In politischen Erklärungen von Exekutiven ist der Imperativ eigentlich ein verpöntes Stilmittel. Umso mehr Gewicht hat er aber, wenn er denn einmal eingesetzt wird. So wie im Falle des offenen Briefs, den der Ustermer Stadtrat zuhanden des Zürcher Gesamtregierungsrats verfasst hat. «Das Spital Uster braucht definitive und unbefristete Leistungsaufträge» steht in der Betreff-Zeile geschrieben. Dahinter ein Ausrufezeichen.
Die Message, die er nach der Vernehmlassung und vor dem definitiven Entscheid der Gesundheitsdirektion im August aussenden will, lässt wenig Interpretationsspielraum offen: Man will den im Entwurf zur Spitalplanung 2023 vorgesehenen befristeten Status bei den Leistungsaufträgen nicht einfach hinnehmen – oder sich dies zumindest später nicht vorwerfen lassen müssen.
Von einem «ausserordentlichen Mittel» spricht die Ustermer Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP). Dass der Stadtrat offene Briefe verfasst, kommt äusserst selten vor, doch das Thema habe für Uster eine derart hohe Relevanz, dass sich das Gremium in der Pflicht fühlte, seiner Position noch einmal Nachdruck zu verleihen. «Wir wollen für diese Sache kämpfen», sagt Thalmann. Für die sonst so besonnene Politikerin klingt das fast schon ein wenig martialisch.

