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Der Ironman-Champion mit den Schinkenbroten

Fast 20 Ironman hat Max Hochstrasser aus Fällanden in seinem Leben absolviert und jüngst den renommierten in Hawaii gewonnen. Der Senior pfeift auf Trainingspläne und schwört auf seine ungewöhnliche Sporternährung.

Max Hochstrasser in seinem Element. Auf Hawaii war der Ironman-Athlet auf dem Rad nicht zu bremsen., Nach über 14 Stunden beendete er den Gigathlon als erster in seiner Kategorie., Seine Frau war fast immer dabei, wenn der Fällander an einem Ironman antrat.

Fotos: PD

Der Ironman-Champion mit den Schinkenbroten

Max Hochstrasser ist mit Biberli und Schinkenbroten Triathlon-Weltmeister geworden. Der 75-Jährge Fällander hat aber nicht irgendeinen Wettkampf in seiner Altersklasse gewonnen, sondern den legendären Ironman Hawai i . Einigen Hobbysportlern geht schon beim herunterleiern der Distanzen die Puste aus: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und ein Marathonlauf über 42,2 Kilometer.

Hochstrasser ist längst mit diesen extremen Distanzen vertraut und teilt sich seine Verpflegung entsprechend ein. «Für 180 Kilometer velofahren brauche ich vier Schinkenbrote.» 

Biberli und kohlenhydratreiche Getränke liefern den Rest seines Energiebedarfs. «Verkäufer von Ergänzungsnahrung haben keine Freude an mir – dafür der Metzger und der Bäcker.» Von Ernährungsplänen hält er genauso wenig wie von Trainingsplänen.

«Ich schaue am Morgen aus dem Fenster, um nach dem Wetter zu sehen.» Regnet es, laufe oder schwimme er. Bei Sonnenschein steigt Hochstrasser meist aufs Velo. So trainiere er vier bis fünf Tage die Woche.

Chancenlose Konkurrenz

Beim Ironman Anfang Oktober ist Hochstrassers Methode voll aufgegangen. 14 Konkurrenten liess er mit einem Vorsprung von eineinhalb Stunden und mehr deutlich hinter sich. Gut 14 Stunden war er unterwegs.

«In meinen Anfangszeiten als Triathlet, war so ein Ironman furchtbar lang.»
Max  Hochstrasser

Seine stärkste Disziplin ist Radfahren. «Ich fuhr die Strecke, ohne in den roten Bereich zu geraten.» Um 16 Uhr Ortszeit stand als letzte Etappe die Laufstrecke an – eine Gluthitze sei es gewesen. «Durchgehend zu rennen, war mir nicht möglich – dazwischen lief ich immer wieder. Ab Streckenhälfte musst e man mental stark sein.»

Ein Mann mit Sportkleidung rennt auf einer Strasse.

Für solche Strapazen musste Hochstrasser, der neben den 19 Ironman in seinem Leben an vielen anderen weniger intensiven Triathlons teilgenommen hat, aber erst geschaffen werden, oder «reinwachsen», wie er sagt. «In meinen Anfangszeiten als Triathlet, war so ein Ironman furchtbar lang.» Doch dann habe ihm ein Vergleich geholfen, diese mentale Barriere zu durchbrechen: «Ich stelle mir die Herausforderung als Arbeitstag vor. Von meiner Maurerlehre bin ich es gewohnt, auch mal 14 Stunden am Tag zu arbeiten.»

Viel Arbeit ist auch heute noch dabei. Zwar verzichtet er auf einen Trainingsplan, doch seine sportlichen Leistungen erfasst er sorgfältig im Computer. Hochstrasser nennt es seine «Trainingsbuchhaltung». Der Saldo fürs Jahr 2022 zeigt momentan 136 Kilometer Schwimmen, 5324 Kilometer Radfahren, 900 Kilometer Laufen. Dazu noch 25 Stunden auf dem Fahrradergometer zu Hause.

«Ich schloss in dieser Zeit 14 Ironman ab, allerdings klassierte ich mich immer im hinteren Bereich der Rangliste.»
Max  Hochstrasser

Auf eine ganz andere Zahl ist er aber besonders stolz: 50 Jahre verheiratet mit seiner Frau. «Sie hat mich immer unterstützt.» Sie habe ihn an 18 von 19 Ironman-Wettkämpfen begleitet, nur einmal konnte sie krankheitshalber nicht mitkommen.

Extremsport trotz Herzfehler

Doch aus gesundheitlichen Gründen musste Hochstrasser jahrelang untendurch. Erst nach zahlreichen Untersuchungen hat ein Arzt bei ihm einen Herzfehler entdeckt, der ihn sportlich beeinträchtigt und ihn immer wieder zurückgeworfen hat. «Ich schloss in dieser Zeit 14 Ironman ab, allerdings klassierte ich mich immer im hinteren Bereich der Rangliste.»

Erst 2017 wurde der Herzfehler durch einen operativen Eingriff beseitigt , 32 Jahre nach seiner ersten Ironman-Teilnahme. Nach der Operation habe er sich markant steigern können, bis zum Höhepunkt in Hawai i .

Und dabei bleibt es wohl auch. Hochstrasser will an keinem Ironman mehr teilnehmen. «Es war die Krönung meiner langen Hobby-Triathlon-Karriere.» Seine Tochter , die beiden Söhne und seine Frau hätten schon lange gefragt, wie lange er das noch mitmachen wolle.

Nun will er seine Zeit gemeinsam mit seiner Frau auf dem Velo verbringen. Sie auf dem E-Bike und er auf seinem Gravel- Rennrad. Von seiner Zeit als Extremsportler bleibt ihm lediglich die Wettkampfernährung. «Schinkenbrote und Biberli schmecken mir immer noch und bleiben meine wichtigsten Energielieferanten.»

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