Okay, das mit dem Salbei war eine blöde Idee. Aber so ist das eben, wenn einem plötzlich ein ganzer Kräutergarten zur Verfügung steht, mit dem sich die mitgebrachte und nicht eben üppig belegte Pizza etwas aufpeppen lässt. Rosmarin, mehrere Thymiansorten, Oregano – und eben Salbei, der auf der Pizza definitiv nichts zu suchen hat. Na ja, Rosmarin eigentlich auch nicht.
Wir befinden uns nicht etwa in der Stadtgärtnerei, sondern auf einem lauschigen Fleckchen Grün zwischen Betreibungsamt und der Leepünt-Brache. Zwei Tische mit Platz für 16 Personen hat es hier, dazu ein Bücherbox der Stadtbibliothek. Im Wind flattern bunte Stofffähnli, der Hasel spendet Schatten, und die zwei Birken warten, bis sie das am Abend machen können, wenn die Sonne etwas gewandert ist und das Feierabendbier wartet.
Kann man das essen?
Jetzt ist aber Mittagszeit, und die Pizza sind schon merklich abgekühlt, weil es etwas gedauert hat, bis die an gefriergetrocknete Supermarkt-Flöckli gewohnte «Glattaler»-Redaktion die richtigen Gewürze gefunden hat. Das ist natürlich ein Problem.
Aber eines, das bald gelöst werden wird, denn die Pflänzchen in den neun Hochbeeten werden noch mit Täfelchen beschriftet. Das sagt Alexandra Fink, Beauftragte öffentlicher Raum, die gerade auch rein zufällig ihre Mittagspause hier auf dem… nennen wir es doch einfach «Leepüntli» verbringt.

