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Illnau-Effretikon verbucht einen Rekordgewinn

Die Stadt Illnau-Effretikon kann zum wiederholten Male ein unerwartetes Plus in Millionenhöhe präsentieren.

Im Stadthaus darf man sich freuen: Erneut verbucht Illnau-Effretikon einen erfreulichen Jahresabschluss.

Simon Grässle

Illnau-Effretikon verbucht einen Rekordgewinn

Jahresrechnung 2022

Die Stadt Illnau-Effretikon kann zum wiederholten Male ein unerwartetes Plus in Millionenhöhe präsentieren. Trotzdem rechnet Finanzvorstand Philipp Wespi (FDP) langfristig mit einer höheren Verschuldung.

10,8 Millionen, 11,2 Millionen, 4,2 Millionen und nun mehr als 13 Millionen Franken – in Illnau-Effretikon wurden die rekordverdächtig guten Abschlüsse der letzten Jahre erneut übertroffen. Bei einem Aufwand von 117,14 Millionen und einem Ertrag von 130,47 Millionen Franken steht ein stolzer Betrag von 13,33 Millionen Franken am Schluss der Rechnung 2022. Budgetiert war ein Plus von 1,35 Millionen Franken.

Das ausserordentliche Ergebnis ist primär auf die hohen Erträge der Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen, führt Finanzvorstand Philipp Wespi (FDP) aus. «Wir konnten einerseits von verschobenen Fällen aus dem Jahr 2021 profitieren und andererseits von grösseren Verkäufen, die wir gar nicht auf dem Radar hatten.»

Erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

So spülten die Grundstücksgewinnsteuern mit statten 16 Millionen Franken rund 6,1 Millionen Franken mehr als budgetiert in die Kasse der Stadt. Bei den ordentlichen Steuern aus dem aktuellen sowie aus früheren Jahren konnten Mehrerträge von rund 3,6 Millionen Franken erzielt werden.

Ebenfalls wesentlich zum guten Ergebnis beitragen haben um die zwei Millionen tieferen Nettoausgaben bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe. «Der Arbeitsmarkt hatte sich im vergangenen Jahr sehr erfreulich entwickelt und führte zu weniger Sozialhilfefällen», sagt Wespi. Zudem brachte die Erhöhung des Staatsbeitrages an die Kosten der Zusatzleistungen zur AHV/IV 2,2 Millionen Franken tiefere Nettokosten.

92 Prozent der Investitionen umgesetzt

Bei der stationären Pflegefinanzierung fallen die um 1,4 Millionen gestiegenen Ausgaben ins Gewicht. Ebenfalls sind um eine Million Franken höhere Personalkosten zu verzeichnen, die hauptsächlich in der Abteilung Bildung entstanden sind. Diese Kosten konnten teilweise durch Mehreinnahmen bei den Elternbeiträgen, Schulgeldern und Beiträgen von Anschlussgemeinden kompensiert werden.

Von den budgetierten Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen von 24,7 Millionen Franken wurden effektiv 26,7 Millionen umgesetzt, wobei ein nicht budgetiertes Darlehen an die Genossenschaft Sonnenbühl von rund vier Millionen Franken darin enthalten ist. Unter Ausschluss dieses Darlehens sind Nettoinvestitionen von rund 23 Millionen Franken getätigt worden, was einer Umsetzungsquote von 92 Prozent entspricht.

Illnau-Effretikon hatte lange ein gesundes Polster an Erspartem, doch dieses ist nun aufgebraucht.

Philipp Wespi (FDP)

Finanzvorstand

Obwohl die Investitionen mit einem Selbstfinanzierungsgrad von knapp 80 Prozent nicht vollständig durch selbst erwirtschaftete Mittel gedeckt waren, musste kein zusätzliches, langfristiges Fremdkapital aufgebaut werden. Allerdings musste Ende Jahr ein kurzfristiger Liquiditätsengpass mit Vorschüssen überbrückt werden.

«Wir haben zwar viel Geld eingenommen, doch dieses sogleich für unsere Investitionen eingesetzt», erklärt der Finanzvorstand die Durststrecke. «Die Stadt Illnau-Effretikon hatte lange ein gesundes Polster an Erspartem, doch dieses ist nun aufgebraucht.»

Verschuldung absehbar

Trotzdem verfüge die Stadt über einen stabilen Finanzhaushalt. «Ende Rechnungsjahr besteht eine Pro-Kopf-Verschuldung von netto 470 Franken und weist damit auf eine tiefe Verschuldung hin», heisst es im Bericht der Stadt. Dem langfristigen Fremdkapital von rund 30 Millionen Franken steht ein Verwaltungsvermögen von 138 Millionen Franken gegenüber. Werden die Anlagen im Finanzvermögen hinzugezählt, liegt das Anlagevermögen bei 186 Millionen Franken.

«Zwar musste 2022 Fremdkapital aufgenommen werden, doch dies wird sich in den kommenden Jahren ändern», sagt Philipp Wespi. Die Investitionstätigkeiten werden auch weiterhin ausserordentlich hoch sein. «Wir werden uns in Zukunft wieder verschulden – das darf so sein, solange die Schulden auch in absehbarer Zeit wieder getilgt und nicht an die nächste Generation weitergegeben werden.»

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