Das Grösste kommt zum Schluss
Die weitläufigen Gewächshäuser im Hochbord-Quartier wirken wie aus der Zeit gefallen. Umringt von Gewerbebauten und in die Höhe schiessender Wohnhäuser, stellen sie ein Fenster in die Vergangenheit dar, als hier noch Geld mit Ackerbau verdient wurde und nicht mit Immobilien.
Doch nun soll dieses letzte (wenn man von einigen kleineren Flecken absieht) und auch mit Abstand grösste Grundstück im Boom-Quartier überbaut werden. Zur Veranschaulichung: Die Parzelle ist mit ihren 32’000 Quadratmetern ein Drittel grösser als das Wohnland oder das Areal, auf dem aktuell die Hochhaussiedlung Three Point hochgezogen wird; das Stadthaus mitsamt Vorplatz würde zwölf Mal auf die Fläche passen.
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Noch besteht kein konkretes Bauprojekt, aber der aktuell aufliegende Gestaltungsplan respektive das darin enthaltene Richtprojekt zeigen schon recht detailliert auf, wohin die Reise gehen soll.
Geplant ist eine vierstöckige Blockrandbebauung, die von drei 92,7 Meter hohen, schlanken Hochhäusern überragt wird und insgesamt Platz für mehr als 400 Wohnungen hat. Die maximal erlaubte Gebäudehöhe an diesem Ort beträgt 102 Meter.
Die Gewerbenutzung soll 20 Prozent der zulässigen Baumasse betragen. Die Fläche ist für stilles Gewerbe ausgelegt, also etwa Büro- oder Dienstleistungsbetriebe. Ein Supermarkt oder ähnliches sei nicht vorgesehen, sagt Reto Lorenzi, der Leiter der Dübendorfer Stadtplanung.
150 neue Bäume
Das Herzstück des Projekts aber ist der Park innerhalb des Wohngürtels. So gab es für die Landschaftsarchitektur und Freiraumgestaltung ein Studienauftragsverfahren mit einem national und international zusammengesetzten Teilnehmerfeld.
Weiterverfolgt wird der Projektvorschlag der Zürcher Landschaftsarchitektin Carola Antón, die gemäss Beschrieb einen «flexiblen und offenen Begegnungsraum» schaffen will. Eine wichtige Rolle spielen dabei die 150 Bäume, die im Hof und entlang der öffentlichen Strassen vorgesehen sind.
Eine Rasenanlage ist ebenso geplant wie ein «Gewächshaus» für verschiedene Nutzungen. Teil des Vorschlags sind auch Teiche, die über offene Rinnen mit Regenwasser von den Dächern gespeist werden.
Nur ein bisschen öffentlich
Gemäss Nutzungsplanung ist ein öffentlicher Durchgang auf der Anlage vorgeschrieben. Und auch der Park soll grundsätzlich öffentlich sein, was gemäss Lorenzi ein Entgegenkommen seitens der Bauherrschaft darstellt.
«Der Park ist als ruhiger Rückzugsort konzipiert, und nicht zum Party machen», sagt der Leiter der Stadtplanung. So habe er trotz der sieben Durchlässe in der Blockrandbebauung nicht den gleichen öffentlichen Charakter wie die Anlage, die bei der Hochhausüberbauung Three Point entsteht.
Bis wann das Projekt realisiert wird, ist aufgrund des frühen Planungsstands schwer zu sagen. Der Gestaltungsplan liegt noch bis Ende Oktober auf, bis er rechtskräftig ist, kann es laut Lorenzi noch bis zu eineinhalb Jahre dauern. Die zeitliche Umsetzung hänge auch davon ab, wie die Auslagerung des bestehenden Gemüseanbaus vonstattengehe. Lorenzi: «Es wird wohl eine Etappierung geben.»
