Nur noch halb so viel Platz am «Chrüz & Quär»
Herr Hiltebrand, normalerweise wird das Kleinkunst-Festival Chrüz & Quär in einem grossen Theaterzelt durchgeführt, doch dieses Jahr treten die Künstler im deutlich kleineren Mehrzweckraum im Dachgeschoss auf. Wieso das?
Rolf Hiltebrand: Wegen der aktuellen Baustelle für das Mehrzweckgebäude Speicher sind die Platzverhältnisse vor der Oberen Mühle stark eingeschränkt. Nach elf Durchführungen ist das Festival ein wichtiger Teil unseres kulturellen Angebots, da ist ein fester Rhythmus wichtig. Auch bestehen Partnerschaften mit Firmen und anderen Sponsoren. Deshalb wollten wir die Veranstaltungsreihe nicht einfach aussetzen und haben uns als Alternative für das Kleinkunst-Theater im Dachstock der Oberen Mühle entschieden. Die Gäste werden auch dieses Mal sowohl im Aussen- wie auch im Innenbereich eine spezielle Festival-Stimmung geniessen.
Im Programmheft schreiben Sie, dass beim Entscheid auch die Folgen der Pandemie eine Rolle gespielt hätten. Befürchteten Sie, dass das Publikum ausbleibt?
Wegen den langen Vorlaufszeiten bei der Buchung von Künstlern mussten wir schon vor einigen Monaten festlegen, in welcher Form das Festival stattfinden soll. Damals war nicht absehbar, wie die Situation Anfang September aussehen würde. Ein grosses Theaterzelt erlaubt zwar theoretisch ein grösseres Publikum und damit mehr Einnahmen. Gleichzeitig ist damit aber auch ein hoher finanzieller und personeller Aufwand verbunden. Das war uns ein zu grosses Risiko.
« Bei wem es sonst auch noch eng werden könnte, ist momentan noch schwer abschätzbar.»
Im Dachstock-Saal haben aber nicht einmal halb so viele Zuschauer Platz wie im Zelt, droht jetzt ein grosses Defizit?
Die Einnahmen aus dem Festival sind wichtig für uns, deshalb haben wir uns bei der Programmgestaltung mehr auf klassische Kleinkünstler konzentriert als sonst. Das hat aber auch mit der – im Vergleich zum Zelt – kleineren Bühne zu tun.
Mit Bänz Friedli tritt zum Beispiel ein Künstler auf, der in Dübendorf wohl auch einen 300er-Saal problemlos füllen könnte. Müssen die Besucher dieses Jahr vermehrt den Vorverkauf nutzen, um überhaupt noch ein Ticket zu ergattern?
Wer Bänz Friedli oder auch Ursus Wehrli auf keinen Fall verpassen will, sollte schon den Vorverkauf nutzen. Bei wem es sonst auch noch eng werden könnte, ist momentan noch schwer abschätzbar.
Das Kleinkunst-Festival Chrüz & Quär findet vom 7. bis 25. September in der Oberen Mühle Dübendorf statt. Bereits am 4. September eröffnet die Kunstausstellung Art Treff 22. Für die Kulinarik verantwortlich ist das Team der Wirtschaft Obere Mühle. Informationen zu Programm, Reservationsmöglichkeiten und Vorverkauf gibt es unter www.oberemuehle.ch .
