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Schwimmerinnen kritisieren Hallenbad-Schliessung

Um Energie zu sparen, macht die Stadt Dübendorf das Lehrschwimmbecken für drei Monate dicht. Der Schwimmclub muss sich für diese Zeit nach anderen Trainingsorten umsehen – und ist entsprechend wenig erfreut über die Massnahme.

Um weiterhin trainieren zu können, müssen die Synchronschwimmerinnen auf andere Bäder ausweichen, doch der Platz ist knapp., Das Lehrschwimmbecken in der Schulanlage Stägenbuck ist eine Energieschleuder.

Thomas Bacher

Schwimmerinnen kritisieren Hallenbad-Schliessung

Das Dübendorfer Hallenbad wird von Anfang Dezember bis Ende Februar geschlossen – das hat der Stadtrat als eine von mehreren Massnahmen im Hinblick auf eine mögliche Energiemangellage beschlossen.

Davon betroffen ist der Schwimmclub Dübendorf. Dem Verein gehören etwa 50 Synchronschwimmerinnen an, die insgesamt vier Mal pro Woche im Lehrschwimmbecken in der Schulanlage Stägenbuck trainieren – uns sich jetzt nach einer neuen Trainingsmöglichkeit umsehen müssen.

Stephanie Zürcher, die Sportchefin des Schwimmclubs, ist davon wenig begeistert. «Wir wurden extrem kurzfristig über die Schliessung informiert», sagt sie. Und der Zeitdruck erschwere nun die Suche nach geeigneten Trainingsstandorten enorm.

Mehr Aufwand, höhere Kosten

Viele Schwimmbäder in der Region seien während den in Frage kommenden Zeiten besetzt. Oder einfach zu weit weg, sodass wegen der langen Hin- und Rückfahrt ein regulärer Trainingsbetrieb nicht möglich sei. «Es ist jedenfalls sehr viel Mehraufwand und eine grosse Flexibilität nötig.» Dazu kämen Zusatzkosten für Transport und Bahnmiete.

«Dabei wären wir wegen der anstehenden Jubiläumsshow im Sommer eigentlich auf einen möglichst reibungslosen Trainingsbetrieb angewiesen», sagt Zürcher. Die Sportlerinnen hätten schon wegen der Pandemie zurückstecken müssen; und letzten Winter sei das Hallenbad wegen Legionellen – im Wasser lebenden Bakterien – während mehreren Wochen geschlossen gewesen.

«Wieso reduziert man nicht die Temperatur um ein paar Grad?»
Stephanie Zürcher, Sportchefin des Schwimmclubs

Stephanie Zürcher kann bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, dass die Stadt Energie sparen müsse. Von den Verantwortlichen fühlt sie sich aber im Stich gelassen. «Man hat nie mit uns gesprochen, um vielleicht einen Kompromiss auszuarbeiten.»

Einen solchen gäbe es für die Volketswilerin durchaus. «Wasser und Luft im Lehrschwimmbecken sind vergleichsweise warm, wieso reduziert man nicht die Temperatur um ein paar Grad und lässt das Hallenbad dafür einen Monat länger offen?»

Das Lehrschwimmbecken auf dem Areal der Schulanlage Stägenbuck in Dübendorf, auf dem Dach des Bads steht ein Einhorn.

Bildungsvorsteherin und Primarschulpräsidentin Susanne Hänni (GLP/GEU) bedauert die kurze Vorlaufzeit. Doch es sei nötig gewesen, den Sparauftrag von Bund und Kanton im Hinblick auf den nahenden Winter «relativ kurzfristig» umzusetzen, so Hänni.

«Wir haben den Hebel dort angesetzt, wo der grösste Spareffekt möglich ist.» Und das sei neben der Reduktion der Temperatur in öffentlichen Gebäuden eben das Hallenbad – «das ist der grösste Energiefresser». Den Entscheid hätten der Stadtrat und die Verantwortlichen der Schulen auch im Hinblick auf eine mögliche Kontingentierung von Gas gefällt.

«Wir wollten nicht, dass die Kinder den ganzen Winter über im Wasser frieren.»
Susanne Hänni (GLP/GEU), Bildungsvorsteherin und Primarschulpräsidentin

Der Gedanke dahinter: Wenn wirklich der Ernstfall eintreten und das Gas knapp werde n sollte, hätte man mit den bereits getätigten Sparmassnamen eine bessere Ausgangslage.

So könnte die Stadt allenfalls erreichen, dass die Schulhäuser, deren Heizung nicht auf Erdöl umgestellt werden können, weiterhin mit Gas versorgt werden dürfen. «Schulhäuser gehören nämlich nicht zur geschützten Infrastruktur und müssten unter Umständen ohne Heizung auskommen.»

Lediglich die Temperatur im Lehrschwimmbecken zu senken, wäre keine Alternative gewesen, insbesondere für die Schülerinnen und Schüler, die das Hallenbad am häufigsten belegen, sagt Hänni. «Um den gleichen Spareffekt wie durch eine Schliessung zu erzielen, müssten die Kinder den ganzen Winter über im Wasser frieren, und das wollten wir nicht.»

Auswirkungen abfedern

Hänni weist ausserdem darauf hin, dass das Bad während den Weihnachts- und Sportferien geschlossen sei und auch die anstehendende Revision vorverlegt werde. Für die Nutzer federe dies unter dem Strich die negativen Auswirkungen etwas ab, und für die Schülerinnen und Schüler fielen nur wenige Schwimmlektionen aus.

Zumindest für Rheumaschwimmen und Aquafit habe man in der Region ein Therapiebecken mit freier Kapazität ausfindig gemacht. «Und für die Synchronschwimmerinnen konnte ein Singsaal für Trockenübungen gefunden werden.»

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