Wenn die Souffleuse auch Zuhause dazwischenruft
Die Theatergruppe Kindhausen führt am 4. November das Stück «Pension am Limit» zum ersten Mal auf. Anteil am Gelingen des Stücks haben auch die vier Mitglieder der Familie Zwald, die sich kurz vor der Probe im Parkhotel Wallberg in Volketswil eingefunden haben.
Das Ehepaar Corinne und Markus, Sohn Yannick und dessen Cousin Pascal. «Ein Filz besteht deswegen in der Theatergruppe nicht», sagt Corinne Zwald. Sie ist Vereinspräsidentin und war lange Zeit Souffleuse.
Als solche war es ihre Aufgabe, möglichst unbemerkt vom Publikum dazwischenzurufen, wenn ein Schauspieler auf der Bühne den Text vergisst. Oder wie es die dreifache Mutter ausdrückt: «Es soll mich derjenige verstehen, den es angeht.» Ehemann Markus Zwald bestätigt: «Funktioniert auch Zuhause.»
Er kümmerst sich um den Aufbau des Bühnenbildes und betreut die Theaterbar fürs Publikum. «Ich sorge dafür, dass niemand einen trockenen Hals bekommt.» Mit dem Schauspielern hat es der 56-Jährige nicht so. «Schauspieler im mittleren Alter hat es bei uns genug.»
Sohn spielt Sohn
Für Sohn Yanick Zwald sind mit seinen 21 Jahren jüngere Rollen auf der Bühne vorgesehen. «Ich spiele auch im aktuellen Stück den Sohn.» Sein Cousin ist nur ein Jahr älter, muss sich aber in mehrere Kostüme werfen.
Er spielt Detektiv, Doktor, Wanderer, Elektromonteur und Kellner. Die beiden bringen mit ihrem gleichaltrigen Freundeskreis auch ein jüngeres Publikum in die Zuschauerränge.
«Alkohol und Bühnenauftritt vertragen sich nicht.»
Thommy Stählin, Schauspieler Theater Kindhausen
Während andere Vereine Nachwuchssorgen plagen, bleibt die Theatergruppe Kindhausen laut Corinne Zwald davon verschont. «Wir haben drei Junge auf der Bühne.» Und auch im Hintergrund würden junge Leute fürs Theater arbeiten.
Auf die kommenden Aufführungen freuen sich nicht nur alle Zwald, auch Thommy Stählin, einer der erfahrensten Schauspieler der Truppe, ist voll dabei. «Die Nervosität schraubt sich bei mir mehr und mehr hoch.»
Während der ein oder andere Laienschauspieler seinem Lampenfieber auch mal mit einem Schluck Alkohol entgegenwirkt, verzichten er und seine Kollegen darauf. «Alkohol und Bühnenauftritt vertragen sich nicht. Wir schwören uns vor dem Auftritt mit einer Motivationsansprache im Kreis ein, wie ein Fussballteam.»
Komödie in drei Akten
«Pension am Limit» ist ein humoristisches Stück in drei Akten. Die Theatergruppe Kindhausen führt die Premiere dazu am Freitag, 4. November, um 20 Uhr im Parkhotel Wallberg in Volketswil auf. Informationen zu weiteren Aufführungen und Tickts sind unter www.theater-kindhausen.ch zu finden.
