Frauchigers feiern Baustart für neuen Hof
So erlebten die Frauchigers den Spatenstich auf dem Unteren Wolfsberg. (Handyvideo: Noah Salvetti / Schnitt: Paulo Pereira)
Mehr als zweieinhalb Jahre ist es her, seit ein Grossbrand den Unteren Wolfsberg in Flammen hüllte. Das Feuer zerstörte nahezu den gesamten Weiler oberhalb von Bauma. Die Nachricht vom Brand schlug in der ganzen Schweiz hohe Wellen – Tösstal und Oberland inklusive.
Man wolle vorwärts machen und den Hof und das Wohnhaus möglichst schnell wiederaufbauen, hiess es damals. Doch Projektänderungen, zusätzliche Kosten und Abklärungen verzögerten den Baustart.
Feuer vernichtet kompletten Weiler
10.02.2020

Unterer Wolfsberg
Am Montagmorgen kommt es zu einer Tragödie: Innert weniger Stunden brennen fünf benachbarte Häuse Beitrag in Merkliste speichern Dass die Planänderungen das Projekt zurückwerfen würden, liege in der Natur der Sache, sagt Gemeinderätin Heidi Weiss (EVP), Vorsteherin des Baumer Hochbauressorts. «Die neuen Pläne müssen wieder von der Gemeinde geprüft werden und auch der Kanton ist involviert.» All das brauche Zeit.
«Es fühlt sich surreal an»
Am Montag schliesslich war es soweit: Die Bagger fuhren am Unteren Wolfsberg auf, der Baubeginn wurde gefeiert. «Den Spatenstich überlassen wir Aschi», verkündete Remo Frauchiger, bevor er seinem Sohn die Schaufel übergab.
Ein Moment, auf den die Bauherrschaft sehnlichst gewartet hat. «Es fühlt sich surreal an, dass es endlich losgeht. Realisiert habe ich es erst so richtig, als ich den Bagger gesehen habe», sagt Christina Frauchiger .
«Wir hatten Glück, dass wir so ein hilfsbereites Umfeld haben.»
Christina Frauchiger
Auch Freunde und Angehörige der Familie sind extra angereist, um den Baubeginn zu feiern. «Wir haben lange auf diesen Tag hin gefiebert. Umso schöner, dass der Schalter jetzt umgelegt wird und die Arbeiten endlich starten», freut sich Markus Plüss, Vater von Christina Frauchiger.
Der Brand nahm Frauchigers nicht nur die Grundlage für ihren Landwirtschaftsbetrieb, sondern auch ihr Zuhause. Die Tiere kamen in der Übergangszeit bei verschiedenen Höfen unter, das Paar selbst bei der Schwester von Remo Frauchiger. «Wir hatten Glück, dass wir so ein hilfsbereites Umfeld haben», betont Christina Frauchiger.
Seit Januar hat sich die junge Familie wieder auf dem Wolfsberg eingerichtet – wenn auch nur provisorisch. «Vom normalen Alltag sind wir noch weit entfernt», sagt Remo Frauchiger. Voraussichtlich kommenden Frühling soll der neue Stall fertiggestellt werden. Anschliessend folgt der Bau des Wohnhauses.
Ungeahnte Solidarität
Das Kapital für den Neubau stammt von Direktzahlungen, der Gebäudeversicherung und Spenden. Nach dem Brand hatte die Gemeinde Bauma ein Spendenkonto für die Familie Frauchiger eröffnet und es wurde ein Spendenreglement erarbeitet.
Rund eine Million Franken kamen zusammen. «Die Solidarität war noch grösser als erwartet. Und es gehen noch immer vereinzelt Beiträge ein», sagt Heidi Weiss.
Auch wenn es noch etwas Geduld braucht: Erstmals seit zwei Jahren ist die endgültige Rückkehr auf den Unteren Wolfsberg in Sichtweite. Und damit ein Stück Normalität für R emo und Christina Frauchiger.
