So baut Uster für die Öffentlichkeit
Richtplan 2035 einfach erklärt
Uster wächst, somit benötigen nicht nur Schulen mehr Platz, sondern auch die Stadtbibliothek. Der Teilrichtplan zu den öffentlichen Bauten und Anlagen spurt vor, wo welche Gebäude geplant sind.


Usters Einwohnerzahlen nehmen stetig zu, somit ist neuer Raum gefragt. Mit dem neuen Teilrichtplan zu öffentlichen Bauten und Anlagen rüstet sich Uster für die Zukunft.
Seien es Schulen, Kulturstätten, die Bibliothek, Verwaltungsgebäude, Sportanlagen oder Altersheime: All diese Orte mit öffentlicher Bedeutung sollen erweitert werden können.
Die notwendigen Flächen müssen planerisch gesichert sein, damit die Stadt schneller handlungsfähig ist. Das heisst, Uster will an strategisch wichtigen Lagen zusätzliches Land kaufen.
Für die Schulen wird es eng
In den nächsten zehn Jahren rechnet Uster mit zusätzlich 430 neuen Schulkindern. Die Bildung benötigt mehr Platz, sonst wird es für die Ustermer Schulen eng.
Daher will die Stadt primär bestehende Anlagen ausbauen und Gebäude aufstocken. In einzelnen Quartieren sind allerdings zusätzliche Standorte für Kindergärten notwendig. Der Teilrichtplan zeigt mögliche Gebiete auf. Diese sind jedoch noch ziemlich weitläufig, wie die Grafik zeigt.
Unter anderem wird ein neuer Kindergarten im Krämeracker-Gebiet gesucht. Für die Entwicklung des Schulhauses Eschenbüel ist zudem ein zusätzliches Areal im Jungholz vorgesehen.
Auch die Situation im Schulhaus Hasenbühl verlangt nach neuen Räumlichkeiten. Unklar ist aber noch wie und wo, weil da momentan kein Land in direkter Nähe zur Verfügung steht.
Ustermer erholen sich auf dem Pausenplatz
Wie schon im Teilrichtplan Siedlung beschrieben, setzt die Stadt auf klimaverträgliche Aussenräume. Das wird auch bei Pausenplätzen berücksichtigt. Somit darf sich die Ustermerin und der Ustermer in Zukunft ausserhalb der Unterrichtszeiten auf den begrünten Schulterrassen aufhalten und frische Luft schnappen.
Höhere Berufsausbildungen erwünscht
Die Stadt Uster unterstützt den Kanton Zürich bei der Weiterentwicklung der Mittelschulen, Berufsfachschulen und höheren Berufsbildung. Sogar eine Hochschule sei erwünscht, steht im Teilrichtplan.
Wir bezahlen Dritten eine nicht günstige Miete
Roman Weibel, Leiter Bibliothek Uster
Auch die Stadtbibliothek mit ihren täglichen 400 Eintritten und 1000 Ausleihen braucht in Zukunft mehr Platz. Bibliotheksleiter Roman Weibel wünscht sich einen Begegnungsort, der genauso erfolgreich ist wie die skandinavischen Bibliotheken. «Ein Ort, an dem man seine Freizeit verbringt, Infos sammelt und lernt.»
Der jetzige Standort sei zu teuer. «Wir bezahlen Dritten eine nicht günstige Miete», sagt Weibel. Der Stadtrat wolle seine Fremdmieten in Zukunft zugunsten von Eigenmieten reduzieren. Deswegen könne ein neuer Standort von Vorteil sein.

Ziel sei es, eine Liegenschaft zu finden, die der Stadt Uster gehöre und zentrumsnah sei. Ein Ort, wo der Bibliothek mehr Fläche zur Verfügung steht.
Die Suche nach einem geeigneten Raum läuft. Das im Richtplan erwähnte Gerichtsplatz-Areal ist nur einer von mehreren möglichen Standorten.
Kulturraum Zeughausareal als Bereicherung
Ansonsten wird das Zeughausareal Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens in Uster. Auch die Musikschule Uster/Greifensee wird ins Zeughaus einziehen. Der zukünftige Kulturort bietet Raum für die Produktion von Kunst, Theater, Unterhaltung und Tagungen.
Man wünscht sich laut Teilrichtplan eine lebendige Stadt mit Kultur, welche die Lebensqualität der Bevölkerung bereichert und zudem die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft begünstigt.
Zusätzlicher Wohnraum beim Stadtpark
Voraussichtlich werden auch die Landihalle und der Stadthofsaal ins Zeughausareal umziehen. Der Grund dafür: Der Stadtpark soll erweitert werden. Angeblich, um das Stadtbild zu klären.
Jedoch steckt noch ein weiteres Interesse dahinter: Im Teilrichtplan steht, man wolle im Stadtpark auch zusätzlichen Wohnraum und Arbeitsplätze an zentraler Lage schaffen.
Die Gesundheitsmeile beim Spital
Rund um das Spital Uster sieht der Teilrichtplan vor, weitere Flächen sicherzustellen. Somit soll das Angebot im Gesundheitsbereich dort weiter ausgebaut werden können.
Auch ist sich die Stadt bewusst, dass es ein grösseres Angebot an unterschiedlichen Wohnformen für ältere Menschen braucht: Sie will Pflegezentren und Wohnheime in diese Richtung weiter ausbauen.
Bei der Planung eines Gemeinschaftszentrums wird ausserdem geprüft, ob da ein Begegnungsort für ältere Menschen eingerichtet werden kann.
Zu guter Letzt soll die Sportstadt Uster an Bedeutung zulegen. Wenn die Bevölkerung wie angenommen wächst, dürfen neue Fussballplätze nicht fehlen.
Die Stadt sieht als einzige Möglichkeit, die Sportanlage Buchholz zu erweitern. Allgemein will sie die Ustermer Sportangebote dort bündeln und somit Synergien für Unterhalt und Betrieb schaffen.
Heusser-Staub-Areal als neuer Stadtpark
Dafür soll das Heusser-Staub-Areal im östlichen Teil Usters in eine polysportiv nutzbare Allmend umgestaltet werden. Diese Wiese in der Nähe des Holzwurms und der Brauerei wird zurzeit als Fussballplatz genutzt.
Laut Stadtplaner Patrick Neuhaus soll sich hier der Fokus vom Vereinssport hin zum Volkssport verlagern. «Damit der Ort einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung steht.» Und nicht nur einzelnen Vereinsmitgliedern vorbehalten sei.
Die Allmend sei eine Chance, den Ort aufzuwerten. Wobei auch der angrenzende Aabach revitalisiert wird, was einen zusätzlichen Park für die Naherholung möglich macht.
Die Qual der Wahl
Allgemein wirkt der Teilrichtplan zu den öffentlichen Bauten logisch und nachvollziehbar. Viele konkreten Fragen bleiben offen, es wird erst vorgespurt.
Ob es in Zukunft zu Überschneidungen zwischen Bildungsstätten, Wohnraum, Verwaltungsgebäuden und der Landwirtschaft kommt, wird sich zeigen.
Für das Eine zu sein, heisst somit auch gegen das Andere zu sein.
Patrick Neuhaus, Stadtplaner in Uster
Im Teilrichtplan habe man für diese Dilemmas eine Interessensabwägungen durchgeführt. Wenn man ein Grundstück für eine bestimmte Nutzung reserviere, seien konsequenterweise alle anderen Möglichkeiten an dem Ort ausgeschlossen, sagt Neuhaus.
Zum Beispiel gebe es in der Loren eine solche Überschneidung. Einerseits die Wertstoffsammelstelle auf städtischem Grundstück, andererseits der Wunsch, weiteren Wohnraum zu schaffen.
«Für das Eine zu sein, heisst somit auch gegen das Andere zu sein», sagt Neuhaus. Man müsse für die andere Nutzung in einem zweiten Schritt einen alternativen, geeigneten Ort finden.
Richtplan, einfach erklärt. Dieser Artikel ist der fünfte Teil einer Serie, welche den revidierten Richtplan Uster während der öffentlichen Auflage vorstellt. Im nächsten Teil geht es um die Mobilität der Zukunft.
