Stadt Uster will Veloverkehr verstärkt fördern
Anfang September sollen noch mehr Strassen in Uster mit 1,5 Meter breiten Velostreifen ausgestattet werden.Die Stadt Uster will herausfinden, ob sich der Veloverkehr mit dieser vergleichsweise einfachen Massnahme auch auf den neuen Abschnitten fördern lässt. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Stadt hervor.
Verlaufen die Tests erfolgreich, sollen die Strassen definitiv mit den Velostreifen markiert werden. Vier Strassen in Uster, die Bankstrasse, die Haberweidstrasse, die südliche Gschwaderstrasse und die Wagerenstrasse, sollen versuchsweise auf beiden Seiten je 1,5 Meter breite Velostreifen erhalten.
Dies, obwohl ihre Breite nicht ganz den geltenden Vorgaben genügt. «Die Velostreifen verschaffen dem Veloverkehr mehr Sichtbarkeit und Sicherheit im Strassenraum», wird Stadtrat Stefan Feldmann zitiert.
«Beim letztjährigen Versuchsbetrieb an der Brandstrasse hat sich zudem gezeigt, dass Velofahrende aus einem mangelnden Sicherheitsgefühl nicht mehr auf das Trottoir ausweichen», so Stefan Feldmann weiter. Der Veloverkehr lasse sich mit den Velostreifen fördern, kostenintensive Baumassnahmen und Landerwerb entfielen und der übrige Verkehr werde nicht wesentlich beeinträchtigt.
Stadt Uster experimentiert mit Velostreifen
26.03.2021

Brandstrasse als Testobjekt
Die Stadt will auf einer schmalen Strasse testen, ob sich beidseitige Velostreifen bewähren. Beitrag in Merkliste speichern
Erste Markierungen ab Anfang September
Die Markierungsarbeiten in der Bank-, Haberweid- und Gschwaderstrasse erfolgen bereits Anfang September 2022. Der genaue Zeitpunkt hänge von den Witterungsbedingungen ab. Für die Signalisation in der Wagerenstrasse rechnet die Stadt Uster mit Anfang Oktober 2022; dort müssten zunächst Parkplätze rechtsgültig aufgehoben werden. Ersatz stehe in der Tiefgarage des Spitals Uster ausreichend zur Verfügung.
Ob und wie die neue Aufteilung auf den genannten Strassen funktioniert, werde nun während eines Jahres laufend überprüft und evaluiert. Erste Zwischenerkenntnisse zum Versuch sollen bereits Ende 2022 vorliegen. Voraussichtlich im Sommer 2023 würden abschliessende Aussagen über die Wirksamkeit der neuen Markierungen möglich sein.
Zusätzliche Erfahrungen sammeln
Die betroffenen Strassen wiesen Breiten von 6 bis 7,25 Meter auf. Üblicherweise lasse die Kantonspolizei beidseitige Velostreifen von 1,5 Metern auf Strassen ohne mittige Fahrbahnmarkierungen – sogenannte Kernfahrbahnen – erst ab einer Fahrbahnbreite von 7,5 Metern zu.
Auf diese Weise können zwei Autos kreuzen, ohne zwingend den Velostreifen zu befahren. «Nach dem erfolgreichen Versuch an der Brandstrasse sind sowohl Kantons- als auch Stadtpolizei mit der versuchsweisen Markierung auf weiteren Strassen einverstanden, um zusätzliche Erfahrungen mit diesem Verkehrsregime zu sammeln», so Stefan Feldmann.
Diese sogenannte «schmale Kernfahrbahn» wurde neben der Brandstrasse in Uster auch schon an weiteren Orten in der Schweiz erfolgreich eingeführt. Trotzdem hänge jede Umsetzung einer schmalen Kernfahrbahn immer von den spezifischen Gegebenheiten vor Ort ab.
«Strategie Uster 2030»
Die neuen Tests seien Teil der «Strategie Uster 2030», gemäss der sich die Stadt Uster zur Velo- und ÖV- freundlichen Stadt entwickeln soll. Stadtingenieur Marcel Kauer, bei diesem Projekt federführend, sagt hierzu: «Uster fördert den Veloverkehr in pragmatisch und professionell. Die Stadt will Neues testen, entwickeln und dabei herkömmliche Konventionen und Normen überwinden». (lda)

