So will Wetzikon die Stadt grüner machen
Öffentlich zugängliche Gewässerläufe, Grünanlagen und Parks sind für Spaziergänge, Mittagspausen, Sport und Spiel attraktiv und verschönern das Stadtbild. Grosse Bäume sorgen an heissen Tagen für Schatten, angenehme Temperaturen und filtern den Feinstaub aus der Luft. Und auch Insekten, Vögel und weitere Tiere profitieren von vielfältigen Grünräumen, zahlreichen Bäumen und naturnahen Hecken.
Wetzikon verfüge bereits über «ausserordentlich schöne Naherholungsgebiete». Im Siedlungsgebiet standen die Grünflächen in den letzten Jahrzehnten aber unter Druck, wie es in einer Medienmitteilung der Stadt heisst.
Durch die starke bauliche Entwicklung hat Wetzikon mittlerweile 26’000 Einwohnerinnen und Einwohner und viele Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Bessere Nutzung der Grünflächen
Um die verbleibenden Grünflächen «qualitätsvoll» weiterzuentwickeln, hat die Stadt Wetzikon deshalb ein Grünraumkonzept erarbeitet, welches jetzt vom Stadtrat genehmigt wurde.
Es wurde stadtintern mit Unterstützung eines externen Fachbüros erarbeitet, unter anderem auch mit ausführlichen Begehungen und zwei Vernehmlassungsrunden in den Verwaltungsabteilungen und der Umweltkommission. Aufgebaut ist es auf den vorhandenen Grundlagen wie dem Räumlichen Entwicklungskonzept REK (2010) und dem Kommunalen Richtplan (2013).
Das Grünraumkonzept zeigt auf, wie attraktive Grünräume geschaffen sowie bestehende Grünanlagen aufgewertet und für die Bevölkerung besser nutzbar gemacht werden können.
Mehr schattenspendende Bäume
Die Stadt will in öffentlichen Anlagen Grünflächen aufwerten und so den Erholungswert im städtischen Gebiet für die Bevölkerung und die Beschäftigten erhöhen.
Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Pflanzung von schattenspendenden Bäumen gelegt, insbesondere in Gebieten, die heute noch wenig Bäume haben. Dadurch soll der Effekt von Hitzeinseln reduziert werden.
So führt der zuständige Stadtrat Heinrich Vettiger (SVP), Ressortvorsteher Tiefbau, Umwelt und Energie aus, dass die Stadt nächstes Jahr an der äusseren Eggstrasse eine Allee errichten wolle.
Die weiteren Ziele des Konzepts bestehen in der Förderung der Biodiversität und durch die geschickte Anordnung von Bauten eine bessere Zirkulation von Kaltluftströmen im Stadtgebiet zu erreichen.
Private mit ins Boot holen
Eines der grossen Probleme besteht allerdings darin, dass sich 85 Prozent der Grünflächen auf städtischem Gebiet in privatem Besitz befinden. Aus diesem Grund zeigt das Grünraumkonzept auch auf, was Hauseigentümer zu einer qualitätsvollen Entwicklung ihrer Grundstücke beitragen können.
Gleichzeitig gehe es darum, finanzielle Anreize für Private zu schaffen, ist doch das Grünraumkonzept für sie nicht verpflichtend. Die Kosten hierfür belaufen sich gemäss einer Schätzung, die dem Stadtratsbeschluss zu entnehmen ist, auf jährlich 40’000 Franken.
Die Stadt wolle die Eigentümer motivieren, im eigenen Garten für vielfältiges Grün zu sorgen und gehe auf den eigenen städtischen Flächen Schritt für Schritt mit gutem Beispiel voran.
Versickerungsfähige Flächen, einheimische Bäume und Gehölze sowie begrünte Dächer würden wichtige Beiträge für eine an das Klima angepasste Stadtentwicklung, einen ausgeglichenen Wasserhaushalt und mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen leisten.
Finanzielle Mehrkosten
Die Umsetzung der Massnahmen soll gemäss Beschluss so bald als möglich auf städtischen Flächen angegangen werden. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel werden in die jährlichen Budgets eingestellt.
Die teuersten Massnahmen sind gemäss der Planung:
- Aufbau Grünflächenmanagement: 80’000 Franken
- Schaffung neuer öffentlicher Freiräume wie Parkanlagen: mehr als 100’000 Franken
- Begrünung von Strassenzügen und Plätzen: mehr als 100’000 Franken.
Allerdings handelt es sich hierbei um einmalige Mehrkosten. Teuerste Massnahme mit jährlichen Mehrkosten von mehr als geschätzten 100’000 Franken ist die Pflege und Entwicklung des Baumbestands.
Im Budget für das nächste Jahr sind 10’000 Franken eingestellt, um aus mehreren Rasenflächen, vor allem bei Schulhäusern, Blumenwiesen zu errichten, wie Heinrich Vettiger sagt. Des Weiteren sei in Planung, gemeinsam mit der SBB einen sogenannten Vernetzungskorridor für Tiere zwischen der Binzacker- und Usterstrasse zu erstellen.
