Hinter dem «Molly Malone» in Wetzikon erlischt ein Kandelaber, dann ein weiterer und noch einer, bis die Strasse hinter dem Pub in der Nacht verschwindet.
Es ist Freitag, 14. Oktober, 23 Uhr. Um Energie zu sparen, schaltet die Stadt Wetzikon die Beleuchtung auf den Gemeindestrassen neu um diese Uhrzeit ab – statt wie anhin um 1 Uhr. Den Nachtschwärmern fällt die frühere Dunkelheit zunächst nicht auf, wie es scheint. Die grellen Lichter des Pubs und die nicht abgeschaltete Beleuchtung der Kantonsstrasse lenken von der Schwärze ringsum ab.
Handy als Taschenlampe
Umgeben von anderen Menschen, angeregt von Musik, Alkohol und dem Geruch frittierter Kartoffeln, denkt wohl kaum jemand an die Energiekrise und die befürchtete Stromknappheit im Winter, die die Stadt zu dieser Massnahme bewogen haben.
Seraina und Larissa, die das Pub nach 23 Uhr verlassen, blicken nun, da sie sich von dem Trubel und den Lichtern der Bar entfernt haben, doch etwas skeptisch die Strasse hinunter, die sie für gewöhnlich auf dem Nachhauseweg nehmen.

