Dass sich Monika Schmid, die kämpferische Leiterin der katholischen Kirchgemeinde Illnau-Effretikon, heimlich, still und leise in die Pensionierung verabschieden würde, war nicht zu erwarten gewesen. Wie sich zeigt, kam es vielmehr zum sprichwörtlichen Paukenschlag.
Das Bistum Chur eröffnet eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, wie es am Freitag mitgeteilt hat. Es geht um die Ereignisse im Zusammenhang mit der Pensionierung von Monika Schmid. In der knappen Mitteilung ist von «liturgischem Missbrauch» die Rede. Die Voruntersuchung soll klären, ob das Bistum Chur den Missbrauch selber beurteilen soll oder ob die Sache direkt am päpstlichen Stuhl in Rom behandelt wird.
Bischof muss aktiv werden
Konkret geht es darum, dass Monika Schmid bei ihrem Abschiedsgottesdienst die Eucharistiefeier gehalten haben soll. Diese Handlung ist ausschliesslich den Priestern vorbehalten. Als Frau hat Schmid dabei nach katholischer Lehre nichts verloren.
Erhält das Bistum Kenntnis von solchem Tun, muss es aktiv werden, wie Nicole Büchel, Kommunikationsverantwortliche des Bistums Chur, auf Anfrage erklärt. Es handelt sich in die weltliche Sprache übersetzt quasi um ein Offizialdelikt, das von Amtes wegen verfolgt werden muss. Weitere Aussagen zum konkreten Fall könne sie nicht machen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle.

