Die Gemeinden wappnen sich für den Ernstfall
Eine Gewitterzelle sorgte für ein überschwemmtes Quartier und Schäden in Millionenhöhe – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai herrschte in Zell Weltuntergangstimmung. Mittlerweile wurden die Schächte gespült und das Geschiebe weggetragen.
Neue Hochwasserschutzmassnahmen für die Gemeinde existieren, allerdings erst auf dem Papier. Bis 2033 sollen die Zeller Bäche für rund 25 Millionen Franken sicherer gemacht werden, 2024 wird voraussichtlich mit der Sanierung des Zellerbachs begonnen.
Teil des DVZO-Projektes
In Turbenthal genehmigte die Gemeindeversammlung Mitte Juni den Rahmenkredit über 2,1 Millionen Franken für den Ausbau des Chämibachs, der bei starkem Niederschlag zur Gefahr werden könnte. Der Bach wird abgesenkt und verbreitert, dazu kommen ein Ausbau der Brücken und eine ökologische Aufwertung. Bereits im nächsten Sommer sollen die Arbeiten ausgeführt werden.
In Bauma finden im Rahmen des Projektes «Depotareal Bauma 2020», das der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) zusammen mit der SBB und dem Kanton stemmt, auch Arbeiten an der Töss statt. Denn auf dem Abschnitt hinter dem Bahnhof, wo das erste Openair-Eisenbahnmuseum der Schweiz entstehen wird, soll der Fluss revitalisiert und der Hochwasserschutz verbessert werden.
Doch das Projekt ist in Verzug. Derzeit werden die Unterlagen für die Baubewilligung erstellt. Die Verantwortlichen hoffen, im Winter 2025 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.
Warten in Wila
Weniger klar sieht die Zukunft in Wila aus. Dort fand Ende Juni ein Workshop mit der Bevölkerung statt, die den aktuellen Stand des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekts der Töss diskutierte. Die eingegangenen Anliegen verarbeitet das Projektteam nun weiter und erstellt daraus einen Entwurf. Mit diesem wird das Variantenstudium abgeschlossen und das Projekt geht in die nächste Phase.
Vorher wird der Kanton an einer öffentlichen Informationsveranstaltung der Wilemer Bevölkerung die Resultate vorstellen. Dies wird voraussichtlich im Herbst der Fall sein. Mit dem Start der Realisierung ist frühestens Mitte 2025 zu rechnen.
Primär geht es dabei um die Töss. Doch auch in Wila gibt es mit dem Huebbach ein Gewässer, das über die Ufer treten könnte – mit schwerwiegenden Konsequenzen. Ein entsprechendes Vorprojekt hat die Gemeinde bereits ausgearbeitet, jedoch auf Eis gelegt, um Synergien mit dem kantonalen Töss-Projekt nutzen zu können. Wie genau diese aussehen sollen, ist nach wie vor offen.
