Testcenter zwischen Kasernen wird verlegt
Es ist ein unscheinbarer Bau, der da in der Ecke von Rotbuchstrasse und dem Unterried steht. Doch das Innere des Lehrgebäudes, das zwischen der Offiziers- und der Theodor-Real-Kaserne liegt, ist klassifiziert, sprich nur für die Augen von wenigen bestimmt.
Platz für Netzwerkspezialisten
Im Gebäude untergebracht ist die Test-, Trainings- und Integrationsumgebung für das Führungsnetz Schweiz. Diese Umgebung wird laut Mirco Baumann vom Armeestab insbesondere bei Konfigurationsanpassungen von Führungssystemen durch Netzwerkspezialisten benötigt.
So kompliziert der Name ist, so komplex ist auch das ganze System. Deshalb ist auch mit dem Stationierungskonzept für die Weiterentwicklung der Armee (WEA) festgehalten worden, dass die komplette Führungsunterstützung und deren Systeme auf dem Waffenplatz Frauenfeld zusammengeführt werden sollen.
Verlegung im 2025
Im jüngsten Beschaffungskonzept der Armee hat diese Verlegung nun auch einen Datumsstempel erhalten. 2025 wird die ganze Infrastruktur und mit dieser die Arbeits- und Trainingsplätze in den Thurgau verlegt.
Was mit dem 1968 erstellten Gebäude geschehen soll, ist laut Baumann noch offen. So würden jedenfalls unterschiedliche Varianten geprüft. Auf die künftige Nutzung des Waffenplatzes habe das aber keinen präjudizierenden Einfluss.
Heute ist auf dem Waffenplatz Dübendorf das Luftwaffen-Trainingskommando 82 daheim. Dieses stellt die Grundausbildung der Kader und Mannschaften der Luftwaffen-Nachrichtenformationen sicher. Diese werden etwa als Fachleute für die Nachrichtenbeschaffung und -auswertung, die elektronische Luftaufklärung, den Radar, den Wetterdienst oder auch für die Führungsunterstützung der Luftwaffe benötigt.
Planung wird überprüft
Chef ist Oberst im Generalstab Thomas Ineichen. Unter seinem Kommando werden jährlich zwei Rekruten-, zwei Unteroffiziersschulen sowie technische Lehrgänge durchgeführt.
Wie lange das noch so fortgesetzt werden soll, ist unklar. So sollte die Bedeutung des Waffenplatzes, dessen Hauptgebäude nahe beim Flugplatz liegen, eigentlich abnehmen. «Das Stationierungskonzept WEA sieht vor, den Waffenplatz Dübendorf längerfristig und schrittweise im Umfang zu reduzieren. Dabei sollen die alten und unterhaltsintensiven Teile aufgegeben werden», erklärt Baumann.
Doch da nun die modernsten Kampfjets, die F-35, dazu die Flugabwehrsysteme Patriot sowie neue Cybermittel beschafft werden können, gehen die Planer nochmals über die Bücher. Schliesslich braucht die Ausbildung an diesen neuen Systemen viel Platz. Gleich mehrere Waffenplätze sind davon betroffen. «Deshalb sind Aussagen über die künftige Nutzung des Waffenplatz Dübendorf aktuell noch nicht möglich», hält Baumann fest.
Luftwaffenbasis bleibt
Was den Flugplatz Dübendorf angeht, so wird dieser hauptsächlich durch die Entwicklung des Innovationsparks sowie die zivile Nutzung des Flugfelds beeinflusst. Sicher ist, dass dort aber eine Bundesbasis zugunsten der Luftwaffe verbleiben soll. Genutzt wird diese in erster Linie von Helikoptern.
