Wenn sich die Sonne in einen angebissenen Keks verwandelt
Wenn Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen und der Mond seinen Schatten auf die Erde wirft, dann kann eine Sonnenfinsternis beobachtet werden. So auch am Dienstagmittag – und Petrus meinte es gut. Der Himmel war strahlend blau und erlaubte den Beobachtern einen klaren Blick auf das Geschehnis.
Zum gegebenen Anlass führte die Astronomische Gesellschaft Winterthur bei der Sternwarte Eschenberg eine öffentliche Sonderführung durch. Wie Markus Griesser, Leiter der Sternwarte, in einer Medienmitteilung schreibt, hätten daran « rund 30 begeisterte Gäste » teilgenommen.
« Mit Spezialbrillen und durch insgesamt drei optische Instrumente konnten die Gäste das Himmelspektakel live und gefahrlos mitverfolgen », heisst es in der Mitteilung .
Glühende Gase werden zu Polarlichtern
Besonders eindrücklich sei der Blick durch das Hauptteleskop gewesen, da nebst der Sonnenfinsternis auch mehrere Protuberanzen am unteren Sonnenrand sichtbar wurden. Protuberanzen sind glühende Gase, die von der Sonnenoberfläche in gigantischen Bögen in den Weltraum geschleudert werden.
« Diese gewaltigen Gasauswürfe sind auch für die so wunderbaren Polarlichter verantwortlich », erklärt der Experte . Diese seien dann aber vor allem im hohen Norden zu bewundern.
Nächste partielle Sonnenfinsternis 2025
Die « vom Mond kräftig angeknabberte Sonnenscheibe » konnte nicht nur durchs Teleskop, sondern auch durch ein schweres Fernglas bestaunt werden, das den Gästen mithilfe von Spezial-Filtern einen ungefährlichen Blick auf die Sonnenoberfläche ermöglichte.
« Leider müssen sich die lokalen Sternfreunde nun wieder etwas gedulden: Erst 2025 steht die nächste partielle Sonnenfinsternis auf dem Programm », schreibt Griesser weiter. Und zum Schluss, mit einem Augenzwinkern: « Wer zudem die nächste totale Sonnenfinsternis miterleben will, merke sich in seiner Agenda doch bitte schon jetzt den Morgen des 3. Septembers 2081 vor. »
(jeh)

