Vorführung der F/A-18: Erst der Lärm, dann die Kritik
Seitdem die Kampfjets Ende 2005 vom Militärflugplatz Dübendorf abgezogen wurden, tauchte die F/A 18 nur noch selten im Luftraum über dem Glattal auf. Am 8. Mai war es wieder mal soweit: Anlässlich der 30. Durchführung des Love Rides fand auch eine Flugshow der Patrouille Suisse statt.
Doch neben den Formationsflügen der Tiger-Kampfjets in Weiss-Rot schraubte sich auch eine F/A-18 des Swiss Hornet Display Teams in die Höhe. Die 17-Meter-Maschine hat mehr als die dreifache Schubkraft eines Tigers, und das war in Dübendorf und Umgebung am Tag der Vorführung wie auch im Training zwei Tage davor nicht zu überhören.
Bespassung in Kriegszeiten
Auf der Facebook-Plattform «Du bisch vo Dübendorf, wenn…» wurden die Flugvorführungen engagiert diskutiert. Die Kritiker monierten dabei, gegenüber den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und anderen Ländern sei es im höchsten Mass unsensibel, wenn Kampfjets zur Bespassung des Publikums ihre Runden am Himmel zögen.
Gemeinderätin Angelika Murer Mikolasek (GLP/GEU) griff die Kritik in einer schriftlichen Anfrage an den Stadtrat auf. Darin wollte sie wissen, wie es zur Bewilligung gekommen ist, welche Rolle der Stadtrat dabei gespielt hat und inwieweit die Auswirkungen der Flugshow auf Menschen aus Kriegsgebieten diskutiert worden seien.
Zu spät informiert
In seiner Antwort weist der Stadtrat darauf hin, dass man das Einverständnis für die Durchführung der Flugshow bereits im Juni 2021, also acht Monate vor Beginn des Ukraine-Kriegs, erteilt habe. Auf Nachfrage präzisiert Stadtpräsident André Ingold (SVP), in der Anfrage der Veranstalter sei lediglich vom PC-7-Team und der Patrouille Suisse dir Rede gewesen.
Gemäss der stadträtlichen Antwort sei man über die geplante Flugvorführung der F/A-18 erst Mitte April mittels Mediencommuniqué der Schweizer Armee informiert worden. «Zu diesem Zeitpunkt bestand keine Möglichkeit mehr, auf diesen Entscheid Einfluss nehmen zu können», schreibt der Stadtrat.
«War uns nicht bewusst»
Fühlt sich der Stadtrat nun in dieser Angelegenheit von der Armee übergangen? «Nein», sagt Ingold. «Dass das Swiss Hornet Display Team ebenfalls Teil der Patrouille Suisse ist, war uns nicht bewusst.» Man werde bei künftigen Anfragen deshalb «noch expliziter» darauf hinweisen, dass die Zustimmung lediglich für Vorführungen des PC-7-Teams und der Patrouille Suisse gelte.
Bleibt die Frage, ob der Stadtrat anders entschieden hätte, wenn die Anfrage nach Kriegsausbruch in der Ukraine eingetroffen wäre. «Das ist eine hypothetische Frage, die sich nicht beantworten lässt», sagt Ingold. «Der Stadtrat beurteilt jeden Fall einzeln und entscheidet situativ.»
