmitteilungen Luft verschafft. In den Fraktionserklärungen, die auf Nuzzis Statement folgten, legte nun auch die politsche Mitte nach: Obschon sich die Mitte und die EVP bei der Volksabstimmung noch gegen einen Abriss gestellt hatten, begrüssen sie nun den Weiterzug des Stadtrats. Es gelte den Volksentscheid umzusetzen.
Ein Abend im Zeichen der Einstimmigkeit
Getagt, debattiert und beschlossen wurde nach diesem Paukenschlag freilich auch noch. So genehmigte das Parlament den Bau eines Vereinskiosk in der Sporthalle beim Schulhaus Eselriet trotz hohen Kosten von 600'000 Franken einstimmig. Ebenso den privaten Gestaltungplan Hirschacher der Lamprecht Pflanzen AG.
Generell fiel die Einigkeit bei den Abstimmungen auf: Obschon es bei allen Traktanden durchaus gegenläufige Voten gab, wurden die Beschlüsse fast alle einstimmig gefällt. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, war das dringliche Postulat des FDP-Parlamentariers Hansjörg Germann zu den Mehraufwänden für Sickertrottoirs, das bereits im Vorfeld für Gesprächstoff geführt hatte: Es wurde nach einer intensiven Diskussion mit 21:11 Stimmen überwiesen. (mmu)
Ausführlicher Bericht folgt
Die Beschlüsse des Stadtparlaments:
Der private Gestaltungsplan Hirchschacher der Gärtnerei Lamprecht in Horben wurde ohne Gegenstimme genehmigt.
Die Kreditabrechnung für die Erneuerung der Gebäudesteuerung und der Beleuchtung im Stadthaus wurde ohne Gegenstimme genehmigt.
Das Schwerpunktprogramm des Stadtrats für die Amtsdauer 2022 bis 2026 wurde zur Kenntnis genommen.
Der Objektkredit für die Erstellung eines Vereinskiosk im Eingang der Sporthalle im Schulhaus Eselriet wurde ohne Gegenstimme genehmigt.
Das Postulat betreffend eines Konzepts für ein sicheres Velo- und Fussgängernetz wurde abgeschrieben.
Das Postulat zur Schaffung eines Kinderspielplatzes und einem Begegnunsort in Unter-Illnau wurde abgeschrieben.
Das dringliche Postulat bezüglich der Bewilligung nicht gebundenen Mehraufwände, sowie eine Planungs- und Baustopp für Sickertrottoirs wurde mit 21:11 Stimmen überwiesen.
Das Postulat hinsichtlich der Information der Hauseigentümer über die kommunalen Verbundsgebiete wurde einstimmig überwiesen.
