Beim Duell Beizer gegen Politiker geht es um den guten Zweck
53 Kilometer und 1880 Höhenmeter für den Rad fahrenden Politiker, 18 Kilometer und 1307 Höhenmeter für den Beizer – so lautet das ungleiche Duell, dem sich Kantonsrat Paul von Euw (SVP) und Markus Kradolfer am 25. August stellen. Dann wollen die beiden Baumer den Sustenpass bezwingen.
Die sehr spontane Idee hatte Kradolfer, der das Restaurant Bahnhof in Bauma betreibt. «Paul hat mal gesagt, er würde mit dem Rad gerne den Sustenpass bezwingen und da meinte ich, wenn er da so hochrolle, würde ich alleweil auch noch dort hoch joggen.»
Freude beim Kinderheim Weidhalde
«Ein Beizer ein Wort; ein Politiker, ein Wörterbuch», sagt Kradolfer und lacht. Gemeinsam mit Kantonsrat Paul von Euw (SVP) sitzt er an diesem Donnerstagmorgen am Essenstisch des Kinderheims Weidhalde. Zugegen sind auch Heimleiter Robert Schmitt und sein Stellvertreter Sven Ullmann. Beide freuen sich.
Denn so soll das Duell «Beizer gegen Politiker» ein Spendenanlass werden, der ihrem Heim zugutekommt – eine Riesenüberraschung und grosse Ehre, wie Schmitt sagt.
«Wir wollten mit unserem Anlass ein gemeinnütziges Projekt unterstützen», sagt Kradolfer.
Und von Euw fügt an: «Uns war klar, dass wir etwas für Kinder, die schwächsten Glieder der Gesellschaft, machen wollten. Sie sollten einen direkten Nutzen davon haben, seien es neue Spielzeuge oder eine Reise, die sie unternehmen könnten.»
Im Hinblick auf ihr ambitioniertes Rennen meinen beide, sie seien zwar alles andere als Sportskanonen. Das sei auch in den sozialen Medien, wo sie ihren Anlass bewerben, immer wieder Thema. «Wir haben schon Bilder geteilt, wo wir gemeinsam Zigarre geraucht und ein Bier getrunken haben.»
Dennoch befänden sie sich inzwischen mitten in der Vorbereitung, die allerdings jeder für sich durchziehe und gestalte. Es mache wenig Sinn, joggend neben einem Rennrad zu schwitzen, so der Wirt.
Deshalb haben sich die beiden ungleichen Männer für ihr Duell auch von Anfang an überlegt, unterschiedliche Distanzen und Höhenmeter zu bewältigen, in der Hoffnung, dass der Wettkampf so möglichst spannend bleibe.
So könnten sie derzeit nicht abschätzen, wer zuerst den Sustenpass bezwinge.
Schwitzen statt Gartenbeiz
Aber warum der Sustenpass und die weite Anreise aus dem Oberland? «Wir haben hier einfach nichts grösseres», lautet die simple Erklärung von Kradolfer.
« Ein bisschen leiden muss man.»
Markus Kradolfer, Wirt des Bahnhöfli in Bauma
Und natürlich geht es den beiden, wie so vielen, darum, ihren inneren Schweinehund zu überwinden. «Manchmal frage ich mich schon, was ich hier mache, könnte ich doch statt auf dem Rad zu schwitzen in seiner Gartenbeiz die Sonne geniessen», sagt Paul von Euw und lacht.
Das Training gestaltet sich derweil vor allem für Markus Kradolfer schwierig. «Ich muss jeweils die Zimmerstunde nutzen am frühen Nachmittag, wenn ich in der Küche fertig bin.» Ist das bei den aktuellen Rekord- und Hitzetemperaturen nicht wahnsinnig? «Ach, mir gefällt das. Und ein bisschen leiden muss man», antwortet der Beizer postwendend.
Wie gross der Leidensdruck Ende August sein wird, wird sich zeigen. Immerhin steht am Ende der gute Zweck.
