Diese Scherben sind auch eine Chance
Das Gute vorneweg: Seit dem Beginn der Herbstferien ist die Zeit der Provisorien vorbei. Sechs Jahre nach der Abstimmung sind nun alle drei Schulhäuser in der Looren bezogen und in Betrieb. Doch abgeschlossen ist das Generationenprojekt nicht.
Nicht für die Bauarbeiter, die irgendwann noch den Loorensaal sanieren werden. Nicht für den Gemeinderat, der nach dem Bezirksratsurteilen schauen muss, wie die Sanierung der Fassade und der Haustechnik finanziert werden soll. Und auch nicht für das Volk, das in dieser Frage womöglich noch einmal Stellung nehmen muss.
Versäumnisse und Fehler beim Loorenprojekt
27.10.2022

Neue Abstimmung nötig
Uster hat Maur zurückgepfiffen und für seinen Umgang mit den millionenschweren Mehrkosten beim Lo Beitrag in Merkliste speichern Das Generationenprojekt hat seinen Namen nicht nur gesellschaftlich und finanziell – das teuerste Projekt der Gemeindegeschichte –, sondern auch politisch verdient. Seine Komplexität, die zu tief angesetzten Reserven und die ausufernden Kosten haben die Behörden an den Anschlag gebracht. Zumal in die Bauzeit auch noch eine Pandemie und der Beginn des Kriegs in der Ukraine fielen.
So ist der Maurmer Gemeinderat in eine Situation geraten, in der er nur noch reagierte, statt agierte. Die gravierenden Fehler vor der Abstimmung zum Bevölkerungsschutzgebäude, können damit zwar nicht erklärt werden. Doch auch sie zeugen von Überforderung.
Immerhin: Der Gemeinderat hatte die Zeichen der Zeit erkannt und sich vom Schema «Kredit einholen, bauen, Schlussabrechnung vorlegen» verabschiedet – allerdings reichlich spät. Sein gut gemeinter Versuch, alle Mehrkosten auf einen Wisch in eigener Kompetenz zu bewilligen, ist dank des Rekurses dreier Bürger gescheitert.
Die Scherben, die er jetzt zusammenwischen muss, bieten aber auch eine Chance. Eine Chance, die Praxis nachhaltig und auf Generationen hinaus zu ändern. Es braucht bei derlei Grossprojekten eine bessere Vorbereitung, mehr Sorgfalt, grössere Reserven – und vor allem Transparenz. Denn die Bürgerinnen und Bürger werden nun sehr genau hinschauen.
