Als Hauptrednerin am vergangenen Ustertag sprach Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP), Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Kantonsrat Domenik Ledergerber (SVP) wurde mit der Rolle des Vorredners betraut.
«Keine Angst, ich werde Ihnen keine Predigt halten», eröffnete Karin Keller-Sutter ihre Rede. Am Ustertag referieren die Rednerinnen und Redner traditionsgemäss von der Kanzel, das Predigen überlasse sie gerne anderen.
«Ich glaube an die Kraft des aufgeklärten Bürgertums», so lautete die wohl zentrale Aussage der Bundesrätin. Sie appellierte an die Gesellschaft, nicht nur ihre Rechte einzufordern, sondern auch Gebrauch zu machen von der Freiheit, um Verantwortung zu übernehmen und das Land mitzugestalten. Nur so könne gemeinsam eine starke Gemeinschaft gebildet werden.
Politischer Vorreiter
«Anfang der 1990er Jahre sorgte Politikwissenschaftler Francis Fukuyamas Aussagen zum ‹Ende der Geschichte› für Aufsehen», führte die Bundesrätin aus. So hätten die Zeiten des grossen Umbruchs wie der Berliner Mauerfall und der Zusammenbruch der Sowjetunion die Schlussphase der politischen Systementwicklung eingeläutet und den Weg für eine liberale Demokratie geebnet.

