Neue Therapie gegen chronische Bronchitis
Zum ersten Mal wurde bei einer 63-jährigen Patientin im Spital Uster ein neuartiges Verfahren zur Behandlung von chronischer Bronchitis angewendet. Das schreibt das Spital Uster in einer Medienmitteilung.
Ende Juli führte PD Dr. med. Daniel Franzen, Leiter des Departements Medizinische Disziplinen und Co-Chefarzt Pneumologie am Spital Uster, eine sogenannte Rheoplastie bei einer 63-jährigen Patientin durch.
Dabei handelt es sich um ein endoskopisches Verfahren im Zuge einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie), das die meist schwierig zu behandelnden Symptome der chronischen Bronchitis deutlich verbessert.
Mit Hilfe eines Katheters wird dabei die krankhafte Schleimhaut der Atemwege entfernt. Die Zellen regenerieren sich wieder und produzieren weniger Schleim.
Lebensqualität deutlich verbessert
Bei chronischer Bronchitis produzieren die Atemwege überschüssigen Schleim, was zu chronischem Husten und Kurzatmigkeit führt. Die Lebensqualität der Betroffenen ist stark beeinträchtigt. Wenn bereits eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) diagnostiziert wurde, dann ist eine Inhalationstherapie die Basis der medikamentösen Behandlung.
«Bei vielen Patientinnen und Patienten stösst das Inhalieren an Grenzen. Husten und Atemnot bessern sich kaum. Diesen Betroffenen kann die bronchiale Rheoplastie helfen», lässt sich PD Dr. med. Daniel Franzen in der Medienmitteilung zitieren.
Bei der von ihm behandelten Patientin reduzierte sich die Schleimproduktion bereits nach der ersten Behandlung. Nach der zweiten Anwendung, rund vier Wochen später, habe sie sich deutlich besser gefühlt und das Atmen sei ihr leichter gefallen. «Die endgültige Wirkung der Behandlung ist vier Monate nach dem Eingriff zu erwarten», heisst es seitens Spital weiter.
An der internationalen ATS Konferenz in San Francisco im Mai dieses Jahres wurde eine 2-jährige Studie vorgestellt. Aus dieser geht hervor, dass sich die Lebensqualität von Betroffenen nach einer Rheoplastie massiv verbessert und sich die COPD-Krankheitsschübe (Exazerbationsraten) um 18 Prozent senken lassen.
Im Spital Uster kam das vielversprechende Verfahren erstmals in einem nicht-universitärem Spital zum Einsatz. Bislang wurde die Rheoplastie schweizweit erst in den beiden Universitätsspitälern Zürich und Basel angewendet.

