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Stadt wurde über Asylzentren des Bundes informiert – mehr nicht

Stadt wurde über Asylzentren des Bundes informiert – mehr nicht

500 zusätzliche Asylsuchende in Dübendorf

Bis zu 500 Asylsuchende werden Anfang Jahr in Dübendorfer Kasernen untergebracht, wovon der Stadtrat «nicht hell begeistert» ist. Derweil bereiten sich die Verantwortlichen auf die neue Situation vor.

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme werden Teile der militärischen Einrichtungen in Dübendorf zu temporären Asylunterkünften umfunktioniert. Im Januar sollen 200 Menschen in die Mehrzweckhalle auf dem Gelände der Theodor-Real-Kaserne an der Dietlikonstrasse einziehen, im Februar dann werden weitere 300 Plätze im Kader-Ausbildungszentrum an der Rotbuchstrasse bereitgestellt.

Darüber informierte der Stadtrat kürzlich die Öffentlichkeit – nüchtern, in Form einer Medienmitteilung. Auf Nachfrage sagt Stadtpräsident André Ingold (SVP): «Wir sind nicht gerade hell begeistert.» Die Stadt sei vom Bund über die Massnahme informiert worden, mitreden habe man nicht können.

Aus 275 werden 775

Ingold zeigt Verständnis dafür, dass der Bund in Anbetracht der Situation nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sucht – «und offenbar hat es in Dübendorf genügend Platz». Und wenn alles problemlos laufe, stelle sich der Stadtrat auch nicht grundsätzlich gegen die Unterbringung.

Im Hinblick auf eine zu erwartende Erhöhung der Aufnahmequote in den Zürcher Gemeinden werde man aber das Gespräch mit dem Kanton suchen und als Ausgleich auf ein gleichbleibendes Kontingent hinwirken; aktuell muss die Stadt 275 Personen unterbringen und betreuen. Falls die militärischen Unterkünfte nicht wie angekündigt Mitte Jahr wieder aufgehoben würden, müsse man ausserdem über eine Senkung der Aufnahmequote reden.

Ich gehe nicht davon aus, dass die Polizei regelmässig im Umkreis der Unterkünfte patrouillieren wird.

André Ingold (SVP), Stadtpräsident Dübendorf

Ingold rechnet damit, dass zumindest in der Theodor-Real-Kaserne kaum Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht werden, da sich eine Mehrzweckhalle schlecht für Familien mit Kindern eigne. Es sei davon auszugehen, dass vor allem Männer in den Unterkünften wohnen. Allerdings jeweils nur für einige Tage, dann würden sie auf andere Kantone und Gemeinden verteilt.

Für Notfälle wappnen

Gemäss der stadträtlichen Mitteilung wird eine private Firma rund um die Uhr für Sicherheit und Ordnung in und unmittelbar um die Unterkünfte sorgen. Was darüber hinaus nötig sei, werde man nun mit den Verantwortlichen von Bund und Kanton besprechen, sagt Ingold. «Ich gehe nicht davon aus, dass die Polizei regelmässig im Umkreis der Unterkünfte patrouillieren wird, aber wir werden die Situation sicher im Auge behalten.»

Stand heute werde die Stadt Dübendorf keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen müssen, man wolle aber für Notfälle gewappnet zu sein. «Für die Feuerwehr etwa sind Informationen über die Lage vor Ort wichtig», so Ingold. «Denn bei einem Brand oder einem anderen Unglück in einer Halle mit 200 Personen müssen die Einsatzkräfte wissen, was sie vorfinden.»

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