Volketswiler Schule zieht im Rennen um ein Skilager den Kürzeren
Für Schülerinnen und Schüler aus ist das Skilager in den Sportferien eine Gelegenheit, um sich auf den verschneiten Pisten auszutoben. Die Woche nutzen einige auch, um ihrem Schwarm näher zu kommen. Und manche Eltern sind derweil froh, den Nachwuchs für einmal aus dem Haus zu haben.
Doch für die nächsten Sportferien im Februar müssen sich die Betroffenen in Volketswil eine Alternative suchen. Denn wie die Schule kürzlich mitteilte, kann sie im Februar 2023 weder für die Mittel- noch für die Sekundarstufe ein Skilager durchführen.
«Letztlich liegt es nicht im Aufgabengebiet einer Schule, ein Skilager durchzuführen.»
Yves Krismer (FDP), Volketswiler Schulpräsident
Schulpräsident Yves Krismer (FDP) sagt dazu: «Trotz intensiver Suche haben wir kein Lagerhaus gefunden.» Die Auswirkungen der Pandemie seien mitunter schuld daran. Es gebe weniger Anbieter solcher Unterkünfte, da einige während der Coronazeit auf ein anderes Geschäftsmodell umgeschwenkt seien oder die Vermietung ganz aufgegeben hätten.
Schule hat das Nachsehen
Krismer gibt aber auch zu: «Wir waren wegen Corona zurückhaltend und letztlich haben wir uns auch wohl auch zu spät um eine Unterkunft bemüht.» Konkurrenten auf dem Markt seien aber nicht nur andere Schulen, sondern auch Private, die Volketswil eine mögliche Unterkunft weggeschnappt hätten.
Erkundigt hat sich die Schule etwa in den bisher besuchten Skigebieten Wildhaus und Klosters. Die Wahl des Ortes habe man jeweils dem jeweiligen Lagerleiter überlassen, weil diese Person letztlich mit dem Gebiet vertraut sein sollte und sich wohl fühlen müsse.
Für die Volketswiler Schüler fällt nun bereits zum dritten Mal in Serie das Lager ins Wasser, wobei 2021 und 2022 die Pandemie als Grund für die Absage. Letztmals habe das Skilager im 2020 mit 24 Kindern auf der Primar- und 36 Kindern auf der Sekundarstufe stattgefunden, sagt Krismer.
«Wir bedauern es sehr, dass wir kein Lager anbieten können. Doch letztlich liegt es nicht im Aufgabengebiet einer Schule, ein Skilager durchzuführen.»
Über 60’000 Franken fürs Lager
Das Geld fürs Skilager ist jedoch bereits im Budget 2023 aufgeführt, das heute Freitagabend an der Schulgemeindeversammlung behandelt wird. Für die Mittelstufe ist ein Aufwand von 23’000 Franken vorgesehen, 8000 Franken davon bezahlen die Eltern. Auf Stufe Sekundarschule sind 40’000 Franken budgetiert, wobei die Eltern einen Anteil von 18’700 Franken direkt beisteuern.
Weil nun aber kein Schneesportlager stattfindet, können die Stimmberechtigten diese obsolet gewordenen Beiträge per Antrag auch streichen lassen. Ansonsten werde die Schule schauen, ob man mit dem Geld eine anderweitige Funktion finde, sagt Krismer. Ein alternatives Angebot für die Kinder und Jugendlichen während der Sportferien sei aber vonseiten der Schule nicht vorgesehen.
Motivierte Person gesucht
Für die Volketswiler Mittelstufe gibt’s gemäss Krismer zudem noch das Problem, dass die Personen, welche lange Jahre das Skilager organisiert und geleitet haben, altersbedingt keine Lagerleitung mehr übernehmen wollen. Ein Ersatz für sie sei noch nicht gefunden.
«Es ist nicht einfach, eine Person zu finden, die bereit ist, Zeit dafür zu opfern.» Eine faire Entschädigung gebe es dafür, doch letztlich sei die Motivation, ein Skilager zu leiten, bei vielen nicht mehr vorhanden.
«Wir sind intensiv daran, eine Person zu finden, die das in den kommenden Jahren machen kann.» In den nächsten Wochen, spätestens Anfang Jahr, wolle man wissen, wer für die Mittelstufe das Skilager 2024 leiten werde.
Reaktionen vonseiten der Schüler oder der Eltern auf die Absage des Lagers habe er keine vernommen. «Skifahren ist nicht für alle wichtig. Schneesport begeisterte Familien gehen auch ohne Skilager auf die Pisten.»
