Vier Hittnauer Ortsparteien lehnen Projekt Luppmenpark ab
Zu hohe Risiken
Am 12. März stimmen die Hittnauerinnen und Hittnauer über das Projekt Alterswohnen Luppmenpark ab. Doch von den Ortsparteien gibt es keine Unterstützung.
1989 hat die Gemeinde Hittnau das Areal Luppmenpark übernommen. Nun liegt ein Projekt für dessen Nutzung vor.
Im südlichen Teil des Parks sind 38 altersgerechte Wohnungen geplant. Mit der Umsetzung soll die Genossenschaft Alterswohnen Luppmenpark (GAL) beauftragt werden. Am 12. März findet in Hittnau die Urnenabstimmung ab.
Keine Unterstützung erhält das Projekt aber von den vier Hittnauer Ortsparteien GLP, FDP, Forum Hittnau und SVP. In einer gemeinsamen Mitteilung empfehlen sie, die Vorlage abzulehnen.
Finanzielles Risiko ohne Mitsprache
«In den vergangenen Jahren wurde durch die Gemeinde eine tolle Vorarbeit geleistet. Mit einem Architekturwettbewerb wurde das vorliegende Siegerprojekt ‹Boule› ausgewählt», schreiben sie.
Dieses Projekt überzeugt auch die Ortsparteien. «Die zur Wahl stehende Vorlage mit dem Ausgliederungserlass und dem Übertrag eines Teils des Parks an die Genossenschaft GAL jedoch nicht.»
Nach der Abstimmung verliert die Gemeinde faktisch das Mitbestimmungsrecht.
Hittnauer Ortsparteien
Sie kritisieren unter anderem, dass ein ganzheitliches Arealkonzept fehlt. «Die GAL erhält rund 3100 Quadratmeter für das Projekt, die Gemeinde bleibt aber Eigentümerin der sanierungsbedürftigen Gebäude und des Parks», schreiben sie weiter.
Ebenso liege das gesamte finanzielle Risiko bei der Gemeinde, ohne dass sie Mitspracherecht habe. «Die Gemeinde hat nur eine Stimme von aktuell 100 Genossenschaftsstimmen. Nach der Abstimmung verliert die Gemeinde faktisch das Mitbestimmungsrecht», argumentieren die Ortsparteien.
Die Gemeinde beteiligt sich an der Finanzierung mit Genossenschaftskapital in Höhe von 100'000 Franken sowie einem unbefristeten, verzinslichen Darlehen an die GAL von 2,3 Millionen Franken.
Die Ortsparteien freut das nicht: «Sollte die GAL Konkurs gehen, muss die Gemeinde zusätzlich die Schulden von 20,4 Millionen Franken abzüglich Genossenschaftskapital übernehmen.»
Auch RPK dagegen
Ausserdem kritisieren sie das vorliegende Wohnkonzept als nicht zeitgemäss und uninnovativ. Zudem sei nicht klargestellt, dass auch diejenigen von den günstigen Wohnungen profitieren würden, die darauf angewiesen seien.
Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) hat bereits Anfang Jahr bekannt gegeben, dass sie das Projekt zur Ablehnung empfiehlt. Ihre Begründung: Das Geschäft sei aus ihrer Sicht aktuell finanziell nicht angemessen.
