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Fachstelle für Freiwilligenarbeit soll nach Pilotphase eingestellt werden

Es läuft zwar gut, aber ohne Trägerverein kann die Freiwilligen-Fachstelle «Benevol Zürioberland» in Pfäffikon nicht weiter bestehen. Für den Präsidenten gibt es nur noch einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Präsident Hansruedi Kocher und Geschäftsleiterin Dagmar Anderes in den Räumen der Benevol-Fachstelle in Pfäffikon.

Archivfoto: Seraina Boner

Fachstelle für Freiwilligenarbeit soll nach Pilotphase eingestellt werden

Der dreijährige Pilotbetrieb von «Benevol Zürioberland», der regionalen Fachstelle für freiwilliges Engagement mit Sitz in Pfäffikon, ist Ende 2022 vorbei. Da keine Trägerschaft für den Fortbestand gefunden werden konnte, muss das Angebot eingestellt werden.

Nur gerade drei Monate bevor die Corona-Pandemie die Welt in ihren Griff nahm, startete das Projekt – eine unglückliche Konstellation. «Wie hatten gar keine Gelegenheit, die Fachstelle zu etablieren, bevor der Lockdown kam», sagt Hansruedi Kocher.

Als Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirks Pfäffikon (GGBP), die das Projekt initiierte, amtet er auch als Präsident der Fachstelle. «Geplante Angebote mussten wegen Corona kurzfristig angepasst, verschoben sowie neue, der Situation angepasste Dienstleistungen initiiert werden.»

Arbeit über Bezirksgrenzen hinaus

Zwar fanden verschiedene Dienstleistungen wie Online-Kurse Anklang. «Aber die neue Geschäftsleiterin Dagmar Anderes konnte das Angebot nicht wie geplant vor Ort bei den politischen Gemeinden, Organisationen und Vereinen vorstellen», sagt Kocher.

Neben der Plattform «Benevol Jobs», über die Freiwillige vermittelt werden, ist es das Ziel der Fachstelle, Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, mit entsprechenden Kursen zu stärken. Und es war von Anfang an das Ziel, Freiwilligenarbeit über die Bezirksgrenze hinaus zu unterstützen – darum auch der Name «Benevol Zürioberland» und nicht etwa mit Beschränkung auf den Bezirk Pfäffikon. «Das Konzept von Bezirken ist im Alltag der Menschen eine zu abstrakte Grösse», sagt Kocher. «Und wir wollen uns nicht unnötig einschränken.»

So sei es denn auch zu einigen Zusammenarbeiten mit Organisationen aus den Bezirken Hinwil und Uster gekommen. Ein Erfolg, welcher der Fachstelle nun zum Verhängnis wird. «Die Statuten der GGBP schreiben vor, dass nur Projekte im Bezirk Pfäffikon unterstützt werden – so können wir auch nicht als Trägerverein in die Bresche springen.»

Kein Interesse bei den Nachbarn

Man habe schon zu Beginn der Pilotphase den Kontakt zu den Gemeinnützigen Gesellschaften der Nachbarbezirke gesucht, um allenfalls gemeinsam einen Trägerverein für den Betrieb der Fachstelle zu gründen. «Doch im Bezirk Uster ist die Gesellschaft statuarisch einzig der Hilfe für Familien oder Einzelfällen verpflichtet und im Bezirk Hinwil hat man schlichtweg andere Prioritäten gesetzt.»

Von diversen Gemeindevertretern sei die GGBP darauf hingewiesen worden, den neu gegründeten Verein «Standortförderung Zürioberland» anzufragen, ob sich dieser der Fachstelle annehmen wolle. «Doch gerade weil auch dieser Verein sich erst im Aufbau befindet, entschied sich der Vorstand dagegen.» Kocher macht aber niemandem einen Vorwurf. «Es ist jedem sein gutes Recht, eigene Prioritäten zu setzen.»

Einen letzten Hoffnungsschimmer gibt es allerdings, sagt Hansruedi Kocher. «Wir sind derzeit an Gesprächen mit einer neuen Organisation, die Interesse zeigt, die Trägerschaft doch noch zu übernehmen.» Der Entscheid, ob diese Lösung spruchreif wird, soll spätestens Anfang Oktober fallen.

So oder so wird «Benevol Zürioberland» bis Ende Jahr sämtliche Dienstleistungen weiter anbieten. Die Vermittlungsplattform «Benevol Jobs», die national organisiert ist, steht auch weiterhin zur Verfügung.

Weitere Informationen online unter www.benevol-zuerioberland.ch.

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