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«Ich bin überzeugt, dass die Vorlage angenommen wird»

Nachdem die Ortsparteien geschlossen die Ablehnung zum Projekt Luppmenpark empfohlen haben, bezieht Gemeindepräsident Carlo Hächler (FDP) Stellung.

Nach der Kritik der Ortsparteien bezeichnet Gemeindepräsident Carlo Hächler deren Aussagen als widersprüchlich.

Seraina Boner

«Ich bin überzeugt, dass die Vorlage angenommen wird»

Alterswohnungen im Luppmenpark Hittnau

38 Alterswohnungen sollen in Hittnau entstehen. Doch dafür braucht es ein Ja für den Baurechtsvertrag an der Urne. Nachdem die Ortsparteien geschlossen die Ablehnung empfohlen haben, bezieht Gemeindepräsident Carlo Hächler (FDP) Stellung.

Lea Chiapolini

Am 12. März wird in Hittnau die Frage geklärt, ob die Genossenschaft Alterswohnen Luppmenpark (GAL) rund 3000 Quadratmeter des Parkes im Baurecht erhält, um dort Alterswohnungen zu bauen. Die Ortsparteien und die Rechnungsprüfungskommission lehnen die Vorlage aus diversen Gründen ab.

Im Interview spricht Gemeindepräsident Carlo Hächler (FDP) über den politischen Gegenwind, der dem Gemeinderat entgegenweht und seine Prognose bezüglich des Abstimmungsergebnisses.

Letzte Woche haben die Hittnauer Ortsparteien gemeinsam mitgeteilt, dass sie nicht hinter dem Projekt Alterswohnen Luppmenpark stehen und die Vorlage zur Ablehnung empfehlen – wie sehr wurden Sie davon überrascht?

Carlo Hächler: Ehrlichgesagt ziemlich, besonders was die Heftigkeit und die verschiedenen Argumente angeht. Bereits vor einem Jahr haben sich die Parteien mit einem offenen Brief an den Gemeinderat gewandt. Dabei ging es um die Frage der Finanzierung, die wir in dieser Projektphase noch gar nicht beantworten konnten. Erstaunt bin ich auch, weil wir an immerhin drei Gemeindeversammlungen und zwei öffentlichen Mitwirkungsveranstaltungen einen enormen Zuspruch erhielten für das vorliegende Konzept mit Alterswohnen, öffentlichen Park und einem Kulturzentrum in der Villa Spörri und mit der Aussage, dass die Bevölkerung ein finanzielles Engagement der Gemeinde fordert.

Was sagen Sie zu den Argumenten der Parteien?

Wir haben immer versucht, die Parteien abzuholen, ihre Anliegen aufzunehmen und Fragen zu klären. Die Kritik in den einzelnen Stellungnahmen von SVPFDPGLP und Forum ist aber derart heterogen und sogar teils widersprüchlich – das könnte man gar nie alles unter einen Hut bringen. Sollte die Vorlage abgelehnt werden, wüssten wir demnach auch nicht, warum genau. Aber gleichzeitig billige Wohnungen und einen maximalhohen Ertrag für die Gemeinde fordern – das geht einfach nicht auf.

Also ist das ganze Projekt einfach zu komplex?

Das Vorhaben, auf dem Areal Alterswohnungen zu bauen, wie es die Zweckbestimmung der Emil-Spörri-Stiftung vorgibt, finden zwar alle gut. Das wurde auch schon im offenen Brief betont. Aber die Zusammenarbeit mit der GAL ist einer der Hauptkritikpunkte.

Inwiefern?

Es wird behauptet, die GAL erhalte zu viel für zu wenig Gegenleistung und die Gemeinde bleibe unter anderem auf den Kosten für die sanierungsbedürftigen Gebäude im Luppmenpark sowie dessen Unterhalt sitzen. Es ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde, Alterswohnungen zu bauen und zu verwalten. Die Zusammenarbeit mit einer gemeinnützigen Baugenossenschaft wäre darum ideal und insgesamt günstiger.  

Und die sanierungsbedürftigen Gebäude?

Von denen kann die Gemeinde doch auch profitieren. Ein Grund, diese Denkmalschutzobjekte zumindest vorläufig im Portefeuille der Gemeinde zu behalten, sind verschiedene zukünftige Raumbedürfnisse, etwa eventuell Wohnraum für Asylsuchende. Und man muss es auch differenziert sehen: Der Unterhalt eines Parks und die Instandsetzung von Gebäuden hat nichts damit zu tun, ob Alterswohnungen gebaut werden oder nicht. Eine Ablehnung der Vorlage ändert denn auch nichts an der Tatsache, dass die Gemeinde für die Sanierung der alten Gebäude aufkommen muss.

Die Parteien kritisieren zudem, dass vom Projekt nicht die gesamte Bevölkerung profitiert.

Der Zweck der Emil-Spörri-Stiftung ist es, geeignete Wohnmöglichkeiten für betagte Hittnauer zu erstellen. Das betrifft nun einmal nicht die ganze Bevölkerung, jedenfalls nicht unmittelbar. Aber es können alle vom öffentlichen Park profitieren. Und wenn Hittnauer Senioren in die neuen Alterswohnungen ziehen, wird wiederum an anderen Orten im Dorf Wohnraum frei, der den Jüngeren zu Gute kommt.

Wie grosse Sorgen machen Sie sich nun um das Abstimmungsergebnis am 12. März?

Ich bin nach wie vor guter Dinge. Die Stimmen aus der Bevölkerung ergeben ein anderes Bild als die Meinungen der Parteien. Zudem war der Zuspruch bei allen Gemeindeversammlungen der vergangenen Jahre, als es etwa um den Architekturwettbewerb oder den Projektkredit ging, stets gross. Ich bin überzeugt, dass die Vorlage angenommen wird.

Und wenn nicht? Wird es keine Alterswohnungen im Luppmenpark geben?

Zumindest vorerst nicht. Es ist sehr unsicher, ob die GAL nach dieser langjährigen und auf ehrenamtlicher Basis geleisteten Aufbauarbeit weitermacht. Sicher gäbe es eine längere Pause, bis der Gemeinderat das Thema wieder angehen würde, angehen müsste. Und das käme dann noch teurer. Es stellte sich die Frage, was es braucht, um ein neues Projekt aufzugleisen. Dann würde sich auch herausstellen, wie viel vom Geld, das wir bisher in die Ausarbeitung des Gestaltungsplans und den Projektwettbewerb gesteckt haben, verloren wäre.

Ein Vorwurf, der im Zusammenhang mit den Alterswohnungen immer wieder auftaucht, ist Ihre Mitgliedschaft in der GAL…

… in der ich tatsächlich schon aktiv war, bevor ich als Gemeinderat gewählt wurde. Zudem bin ich eines von über hundert Mitgliedern. Ich sehe da wirklich keinen Interessenskonflikt, zumal ich nicht plane, im Luppmenpark zu wohnen. Als Gemeinderat oder Gemeindepräsident hatte und habe ich noch eine ganze Reihe anderer Projekte, für die ich mich aus Überzeugung einsetze.

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