Wetziker Kafi Feld verdreifacht Fläche
Wer dieser Tage das Kafi Feld in Wetzikon betritt, dem dürfte es so vorkommen, als hätte man eine Tür in ein neues Universum geöffnet. Denn das kleine Café, das bisher nur gerade Platz für zwölf Kunden bieten konnte, geht nun in einen viel grösseren Raum über, der die Fläche von 30 auf 90 Quadratmeter und damit auch die Anzahl Sitzplätze locker verdreifacht. Doch die Pläne gehen noch weiter.
«Leider fehlen zurzeit die finanziellen Mittel, um auch noch die Küche auszubauen», sagt Lukas Thut, Vorstandsmitglied des Vereins Kulturfeld, der das Kafi betreibt. «Immerhin erhalten unsere Gäste auf die kalte Jahreszeit hin erst einmal mehr Platz.»
Dieser wurde längst herbeigesehnt. «Bei schönem Wetter konnten wir zwar die über 30 Plätze im Freien nutzen», sagt Betriebsleiterin Irina Weber. «Aber bei Regen oder im Winter gab es oftmals Stau vor der Türe oder die Gäste kamen gar nicht erst, weil sie damit rechnen mussten, dass es keinen freien Platz hat.»
Doch seit Donnerstag ist der Durchgang zum grossen Raum im Holzpavillon geöffnet und die zusätzlichen Tische werden bereits rege belegt, die neue Kinderecke fleissig bespielt. «Wir sind überrascht, wie schnell sich herumgesprochen hat, dass es nun mehr Platz gibt», sagt Weber. Die offizielle Eröffnung des erweiterten Kafis findet nämlich erst am Dienstag, 8. November, statt.
Dass die Vergrösserung der Fläche überhaupt möglich war, ist auf die Mietverhältnisse der Räume zurückzuführen. Sowohl der Pavillon als auch die umliegenden Gebäude werden von der Freien Evangelischen Gemeinde Wetzikon (Feg) vermietet. Mit dem Auszug eines Mieters aus dem Nebengebäude konnte die Feg ihre Büros, die bisher im Pavillon beheimatet waren, dorthin zügeln.
Schrank der Grossmutter im Kafi
Der Umbau des Pavillons wurde derweil fast vollständig durch ehrenamtliche Arbeit gestemmt. «Viele Einrichtungsstücke stammen auch aus dem Helferkreis», sagt Lukas Thut. So steht jetzt etwa ein alter Schrank der Grossmutter seiner Frau im Kafi. Auch dass man neu am Dienstag einkehren kann, sei mitunter den ehrenamtlichen Mitarbeitern zu verdanken.
«Einerseits haben wir gemerkt, dass am Dienstag immer wieder Kunden vor geschlossener Türe standen und der Bedarf nach erweiterten Öffnungszeiten wirklich da ist», sagt Irina Weber. «Andererseits wollte eine Bekannte unbedingt im Service mithelfen, allerdings hat sie immer nur dienstags Zeit.»
Neben Weber gibt es eine Handvoll Angestellte, doch die Zahl von Freiwilligen, die sich ohne Entgelt am Tagesgeschäft beteiligen, ist um ein Vielfaches höher. «Sei es im Service oder als Putzkraft – es melden sich immer wieder Personen, oft auch Kunden, die mithelfen wollen», sagt Weber. Sogar viele der Kuchen, die im Angebot sind, stammen von privaten Kuchenbäckerinnen, so wechsle das Angebot ständig.
Einer der Sprüche, der eingerahmt an der Wand hängt, ist ein Bibelpsalm. «Ein grosser Teil der Personen, die sich hier engagieren, überschneidet sich mit den Besuchern der Kirchgemeinde», sagt Thut. So auch bei ihm, der für die Feg in der Verwaltung arbeitet.
Seit der Eröffnung im Sommer 2019 ist das Kafi Feld eine Erfolgsgeschichte. Da der Pavillon etwas versteckt liegt, gibt es praktisch keine Laufkundschaft. Die Lage sei von dem her nicht ideal. Trotzdem habe sich innert kurzer Zeit eine stattliche Stammkundschaft gebildet. «Mittlerweile kommen die Kunden aus der ganzen Region, aus Uster, Pfäffikon oder Hinwil gezielt für einen Kaffee zu uns», sagt Irina Weber.
Persönlicher Kontakt im Zentrum
Ihr Erfolgsgeheimnis sehen die beiden in der familiären Atmosphäre und der Qualität ihrer Produkte. «Wir wollen kein anonymes Café sein. Der persönliche Kontakt ist uns wichtig.» Als Betriebsleiterin sei es ihr Ziel, bei jedem Kunden und jeder Kundin jeweils schnell am Tisch vorbeizuschauen.
Jedes Jahr finden im Sommer Konzerte auf dem Platz vor dem Kafi statt. «Da sind wir allerdings immer dem Wetter ausgeliefert. Mit dem zusätzlichen Platz im Pavillon können wir uns auch einige Indoor-Veranstaltungen überlegen wie etwa Lesungen», sagt sie.
Nun gilt es für das Team, sich noch weiter an die neuen Platzverhältnisse und Abläufe im grösseren Raum zu gewöhnen. «Übung beim Bedienen von vielen Personen gleichzeitig haben wir nach diesem schönen Sommer und Herbst, als man im Freien sitzen konnte, allemal.»
Das Kafi Feld an der Langfurrenstrasse 2 in Wetzikon ist jeweils von Dienstag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.kafi-feld.ch.
