Für die linken Ustermer Parteien ist die Zeit reif für Tempo 30 in den Quartieren der Stadt. An der Gemeinderatssitzung vom Montagabend erinnerte jedoch auch die SP daran, dass es noch nicht so lange her ist, als das Stimmvolk von Uster dies ganz anders sah und die Forderung nach einer Temporeduktion 2009 an der Urne deutlich ablehnte.
Gemeinderat Markus Wanner (SP) sagte aber bei der Diskussion zum Postulat «Mehr Tempo 30-Zonen in Wohnquartieren»: «Heute wäre das nicht mehr vorstellbar.» So hätten mittlerweile in 17 Quartieren Bewohnerinnen und Bewohner die Initiative ergriffen, Tempo 30 einzuführen.
Auch der Stadtrat unterstützt den Vorstoss vonseiten der GLP/EVP-Fraktion. FDP-Gemeinderat Matthias Bickel sah hingegen mit dieser Haltung den Volkswillen verletzt. «Die aktuelle Bewilligungspraxis bezüglich Tempo 30 geht auf einen Volksentscheid und einen vernünftigen Entschluss des damaligen Stadtrates zurück. Es kann nicht sein, dass der Stadtrat aus eigenem Gusto einfach die gängige Praxis aufweicht.»
Stadtrat Stefan Feldmann (SP) gab zu Bedenken, dass die Regierung könne selbstverständlich einen eigenen Entscheid auch wieder abändern, ergänzen oder aufheben.

