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Das sind die geplanten Neubauten in Kollbrunn

Gleich mehrere Investoren planen grosse Neubauprojekte im Zeller Gemeindeteil Kollbrunn. Wo sie bauen wollen und weshalb es dafür derzeit noch Geduld braucht.

Diverse Unternehmen haben in Kollbrunn Grosses vor: Unter anderem beim Metzgerareal (l.) und auf dem alten Spinnerei-Gelände. , Neben der Spinnerei will die Swiss Property AG das Areal in ein neues Quartier verwandeln. (Archivbild), Beim Metzgerareal sind 100 bis 120 Wohnungen geplant. Das Projekt ist derzeit aber sistiert. (Archivbild), Auf der «Auen»-Parzelle dürfte gebaut werden - wäre da nicht eine hängige Einsprache. (Archivbild), Fertiggestellt und seit Kurzem bezogen sind hingegen die altersgerechten Wohnungen unweit vom Bahnhof. (Archivbild)

Foto: Rolf Hug

Das sind die geplanten Neubauten in Kollbrunn

Wer sich in Zell bewegt, erkennt unschwer: Die Winterthurer Agglomerationsgemeinde wächst rasant. Wo noch nicht gebaut wird, ragen Visiere in die Höhe oder es wird im Hintergrund an Neubauprojekten gewerkelt.

Am deutlichsten fällt der Bau-Boom im Gemeindeteil Kollbrunn auf. Erst kürzlich sind dort, unmittelbar beim Bahnhof, zwei Wohnhäuser mit altersgerechten Wohnungen und Pflegezimmern entstanden. Im September konnten sie bezogen werden.

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Deutlich umfangreicher ist das Projekt Spinnerei Kollbrunn. In der denkmalgeschützten alten Spinnerei realisiert die Immobiliengesellschaft Swiss Property AG 35 Loft-Eigentumswohnungen.

Neues Quartier geplant

Das Konzept scheint auf Interesse zu stossen: Über die Hälfte der Wohnungen, die als «Lofts am Wasser» angepriesen werden, ist bereits reserviert. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Verkaufserfolg», schreibt Jasmin zu Sayn-Wittgenstein, Marketingleiterin bei Swiss Property, auf Anfrage.

Aktuell befindet sich das Spinnereigebäude im Rohbau. Dieser soll laut der Bauherrin bis Ende Jahr abgeschlossen sein, bevor der Innenausbau erfolgt. Die Schlüsselübergaben sind auf Ende 2023 geplant.

«Die Revision ist ein langwieriger und komplizierter Prozess.»
Patricia Heuberger (SP), Vorsteherin Planungs- und Baukommission Zell

Das Hauptgebäude, in dem nun Lofts entstehen, ist indes nur die erste Etappe einer grossen Arealentwicklung. Die Swiss Property AG hat nämlich das gesamte ehemalige Spinnerei-Areal erworben.

Auf einer Fläche von rund dreieinhalb Fussballfeldern soll unter dem Namen «Neue Spinnerei» schrittweise ein neues Quartier mit Gewerbe und Wohnungen entstehen. Hierfür will die Eigentümerin in Abstimmung mit der Gemeinde Zell einen neuen Gestaltungsplan ausarbeiten.

Eine langwierige Revision

Das Ziel sei, einen erheblichen Mehrwert für die Bevölkerung zu generieren und Wertschöpfung im Dorf zu erhalten, schreibt zu Sayn-Wittgenstein weiter.

Allerdings gilt das Areal rund um die Spinnerei aktuell als Industriezone. Daher wäre eine Umzonung nötig, um die Pläne eines neuen Quartiers zu realisieren.

«Im Moment ist das Projekt Metzgerareal sistiert.»
Melina Cerfeda, Cerfeda Architekten AG

Bis eine solche möglich ist, dürften noch einige Jahre verstreichen, zumal die Gemeinde Zell mitten in der Gesamtrevision der Bau- und Zonenordnung steckt. In dieser ist eine allfällige Umzonung beim Spinnerei-Areal jedoch noch nicht berücksichtigt.

Beispiel einer Loft-Dachwohnung in der Spinnerei Kollbrunn.

Die revidierte Bau- und Zonenordnung hätte eigentlich bereits bis Ende 2020 abgesegnet werden sollen. «Die Revision ist ein langwieriger und komplizierter Prozess», sagt Patricia Heuberger (SP), Vorsteherin der Zeller Planungs- und Baukommission.

Metzgerareal bleibt vorerst unbebaut

Die Pandemie und der Personalmangel bei den kantonalen Behörden hätten die Zusammenarbeit zusätzlich verzögert. Derzeit warte man auf den Abschluss der zweiten Vorprüfung des Kantons.

Erst nach deren Abschluss kann der Gemeinderat die neue Bau- und Zonenordnung öffentlich auflegen und Einwände der Grundeigentümer berücksichtigen.

«Je nachdem, welche raumplanerischen Entscheide getroffen werden, rollen wird das Projekt neu auf.»
Melina Cerfeda

Die Revision ist auch der Grund, weshalb beim Metzgerareal, unweit des Bahnhofs, noch keine Bagger aufgefahren sind. Auf dem Areal plant das Winterthurer Architekturbüro Cerfeda eine Siedlung mit 100 bis 120 Wohnungen nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft.

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein energiepolitisches Konzept, das in den 90er-Jahren an der ETH Zürich entstanden ist.  Ziel ist, den Bedarf an Primärenergie bis ins Jahr 2050 auf 2000 Watt pro Kopf und Jahr zu begrenzen. Im Jahr 2019 lag dieser bei 4400 Watt pro Kopf. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Gebäude möglichst energieeffizient geplant werden. (nos)

 

Bis zu sechs Geschosse sind hier vorgesehen. Die aktuelle Zone erlaubt allerdings nur dreistöckige Gebäude. «Im Moment ist das Projekt sistiert», schreibt Architektin Melina Cerfeda auf Anfrage.

Je nachdem, welche raumplanerischen Entscheide getroffen würden, rolle man das Projekt wieder neu auf, erklärt sie weiter. Daher sei noch nicht klar, wann ein Baustart erfolgen könnte.

WWF blockiert Auen-Projekt

Anders ist die Ausganglage dagegen im Gebiet «In den Auen» zwischen Brunnenweiden- und Tösstalstrasse in Kollbrunn. Dort stehen bereits seit rund einem Jahr Visiere. Das Immobilienunternehmen Leemann & Bretscher plant auf der knapp 15’000 Quadratmeter grossen Fläche rund 50 Wohnungen und Gewerbeflächen.

«Entscheidend ist wohl, dass wir noch vergleichsweise viel freies Bauland haben.»
Patricia Heuberger

«Die Baubewilligung für das Projekt ist erteilt, allerdings ist noch eine Einsprache hängig», sagt Gemeinderätin Heuberger. Sie stammt vom WWF Zürich.

Dieser war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch bei der Bauherrschaft wollte sich niemand zur Einsprache äussern. Man befinde sich in einem laufenden Verfahren.

Beliebt dank Bauland

Die rege Bautätigkeit zeigt: Die Gemeinde Zell erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Für Neuzuzüger ebenso wie für Investoren. «Ich bin selbst erstaunt über das schnelle Wachstum», sagt Patricia Heuberger.

Die gute Erschliessung und die Nähe zur Stadt Winterthur dürften eine Rolle spielen. «Entscheidend ist aber wohl, dass wir noch vergleichsweise viel freies Bauland haben», ist die Gemeinderätin überzeugt. Andere Gemeinden müssten hingegen stärker über verdichtetes Bauen wachsen, was komplizierter sei.

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