Volketswil saniert marode Brücke – nach nur 16 Jahren
Velofahrern bietet die Fahrt über die Brücke im Volketswiler Griespark ein ähnlich zweifelhaftes Vergnügen wie das Traversieren über Tramschienen. Denn zwischen den längs gerichteten Brettern der Holzbrücke sind zuweilen Lücken, die passgenau ein Vorderrad verschlucken und eine Velo fahrende Person ordentlich auf den Latz legen können.
Zudem verlaufen die Bodenbretter an einigen Stellen nicht mehr der Brückenwölbung entsprechend, sondern stehen mehrere Zentimeter empor – nicht unbedingt etwas für Hans-Guck-in-die-Luft-Brückenwanderungen.
Liegenschaftenvorstand Michael De Vita-Läubli (GLP) bestätigt den Sachverhalt: «Wir haben Kenntnis von einigen Stürzen.» Das Holz im Gehbereich sei bereits sehr verzogen und weise Stolperfallen auf. «Mit der Sanierung hätte man nicht lange zuwarten können.» Es seien ansonsten nur wenige Beschwerden der Parkbenutzer bei der Gemeinde eingegangen.
«Die Konstruktion hätte bestimmt besser gelöst werden können.»
Michael De Vita-Läubli (GLP), Volketswiler Liegenschaftenvorstand
Nun muss der Volketswiler Gemeinderat die Brücke 16 Jahre nach deren Errichtung bereits ein erstes Mal sanieren. Hierfür hat er einen Kredit von 265’000 Franken gesprochen. Zur Erinnerung: Die Brücke hat damals – ohne Betonkonstruktion gerechnet – rund 280’000 Franken gekostet.
Schluss mit Stolperfallen
Zwar seien sich Velofahrer über die Schwierigkeiten der Brückenüberfahrt im Klaren gewesen, sagt De Vita-Läubli. Doch mit dem neuen Belag auf den Spazierpfaden, der vor kurzem anstelle der Kieswege eingebaut worden ist, sei der Griespark nun auch für Rollstuhlfahrer und Rollatorenbenutzer attraktiver geworden. «Jetzt stehen diese Leute allerdings vor der Brücke an, und merken: Die ist nicht so gut begehbar.»
Kies soll Rollstuhlfahrern nicht mehr im Weg sein
26.04.2022

Sanierung im Volketswiler Griespark
Mit einem neuen Belag will die Gemeinde Volketswil den Griespark für Menschen mit Rollatoren und Beitrag in Merkliste speichern Die Probleme sollen nach der Sanierung gelöst sein. Die Bretter würden neu quer zur Laufrichtung verbaut, damit Velofahrer, Rollstuhlbenützer und Personen mit Rollatoren den Weg über die Brücke mühelos passieren können.
Ein weiterer Grund für die Erneuerung ist, dass der untere Teil der Konstruktion gemäss dem GLP-Gemeinderat am Ende seiner Lebenszeit angelangt ist. «Die Unterkonstruktion aus Eichenholz war ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt und ist bereits stark verwittert. Um die Benutzersicherheit zu gewährleisten, muss die Brücke saniert werden.»
Nun soll eine Verschalung aus Aluminium im Unterbau der Brücke dafür sorgen, dass das Holz von unten nicht mehr nass wird. Etwas, das offenbar beim Bau der Brücke noch nicht bedacht wurde. Dieser Ansicht ist auch De Vita-Läubli: «Die Konstruktion hätte bestimmt besser gelöst werden können.»
Kastanie verspricht Dauerhaftigkeit
Das Eichenholz soll nun mit Kastanienholz ersetzt werden, das allenfalls aus dem Tessin geliefert werden könne. Der Schweizer Bezug stehe wegen den derzeitigen Lieferengpässen für Baustoffe aber noch nicht fest, vielleicht müsse auch auf Norditalienische Kastanien zurückgegriffen werden.
«Vorteil des Holzes ist die lange Dauerhaftigkeit von 20 bis 25 Jahren.» Deswegen sei dieses Holz beim Gemeinderat der klare Favorit gewesen. Viele weitere Holzarten seien entweder weniger dauerhaft oder kämen gar aus Übersee.
Die Sanierungsarbeiten sollen beginnen, sobald das Baumaterial geliefert sei, was vermutlich im vierten Quartal dieses Jahres der Fall sei. Im Frühling 2023 soll das Ganze abgeschlossen sein.
Diskutiert habe der Gemeinderat auch über alternative Formen, Materialen oder die Grösse der Brücke, sagt De Vita-Läubli. Doch letztlich sei klar gewesen: «Die Holzbrücke ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Griesparks, deshalb wird sie möglichst eins zu eins bestehen bleiben.»
