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Grundwasser könnte Oberlandautobahn in die Quere kommen

Die Planer für die Lückenschliessung fahren zurzeit zweispurig. Bis Mitte 2023 fällt der Entscheid, welche Route die Oberlandautobahn nimmt.

Bis Ende 2023 soll klar sein, wie die Lücken der Oberlandautobahn geschlossen werden sollen., Astra-Filialchef Otto Noger zeigt auf, wo die beiden zur Diskussion stehenden Varianten für die Autobahn verlaufen., Die beiden SVP-Nationalräte Gregor Rutz und Bruno Walliser sowie Otto Noger gaben zum Projektstand Auskunft., Astra-Filialleiter Otto Noger erklärt die wichtigsten Termine in Sachen Lückenschliessung.

Foto: Christian Brändli

Grundwasser könnte Oberlandautobahn in die Quere kommen

«Die Genehmigung des Step ist eine Formsache», ist Otto Noger, Chef der Infrastrukturfiliale Winterthur des Bundesamts für Strassen (Astra) überzeugt. Seine Filiale plant die Schliessung der Lücke in der Oberlandautobahn. 

Bundesrat will die Oberlandautobahn realisieren

26.01.2022

Knapp zwei Milliarden eingeplant

Ein wichtiger Meilenstein ist geschafft: Die Lücke in der Oberlandautobahn soll nach Auffassung d Beitrag in Merkliste speichern Anfang Jahr wurde klar, dass dieses Grossvorhaben, das über zwei Milliarden Franken kosten könnte, als eines von drei Neuvorhaben in das Strategische Entwicklungsprogramm Nationalstrassen (Step) aufgenommen wird. Im nächsten Jahr muss dieses Programm von Bundesrat und Parlament abgesegnet werden.

Lückenschliessung mit hoher Priorität

Noger ist so zuversichtlich, «weil die Oberlandautobahn eine hohe Priorität geniesst». Seine Prognose gab der Filialchef am Mittwoch an der Jahresversammlung des Vereins Zusammenschluss Oberlandstrasse ab. Dort trat er als «Überraschungsgast» auf.

Und er schob gegenüber den rund 90 anwesenden Vereinsmitgliedern gleich noch nach: «Welches Nationalstrassenprojekt verfügt schon über einen solchen Fanclub wie hier.» Tatsächlich zählt der Verein aktuell 1043 Mitglieder.

Planer bis Ende Jahr ausgewählt

Welchen Stellenwert das Vorhaben beim Astra geniesse, zeige sich auch daran, dass sie nun schon mit der Planung begonnen hätten, meinte Noger. Nun laufe die Submission für die Planung an. Bis Ende dieses Jahres soll klar sein, welche Büros diese Aufgabe übernehmen.

Er rechnet damit, dass sich auf die weltweit erfolgende Ausschreibung im Bereich Trassee und Tunnelbau fünf bis sieben Bewerber melden werden.

Die Grafik zeigt die beiden zur Diskussion stehenden Varianten für die Oberlandautobahn. (Grafik: Amt für Verkehr)

Und dann wird nicht nur die Richtplanvariante für die Lückenschliessung optimiert, die vom Autobahnende in Uster bis zum Forchstrassen-Anschluss bei Ottikon führt. Auch die Variante Tunnel tief, die 5,9 Kilometer weit durch Fels ab Wetzikon West bis zum Betzholzkreisel führt, wird genau unter die Lupe genommen. Weitere Bohrungen werden folgen und die Bestvariante für diese Variante ausgearbeitet.

Variantenentscheid in einem Jahr

Noger stellte am Mittwoch in Aussicht, dass Mitte 2023 dann an einer Projektsteuerungssitzung der Entscheid falle, ob nun die Richtplan-Route oder die Strecke durch den Fels weiterverfolgt werde. Ein Jahr später soll das Generelle Projekt samt Umweltverträglichkeitsbericht für die Lückenschliessung vorliegen – und dann geht es in die Vernehmlassung bei Kanton und Gemeinden.

Der Astra-Filialchef wollte keine Prognose abgeben, welche Variante das Rennen machen wird. Er meinte nur so viel: «Es wird das Projekt ausgesucht, welches möglichst risikolos durchs Verfahren geht.»

Und er machte klar, dass nicht die Finanzierung, sondern die Umweltverträglichkeit der kritische Punkt sein werde. Aktuell gehen die Kostenschätzung von 1,67 Milliarden für die Richtplanvariante und von 2,08 Milliarden Franken für den tiefen Tunnel aus.

Je tiefer, desto weniger Betroffenheit

Und was das ganze Einspracheverfahren anbelange, gab Noger zu bedenken, dass je tiefer eine Autobahnstrecke im Boden sei, desto weniger Anwohner und Betroffenheit gebe es.

Im Rahmen des Generellen Projektes wird laut Otto Noger der Variantenentscheid fallen. (Foto: cb)

Dies würde eigentlich für die tiefe Tunnelvariante sprechen. Doch hier warf der Verkehrsfachmann ein, dass der Knackpunkt das Grundwasser sei. So lange die Strecke im Fels verläuft, ist das kein Problem. Doch wenn sie aus der Tiefe in der Nähe des Betzholzkreisels wieder an Oberfläche komme, könne ihr das Grundwasser in die Quere kommen. Daher wird nun untersucht, ob ein konfliktfreies Durchkommen möglich ist.

Frühestens rollt es im 2039

Egal, welche Variante schliesslich gewählt werde, müsse der Kantonsrat wohl nochmals den Richtplan anpassen, da es im Rahmen des Planungsverfahrens Optimierungen gebe. Und egal, welche Variante es sein wird: Bis die ersten Autos über die Neubaustrecke fahren können, wird es noch lange dauern. Die früheste Inbetriebnahme sieht Noger im Jahr 2039.

Damit das möglich werde, sei es wichtig, dass die Region während der Projektauflage hinter der Lückenschliessung stehe: «In dieser Phase ist Ihr Verein ein ganz wichtiges Zahnrad», meinte er zu den Versammlungsteilnehmern.

Und der Volketswiler Nationalrat Bruno Walliser (SVP), Vizepräsident des Vereins, schob nach, dass es auch wesentlich sei, bei den kantonalen und eidgenössischen Wahlen im nächsten Jahr Bürgerliche zu wählen. Diese würden in den jeweiligen Gremien viel eher Garanten dafür sein, dass diese Autobahnlücke dereinst geschlossen werde.    

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