Der Bauernhof an der Adresse Strick 1 südlich von Unterschlatt: eine Sackgasse, in der sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Das Reich der Anlikers umfasst 77 Hektaren Land und 20 Hektaren Wald. Ein Hase hoppelt ums Haus, am Waldrand weiter oben grast ein Reh und vor dem Stall futtert ein schwarzes Schwein. «Das ist unser Wachhund», spasst Hof-Besitzer Stefan Anliker (52).
Mit seiner Gattin Barbara führt er seit 30 Jahren den Bio-Bauernhof. Und die beiden ziehen sechs Kinder gross. Die fünf Erstgeborenen sind alle männlich und tragen im Sägemehl-Ring Zwilchhosen. Nachzüglerin Julia (11) geht ebenfalls in den Infight – als Ringerin.
«Ich bin zu wenig gross und zu wenig stark. Mir geht die Kraft aus.»
Warum Vater Stefan Anliker das Schwingen sein liess
Haben die fünf Brüder das Schwing-Gen vom Vater geerbt? «Nein, ich bin zu wenig gross und zu wenig stark», sagt der drahtige Bauer mit einem Schmunzeln auf den Lippen, «mir geht die Kraft aus.» Wetten, dass der Sohn eines Metzgers früher auch im Sägemehl eine gute Figur abgegeben hätte?
Vor dem Haus stehen zwei Holzbänke. Auf der einen Rückenlehne ist der Schriftzug «107. St. Gallen Kantonalschwingfest Wil 2022» eingraviert. Andri (19), der älteste der fünf Schwingbrüder, hat dort Ende Mai Rang 17a belegt.

