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Neuer Anlauf für den Pfäffiker Bushof

Der Pfäffiker Gemeinderat will die Gunst der Bevölkerung in Sachen Bushof zurückgewinnen.

So sollte der neue Bushof in Pfäffikon gemäss dem Gemeinderat aussehen – die Bevölkerung war nicht überzeugt.

PD Gemeinde Pfäffikon

Neuer Anlauf für den Pfäffiker Bushof

Dieses Mal redet die Bevölkerung mit

Der Pfäffiker Gemeinderat will die Gunst der Bevölkerung in Sachen Bushof zurückgewinnen. Laut Bauvorstand Lukas Steudler (FDP) war ein Mitwirkungsprozess bereits sehr konstruktiv.

Lea Chiapolini

Schlappe für den Pfäffiker Gemeinderat: Im März 2022 genehmigte die Gemeindeversammlung einen Rückweisungsantrag der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) und schickte den Projektierungskredit für den neuen Bushof zurück an den Absender. Dies obwohl die Gemeinden dazu verpflichtet wären, ihre Infrastruktur bis 2023 barrierefrei zu gestalten.

Die Hauptkritikpunkte: Das vorliegende Vorprojekt stellt einen massiven Eingriff ins Ortsbild dar. Der Gemeinderat hatte geplant, die nördlich des Bahnhofs gelegenen Busbuchten um eine Businsel zu erweitern. Dies macht eine Verschiebung der Park&Ride-Parkplätze notwendig. Eine Möglichkeit sah der Gemeinderat durch eine teilweise Verlegung auf oder unter die Sophie-Guyer-Wiese. Gefordert wurde, dass weitere Varianten für einen zweigeteilten Bushof ausgearbeitet werden.

Das ursprünglich geplante Projekt

Das vom Gemeinderat vorgelegte Vorprojekt sieht eine komplette Neugestaltung des Bushofs mit einer Insel auf der Nordseite des Bahnhofs vor, welche mit einem Dach von 120 Metern Länge und 9 Metern Breite als Witterungsschutz ausgestaltet werden soll. Kosten für das Projekt würden zu 50 Prozent vom Agglomerationsprogramm des Bunds und vom Kanton übernommen.

Die verbleibenden 4,365 Millionen Franken würden von Pfäffikon und den Gemeinden getragen, die einen grossen Nutzen davon haben. Rund 2,4 Millionen Franken würden dabei auf die Gemeinde Pfäffikon fallen. An der Gemeindeversammlung vom März 2022 stand jedoch erst der Projektierungskredit in Höhe von 345'000 Franken zur Diskussion.

Im letzten Sommer wurde eine Arbeitsgruppe aus rund 30 Personen gebildet, die sich mit dem Rückweisungsantrag auseinandersetzte. Darin vertreten waren neben dem Gemeinderat die Ortsparteien, die RGPK, die Postauto AG, die SBB, ein neues Planungsbüro sowie Vertreter aus der Bevölkerung, die sich auf einen Aufruf in der Dorfzeitung «Pfäffikerin» gemeldet hatten.

Die Vorstellung, die Bushaltestellen auch auf den südlichen Teil des Bahnhofes zu verteilen, sei allerdings schnell definitiv verworfen worden. «Hier konnten wir von den Studien und Variantenprüfungen profitieren, die wir im Rahmen des Vorprojekts gemacht haben», sagt der zuständige Gemeinderat und Bauvorstand Lukas Steudler (FDP).

Das Stimmungsbild, eine Aufteilung des Bushofs nicht weiter zu verfolgen, war schlussendlich klar.

Lukas Steudler (FDP)

Bauvorstand

So wären durch Haltekanten am «Bahnhof Süd» sowohl ein durchgängiger Kurs von Uster via Pfäffikon nach Hittnau oder Bauma nicht mehr möglich und die Orientierung für Reisende wesentlich erschwert worden.

Zuletzt wäre der Platzbedarf auf der Nordseite des Bahnhofs trotz der Verschiebung einer oder zweier Haltekanten praktisch unverändert. Steudler: «Das Stimmungsbild, eine Aufteilung des Bushofs nicht weiter zu verfolgen, war schlussendlich klar.»

Neuer Vorschlag im Rennen

Nach zwei Treffen wäre der Auftrag der Arbeitsgruppe theoretisch abgeschlossen gewesen. «Doch wir haben die Zusammenarbeit noch etwas weitergetrieben, da aus der Versammlung Ideen kamen, die es wert sind, sie weiterzuverfolgen.» So etwa der Vorschlag, auf die geplante Businsel zu verzichten und dafür alle Buskanten entlang der Perrons anzuordnen.

Das ursprüngliche Projekt mit der Businsel sei zudem parallel «optimiert» worden. Die beiden Varianten sollen einander gegenübergestellt werden. Vom Plan, einen Teil der heutigen Sophie-Guyer-Wiese zu benutzen, ist der Gemeinderat in jedem Fall abgerückt.

Lukas Steudler und René Iten vor einem Postauto am Bushof Pfäffikon
Lukas Steudler (links) hofft, die Bevölkerung in einem zweiten Anlauf zu überzeugen. Bild mit René Iten, ehem. Leiter Bauamt.

Eine zweite Unterführung, von der sowohl Gemeinderat als auch Parteien träumen, ist allerdings nach wie vor nicht Teil der ersten Realisierungsphase. Hier steht immer noch die SBB auf der Bremse, die sich finanziell an einem solchen Projekt nicht beteiligen will. «Aber wir wollen uns mit den Plänen für den Bushof diese Option nicht verbauen.»

Richtungsentscheid besser begründen

Obwohl es nach wie vor erst um einen Projektierungskredit geht, der früher oder später von der Bevölkerung genehmigt werden muss, plane man derzeit etwas weiter, als für diese Projektstufe üblich ist. «An der Gemeindeversammlung im März 2022 wollte die Bevölkerung Antworten auf Fragen, die vor der Genehmigung des Projektierungskredits noch gar nicht existierten», sagt Lukas Steudler.

Für den Bauvorstand verständlich: «Mit dem Projektierungskredit fällt man bereits einen Richtungsentscheid für das gesamte Vorhaben.» Nun hoffe der Gemeinderat, mit detaillierteren Informationen den Souverän endgültig von der Materie überzeugen zu können.

Im Budget 2023 ist denn auch eine Position in der Höhe von 150'000 Franken für den Bushof eingerechnet. Das Geschäft wird wohl im März 2024 erneut zur Abstimmung gelangen. «Das Vorprojekt für die zusätzliche Variante ohne Businsel muss zudem erst ausgearbeitet werden.»

Bis 2028 sollte das Projekt hoffentlich fertiggestellt sein.

Lukas Steudler (FDP)

Bauvorstand

Das neue Behindertengleichstellungsgesetz verlangt, dass nötige Massnahmen zur Barrierefreiheit bis 2023 umgesetzt werden. Diese Frist hätte auch nicht eingehalten werden können, wenn die Gemeindeversammlung den Projektierungskredit im letzten Jahr genehmigt hätte. Nun verzögert sich das Projekt um ein weiteres Jahr.

«Wir sind nicht die einzigen, die dieses Ziel verfehlen werden», sagt Lukas Steudler. Spätestens 2028 müssen die Bauarbeiten im Gang sein, sonst erhält Pfäffikon keine Subventionen aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes, welche die Hälfte der knapp 9 Millionen Franken Baukosten decken würden. «Bis dahin sollte das Projekt aber hoffentlich sogar fertiggestellt sein.»

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