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Zwischen Rüti und Schmerikon soll eine neue Bahnlinie entstehen

Der St. Galler Regierungsrat hat kein Gehör für eine neue Bahnlinie zwischen dem Zürcher Oberland und der Linthebene. Nun soll es Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga doch noch richten.

In einer Tunnel-Schlaufe soll nach den Vorstellungen von Paul Stopper eine Bahnlinie von Schmerikon nach Rüti gebaut werden. , Paul Stopper ist weiterhin im Ustermer Gemeinderat als umtriebiger BPU-Politiker tätig.

Foto: Christian Merz

Zwischen Rüti und Schmerikon soll eine neue Bahnlinie entstehen

Seit Jahren kämpft er gegen die Schliessung der Lücke in der Oberlandautobahn. Ebenso lange setzt er sich aber für die Schliessung der Lücke im Bahnnetz zwischen Rüti und Schmerikon ein: der ehemalige Verkehrsplaner Paul Stopper aus Uster.

Direkt von Chur zum Flughafen

Schon zu seiner Zeit als Projektleiter beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden setzte sich Stopper für die Realisierung einer solchen Verbindung ein. Und noch heute spricht laut dem langjährigen Politiker auf kommunaler und kantonaler Ebene für diese Verbindung, dass der Kanton Graubünden als grösster Tourismuskanton der Schweiz eine direkte, umsteigefreie Bahnverbindung zum Flughafen Zürich erhielte –  über Rüti-Wetzikon-Pfäffikon-Effretikon.

Die von Paul Stopper vorgesehene Strecken misst rund 5,8 Kilometer.

Auslöser für das jetzige Schreiben Stoppers und der von ihm präsidierten «Pro Oberland», der «Vereinigung zum Schutz der Landschaft des Zürich Oberlandes», ist der kantonale Richtplan des Kantons St. Gallen.

In seinem Brief an Bundesrätin Simonetta Sommaruga nimmt er den Teilplan Mobilität, oder genauer den von der St. Galler Regierung ins Auge gefassten Doppelspurausbau der Strecke Schmerikon-Rapperswil ins Visier.

Gegen Ausbau der Seestrecke

Nach Ansicht von «Pro Oberland» kann diese Doppelspur nicht errichtet werden, da die Strecke in einem Perimeter der Landschaften von nationaler Bedeutung liegt. Stattdessen schlägt «Pro Oberland» vor, «eine andere Lösung zu suchen, nämlich mit einer Neubaustrecke (Uznach –) Schmerikon–Rüti».

Stoppers Brief geht an die Verkehrsministerin, da letztlich der Bundesrat den St. Galler Richtplan genehmigen muss. Und als zusätzliche Argumente für die neue Verbindung führt er «die grossen Siedlungs- und Arbeitsplatzgebiete des Linthgebietes/Gaster» an, die mit den jenen des Glattals und von Zürich Nord verbunden werden könnten. Und schliesslich würde die neue Strecke den Bewohnern von Sargans und Buchs sowie von Liechtenstein eine umsteigefreie und rasche Flughafenverbindung bringen.

300 Millionen für neue Verbindung

Und Paul Stopper hat auch schon mal eine grobe Kostenschätzung für den Bau dieser doppelspurigen Verbindung aufgestellt. Als langjähriger Verkehrsplaner bei der Stadt Zürich und dem Kanton Graubünden hat er darin Erfahrung. Er initiierte etwa einst die Doppelspur der Glattallinie oder den zweiten Durchgangsbahnhof in Zürich.  

Stopper rechnet für die neue Verbindung mit rund 300 Millionen Franken, da der grösste Teil der knapp acht Kilometer langen Strecke nach seinen Vorschlägen in einem Tunnel geführt wurde. Dies sei aus topografischen Gründen nötig, habe aber auch den Vorteil, dass die Neubaustrecke so «keine unüberwindbaren Probleme» biete. Mit diesem Preis käme eine solche Verbindung rund 110 Millionen Franken teurer als der Doppelspurausbau entlang des Obersees.   

Paul Stopper setzt sich seit Jahrzehnten für die Bahn ein.

Die Idee einer solchen «Bahnschleife» zwischen Schmerikon und Rüti ist im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens auch von der St. Galler SP, dem VCS, der Gemeinde Schmerikon und der Region Zürichsee-Linth aufgegriffen worden. Schon ein paar Jahre ist es her, als sich der Gemeindepräsidentenverband des Bezirks Hinwil für diese Strecke einsetzte. 2001 hatte er den Beschluss gefasst, diese Idee zu unterstützen.

Schiffbruch mit Einzelinitiative

Das Bau- und Umweltdepartement des Kantons St. Gallen hatte für all diese Einwendungen jedoch kein Gehör: «Der Kanton St. Gallen konzentriert sich mit den Kantonen Glarus und Graubünden auf die Stabilisierung des heutigen Angebotes und die Anschlusssicherungen.» Für weitere Infrastrukturmassnahmen bestünden – «wenn überhaupt» – nur sehr geringe Realisierungschancen. So sei auch durch den Kanton Zürich keine Unterstützung zu erwarten.

Tatsächlich hatte der Zürcher Kantonsrat erst Ende April eine Einzelinitiative von Paul Stopper für den Bau dieser erstmals 1858 ins Gespräch gebrachten Bahnverbindung zwischen Rüti und Schmerikon vor allem aus finanziellen Überlegungen abgelehnt. Der ehemalige LdU-Kantonsrat Stopper hatte einen Planungskredit von 6,5 Millionen Franken gefordert. Dafür konnten sich gerade einmal 26 Ratsmitglieder erwärmen.

Sommaruga solls richten

Trotz des breiten Widerstands setzt Stopper nun auf den Rettungshalm Sommaruga: «Pro Oberland bittet den Bundesrat, anlässlich der Genehmigung des St. Galler Richtplanes eine die Kantonsgrenze überschreitende Bahnlinie Schmerikon SG und Rüti ZH als geplant einzutragen und gleichzeitig die involvierten Stellen der Kantone St. Gallen, Zürich, Glarus und Graubünden sowie die antragstellenden Gemeinden und Organisationen zu einem Dialog einzuladen», schliesst der Brief an die Vorsteherin des Eidgenössisches Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.   

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