Braucht Wetzikon ein neues Schulhaus?
Bigi Obrist, Gemeinderätin der Alternative Wetzikon (AW), bestritt den Montagabend zwar nicht im Alleingang, war aber dennoch schon fast Dauergast am Rednerpult. Schliesslich vertrat sie drei von sechs parlamentarischen Vorstössen, wovon einer jetzt auch Folgen hat.
Im Postulat der Fraktion von GLP und AW vom Februar dieses Jahres wurde die Frage aufgeworfen, ob in Sachen Schulhaus- und Schulraumplanung die Strategie der vielen kleinen Erweiterungen sachlich wie auch finanziell der beste Weg sei.
15 neue Klassenzimmer
Angesichts des grossen Bevölkerungswachstums in der Stadt sei es nämlich dringend notwendig, «einen Schritt zurück zu machen und einen ganzheitlichen Blick auf die Schulraumplanung zu werfen». Vor allem möchten die Parlamentarier prüfen lassen, ob nicht ein Schulhausneubau im Gebiet Widum Sinn machen würde. Bis im Jahr 2036 brauche es nur schon für die Primarschule 15 neue Klassenzimmer.
Die Stadt Wetzikon besitzt im Raum Widum Land an strategisch ausgezeichneter, zentraler Lage. Ein solcher Neubau wird auch in der aktuellen Schulhausplanung erwähnt. Im Postulat wird unter anderem auch eine Gegenüberstellung der Varianten mit und ohne Neubau gefordert.
« Mit diesem Postulat gibt es nur Arbeit und Kosten, aber es ändert sich nichts. »
Jürg Schuler, Schulpräsident
Für Schulpräsident Jürg Schuler (FDP) ist selbstredend klar, wie wichtig eine Planung der Schulräume ist. Aber: «Wenn dieses Postulat überwiesen wird, produzieren wir Arbeit für die Verwaltung und Kosten, aber wir ändern rein gar nichts.» Denn bereits 2021 hatte die Schulpflege einen Auftrag zur Erarbeitung einer Schulraumplanung für die Planhorizonte 2026, 2031 und 2036 erteilt. Es habe sich gezeigt, dass in den nächsten Jahren in der Schule Erweiterungsbedarf auf allen Stufen bestehe.
Und deshalb habe die Schulpflege die Steuergruppe Liegenschaften der Schule beauftragt, zusammen mit der Abteilung Immobilien eine detaillierte Massnahmenplanung mit Kostenschätzung für die Umsetzungsprojekte zu erstellen.
Eigentlich wäre ein Schulhaus-Neubau vom Tisch
Die geforderte Gesamtplanung liegt der Schulpflege also bereits als ausführlicher Bericht mit detaillierten und genau terminierten Umsetzungsmassnahmen vor. Im Februar habe die Schulpflege diese Massnahmen genehmigt und ebenfalls die Idee eines Neubaus im Widum verworfen.
Nun will das Parlament also Rechenschaft darüber und fordert zudem eine grundsätzliche Prüfung dazu, wann und wo künftig fixer oder modularer Schulraum erstellt werden soll.
Für und Wider Milizsystem
Die übrigen Vorstösse gaben nicht alle gleich viel zu reden. Eine zweite Motion von Bigi Obrist griff ein altes Thema auf, die Aufteilung der Exekutivämter in fixe Pensen. Die Stadträte würden zwar mit schöner Regelmässigkeit ein Anpassung ihrer Vergütungen verlangen, würden sich aber einer ernsthaften Diskussion über die Vereinbarkeit ihrer Ämter mit dem Milizsystem verweigern, sagte Bigi Obrist. Ihr ist vor allem ein Dorn im Auge, dass sich nur «Selbständige und Staatsangestellte» ein solches Amt erlauben könnten. Deshalb fehlen auch andere Berufe. Das Milizsystem sei für die Exekutive untauglich.
Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) vertrat die Meinung des Stadtrates, der findet, man habe seine Hausaufgaben gemacht und das System funktioniere gut werde laufend optimiert. Dieser Meinung war auch das Parlament, das den Vorstoss mit 19 zu 12 Stimmen versenkte.
Kritik am Spielplatzfonds
Erledigt wurden auch die Interpellation von Brigitte Meier Hitz (SP) zur Frage, ob Wetzikon genügend attraktive Spielplätze hat. Hat es nicht, findet Meier Hitz, die Stadt arbeite daran, sagte Stadtrat Stefan Lenz (FDP). Kritisiert wurde auch, dass sich Bauherrschaften mit einer Einzahlung in einen Spielplatzfonds quasi von Pflicht «freikaufen» könnten, in einem Projekt verbindlich eine genügende Spielfläche anzubieten.
Wetziker Stadtrat unterstützt Einführung der Digitalwährung «WetziKoin»
05.07.2021

Auf dem Weg zur Smart-City
Eine digitale Währung sowie ein digitaler Marktplatz des lokalen Gewerbes auf dem diese eingesetz Beitrag in Merkliste speichern Nochmals richtig in Fahrt kam Bigi Obrist beim Thema «WetziKoin», einer quasi digitalen Währung, die vor etwas mehr als einem Jahr eingeführt werden sollte. Das Projekt ist sang- und klanglos von der Bildfläche gestorben, dafür ist in diesem Jahr die Plattform «Grüezi Wetzikon» als Projekt entstanden. Obrist sieht hier einen «Filz aus FDP und Gewerbe» in Wetzikon, in dem solche Projekte und vor allem Geld «einfach hin- und hergeschoben» würden. Da gebe es noch Handlungsbedarf bei der Transparenz. Stadtpräsident Pascal Bassu betonte in der Antwort auf die Interpellation, dass der Stadtrat jedes Projekt sorgfältig prüfe.
Kein Beitrag ans Frauenhaus
Zuletzt entstand noch einiges an Diskussion rund ums Thema Häusliche Gewalt. Brigitte Meier Hitz forderte in einem Postulat, dass Wetzikon das Frauenhaus in Wald mit einem Betriebsbeitrag unterstützen und die Schaffung eines Männerhauses in Wetzikon prüfen soll. Der Stadtrat ist dieser Meinung nicht, das Frauenhaus stehe finanziell sehr gut da und es brauche kein Geld aus Wetzikon. Schon gar nicht nach dem «Giesskannenprinzip», wie Roman Auer (SVP) in seinem Votum sagte. Das fand letzten Endes auch der Gemeinderat, trotz flammender Appelle an die Solidarität.
EVP, Die Mitte und GLP sind neu die “Brückenfraktion”
Die drei Parteien EVP, Die Mitte und die GLP bilden neu die “Brückenfraktion”, wie Toni Zweifel (Die Mitte) am Montag in der wohl ersten Ein-Wort-Fraktionserklärung der Geschichte bekannt gegeben hatte. Die neue Fraktion hat für Wetzikon einen eigenen Themenfahrplan zusammengestellt und will fortan unter dem gemeinsamen Fraktionsnamen auftreten. Der “Brückenfraktion” gehören an: Stefan Burch, Linus Fivian, Andrea Grossen-Arni (EVP), Tina Deplazes und Toni Zweifel (Die Mitte), Florian Immler und Gerd Schwabe (GLP).
