Tempo 30 beschleunigt den Puls
Verkehr zieht an, auch wenn ihn die allermeisten wohl fernhalten möchten. Über 100 Bewohner des Seegräbner Ortsteils Sack wollten sich jedenfalls am Dienstag zum Thema Tempo 30 informieren. Und vor allem erhielten sie die Gelegenheit, in einer Konsultativabstimmung über die Einführung einer Tempo-30-Zone im Quartier zu entscheiden.
«Wenn Sie eine solche Temporeduktion wünschen, setzen wir diese um. »
Marco Pezzatti (FDP), Gemeindepräsident
«Der Gemeinderat könnte in eigener Kompetenz über die Einführung einer solchen Zone entscheiden», hielt Gemeindepräsident Marco Pezzatti (FDP) fest. Doch die Behörde wolle von den Betroffenen hören, was sie möchten. «Wenn Sie eine solche Temporeduktion wünschen, setzen wir diese um. Wenn Sie das Gefühl haben, das sei eine Schnapsidee, dann lassen wir es bleiben.»
Bevor die Einwohnenden das Wort erhielten – das sie auch ausführlich während einer Stunde nutzten – machte Pezzatti klar, dass der Gemeinderat wegen Anfragen aus der Bevölkerung in dieser Sache aktiv geworden sei.
Seegräben als Insel im 30er-Zonen-Meer
«Mittlerweile sind wir umzingelt von Tempo-30-Zonen», führte der Gemeindepräsident unter Verweis auf die Ustermer Aussenwacht Sulzbach, die Gossauer Ortsteile Bertschikon und Grüt sowie Wetzikon aus. Der Wetziker Stadtrat plant, das Tempo 30 auf die Schönenwerdstrasse auszudehnen, die zum Seegräbner Ortsteil Sack führt.
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Umsetzung noch in diesem Jahr
Aufgrund verschiedener Rückmeldungen hat der Wetziker Stadtrat die Schönenwerdstrasse auf ihre Ve Beitrag in Merkliste speichern Schliesslich will auch Mönchaltorf in seiner Exklave Heusberg, die an den Sack grenzt, das Tempo drosseln und Pfäffikon klärt die Einführung einer solchen 30er Zone für den Weiler Ruetschberg ab.
Zuerst die eine, dann die andere Talseite
Der Seegräbner Gemeinderat möchte die Tempo-30-Zonen in zwei Etappen umsetzen: dieses Jahr im Sack, im 2023 – sofern es die Bevölkerung will – auf der Seegräbner Seite. Dort wäre die Umsetzung aber schwieriger, da es erst wenige bauliche Massnahmen gibt.
Da verhält es sich im Sack anders, gibt es doch dort bereits vier Berliner Kissen auf der Durchfahrtsstrasse. Und diese bremsen mindestens die Autofahrer schon stark aus. So haben verschiedene vor einem Jahr durchgeführte Messungen ergeben, dass mindestens 85 Prozent schon heute mit maximal 40 Stundenkilometern durchs und im Quartier fahren. Einzig an einer Stelle müsste bei Einführung einer Tempo-30-Zone ein weiteres Kissen platziert werden.
Zebrastreifen muss geopfert werden
Und so käme eine 30er Zone im Sack die Gemeinde auch günstig zu stehen. Neben dem Kissen müssten nur kleine Eingangstore erstellt werden. Dazu käme die Markierung der Zone samt dem Einzeichnen der Rechtsvortritte. Stopps würden entfernt. Das alles käme auf weniger als 50’000 Franken zu stehen.
Einen Wehrmutstropfen hatte Pezzatti allerdings: «Am schmerzlichsten ist, dass wir den Fussgängerstreifen entfernen müssen.» Solche seien laut der Kantonspolizei in 30er Zonen nicht zulässig.
Der Gemeinderat befürworte gleichwohl eine solche Zone. So werde damit die Verkehrssicherheit erhöht und der Lärm sowie der Schleichverkehr würden reduziert. Ein Vorteil sei auch, dass die 50er-Tafel weiter Richtung Aathal verschoben werden könne und so die 80er Strecke reduziert werde.
Erlebnisberichte und Ideen
Nach dieser Einführung kamen aus der Runde viele Erlebnisberichte von angeblich rasenden Autolenkern, unvorsichtigen E-Bikern, die Traktoren rechts überholen, dem dichten Verkehr, zu hohen Berliner Kissen oder rumpelnden Lieferwagen. Bei manchen sorgte das Verkehrsthema auch für einen erhöhten Puls.
Es mangelte auch nicht an kreativen Vorschlägen wie dem Bau von Kreiseln, Strassensperrungen, Lastwagenverboten oder dem Warten auf die Schliessung der Autobahnlücke.
Letztlich sprachen sich aber 80 der Anwesenden für die Einführung von Tempo 30 im ganzen Sack aus. Nur 23 hielten dagegen. Damit war für Pezzatti die Stimmung klar: «Wenn die Witterung es zulässt, habt Ihr bis zum Jahresende die Tempo-30-Zone im Sack.»
Neue Unterführung für Schulkinder
Eine positive Überraschung hatte Seegräbens Gemeindepräsident Marco Pezzatti (FDP) für die Eltern der Schulkinder aus dem Sack. Diese hatten sich im Zusammenhang mit dem Bau eines Einkaufszentrums beim Bahnhof Aathal besorgt gezeigt über die Verkehrssicherheit. Die Kinder müssen heute die Gstalderstrasse über zwei Fussgängerstreifen überqueren.
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Die Verkehrssicherheit ist die grösste Sorge. href=”/flag/flag/np8_favorites/3244506?destination=batch&token=8hlC5IaX9OQDy70d8s28iU6JBy-rGvN1VMX6ZYBj-2M” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3244506 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Nun will die Gemeinde zusammen mit der Arealbesitzerin Hiag einen Fussgängertunnel unter der ansteigenden Gstalderstrasse hindurch realisieren. Hiag und Gemeinde wollen sich die Kosten von rund 600’000 Franken teilen. Der Bau des Tunnels wird fürs 2023 budgetiert.
