Camping boomt dank schönem Wetter
Sehr idyllisch gelegen ist der Camping-Platz Wildberg, auf einer Anhöhe über der Hauptstrasse zwischen Turbenthal und Fehraltorf, 620 Meter über Meer. Auf dem Schild vor der Anlage sind die Verhaltensregeln unmissverständlich festgeschrieben: Das Tempo beträgt fünf Kilometer pro Stunde, Nachtruhe ist ab 22 Uhr und Mittagsruhe von 12 bis 14 Uhr.
Teddy Seiler und seine Gattin Lulu führten die mittlerweile 60-jährige Anlage seit 1984, jetzt hat der 28-jährige Sohn Ted Seiler übernommen und leitet die neu gegründete Seiler Camping Wildberg AG. Er sagt zur aktuellen Lage: «Wunderbar, uns geht es tipptopp. Viele hatten während Corona Mühe, bei uns lief es immer bestens. Unsere Plätze sind fast vollständig belegt.»
Auf dem Wildberg haben 150 Dauermieter ihre Plätze, acht stehen für Touristen mit ihren Wohnwagen bereit. Daneben bieten die Seilers in zweiter Generation auf der Fläche eines Fussballfeldes Platz für 30 Zelte.
Ist der Camping-Platz Wildberg auch im nahen Ausland bekannt? «Holländer können wir in diesem Jahr an einer Hand abzählen. Auch bei den Österreichern ist es zurückgegangen. Bei den Deutschen ist es in etwa gleich wie in den letzten Jahren.»
Das Bedürfnis nach Natur
Gut ausgelastet ist auch der Campingplatz Saland im Tösstal. Jeannette Bruderer: «An den Wochenenden sind wir meistens voll besetzt. Die Leute haben offenbar wieder das Bedürfnis, rauszugehen. Viele haben sich in der Corona-Zeit Kleinbusse gekauft.»
Für die Sommerferien habe es noch ein paar Plätze frei. «Viele warten die Wetterprognosen ab – oder verreisen vielleicht auch wieder einmal ins Ausland.»
Wetter als wichtiger Faktor
Der Campingplatz Auslikon am Pfäffikersee liegt wie das angrenzende Schwimmbad in einem Naturschutzgebiet. 88 Saisonstellplätze gibt es hier, drei Wohnwagen-Stellplätze für Touristen und Plätze für Zelte.
Zurzeit sind alle Saisonstandplätze belegt. Zurzeit gibt es noch ein paar wenige freie Touristenstellplätze, welche laut Corsin Camenisch, Leiter Sport und Freizeit der Stadt Wetzikon, aber am Wochenende besetzt sein werden.
«Ob die Gäste wirklich kommen, hängt vom Wetter ab.»
Corsin Camenisch, Leiter Sport und Freizeit der Stadt Wetzikon
Ist der Platz besser oder schlechter besucht als noch zu Corona-Zeiten? Camenisch sagt: « Er ist gleich stark frequentiert. Wir haben ja nicht sehr viele Touristenplätze. Im ersten Corona-Jahr haben wir sehr vielen Anfragen absagen müssen. Im Jahr 2021 war das Wetter meist schlecht, so dass wir die allermeisten Anfragen berücksichtigen konnten. In diesem Jahr verzeichneten wir bisher viele Übernachtungen, weil es seit Mai meist schön und warm ist. Das Wetter ist beim Zelten ein sehr wichtiger Faktor.»
Für die Sommerferien meldet Auslikon: Ausgebucht. Camenisch: «Doch ob die Gäste dann auch wirklich kommen, hängt ebenfalls vom Wetter ab.»
In den Monaten April, Mai und Juni stammten 85 Prozent der Gäste aus der Schweiz. Aus der Tschechischen Republik reiste eine Gruppe Pfadfinder an und blieb eine Nacht. Dazu kam eine Reisende aus Polen, die zweieinhalb Monate geblieben ist und Reisende aus Deutschland, Österreich, Grossbritannien, Schweden und Holland.
Wohnwagen im Naturschutzgebiet
Auf dem Campingplatz Rausenbach in Maur am Greifensee werden seit 1942 im Naturschutzgebiet Wohnwagen und Zelte aufgestellt. Ralf Steinmann und Carmen Brunner führen die Anlage. Neben 77 Dauerplätzen gibt es 30 Touristenplätze.
Beim Besuch des Redaktoren sind gerade zwei Rentner bei Steinmann am Einchecken. Beide fahren mit einem Auto mit Westschweizer Kennzeichen vor. Der eine sagt auf Schweizerdeutsch: «Mein Zelt habe ich mit 15 gekauft. Ich bin jetzt 75 Jahre alt, das Zelt ist in dem Fall 60 – und es hält immer noch.»
Steinmann zur Auslastung seiner Anlage: «Wir sind sehr gut ausgebucht, aber nicht so extrem wie letztes Jahr. Für Juli und August hat’s noch ein paar einzelne Plätze.» Es gebe aber auch immer wieder Absagen. Ein Viertel seiner Gäste stamme aus dem Ausland. «Die meisten sind Deutsche, die ihre Kinder, die hier arbeiten, besuchen und auch ihre Enkel sehen wollen.»
Übrigens: Wer in den Ferien als Camper mal keine oder zumindest weniger Kleider waschen möchte, dem sei das Naturistenzentrum Sitzberg bei Turbenthal empfohlen – dort gilt FKK. «Blüttle» auf dem Campingplatz.
Max Kern

