Kanton entschärft gefährlichen Volketswiler Schulweg
Der Abschnitt zwischen dem Zimikoner-und dem Hegnauerkreisel ist auf dem besten Weg, eine neue Höchstgeschwindigkeit zu bekommen. Statt 80 soll auf der Zentralstrasse nur noch 60 Stundenkilometer gefahren werden.
Zwar ist damit die ursprüngliche Forderung der Petition aus der Volketswiler Bevölkerung gescheitert, die eine Reduktion auf 50 Stundenkilometer vorgesehen hatte. Dennoch sorgt der Entscheid der Kantonspolizei für euphorische Stimmung beim abtretenden Volketswiler Gemeinderat Christoph Keller (parteilos), der sich zusammen mit den Petitionären für eine Senkung des Tempos stark gemacht hat: «Ich begrüsse den Entscheid ganz herzlich. Wir haben lange dafür gekämpft.»
«Die Busse schaffen auf der kurzen Strecke die Beschleunigung auf 80 Stundenkilometer ohnehin nicht.»
Christoph Keller (parteilos), Volketswiler Gemeinderat
Denn gegen diese Forderung der Gemeinde hatte sich der Kanton lange Zeit gesträubt und keinerlei Aussichten auf eine Senkung des Tempos gegeben. Mit einem Verkehrsgutachten, das über einen Objektkredit in der Höhe von 13’000 Franken finanziert wurde, wollte die Volketswiler Kommune Argumente für die Geschwindigkeitsreduktion sammeln.
Für Keller hat dieses Gutachten die entscheidenden Punkte hervorgehoben, die gegen Tempo 80 auf der Kantonsstrasse sprächen. Ein solcher sei die Sicherheit der Schulkinder auf der Strecke. Eltern zeigten sich immer wieder um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt, was letztlich zur breiten Unterstützung der Petition führte.
Für ÖV keine Behinderung
«Die Strasse dient Kindergartenkinder bis Oberstufenschülern als Schulweg.» Gefährlich sei es deshalb, weil im Ausserortsbereich die Trottoirs für Fussgänger und Velofahrer zu schmal sei. Eine weitere Gefahr sei bei Tempo 80 etwa der Brückenabschnitt über die Autobahn. «Weil die Strasse dort über eine Kuppe führt, ist die Sicht für Automobilisten eingeschränkt.»
Im Gutachten gehe auch hervor, dass die Buslinie auf der Strecke von Tempo 60 wenig betroffen sei. Der Taktfahrplan des ÖV werde mit der geringeren Geschwindigkeit nicht beeinflusst. «Die Busse schaffen auf der kurzen Strecke die Beschleunigung auf 80 Stundenkilometer ohnehin nicht.»
«Das Thema Lärm nimmt einen immer höheren Stellenwert ein.»
Christoph Keller
Auch viele Automobilisten würden die Höchstgeschwindigkeit auf dem 340 Meter langen Abschnitt nicht erreichen.
Dass nun die Autos weniger beschleunigen, drosselt den Lärm. Dass solche Emissionen ein gewichtiger Faktor bei Entscheidungen zum Temporegime sind, bestätigt auch Keller: «Das Thema Lärm nimmt einen immer höheren Stellenwert ein.»
Alles in allem habe das Gutachten gezeigt, dass Tempo 80 auf der Strecke nicht mehr zeitgemäss sei.
Komisches Tempo 50
Aber was ist mit Tempo 50? Gegen diese Geschwindigkeit an besagter Stelle spreche, dass im Anschluss auf der Usterstrasse bereits Tempo 60 gelte. Verschiedene Tempi auf kurzer Strecke seien komisch für die Verkehrsteilnehmer. Denn so ist die Verkehrsführung nicht einheitlich, sagt Keller.
Allerdings macht er klar, dass im Rahmen des Gesamtverkehrskonzeptes zumindest auf den Gemeindestrassen die Tempi nochmal Thema seien.
Und auch das neue geplante neue Geschwindigkeitsregime zwischen dem Zimikoner-und dem Hegnauerkreisel ist noch nicht in Stein gemeisselt. Bis zum 25. Juli kann gegen die Anordnung vor Baurekursgericht rekurriert werden. Keller ist zuversichtlich, dass Tempo 60 durchkommen wird. «Von einer Opposition habe ich zumindest nichts gehört.»
