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Kirchenpflege beginnt mit drei vakanten Sitzen

Weil drei gewählte Kirchenpflegerinnen die Wahl nicht annehmen, startet die Reformierte Kirchenpflege massiv unterbesetzt in die Legislatur. Gar nicht schlimm – findet der neue Präsident Thomas Schaad.

Nach einer turbulenten Zeit soll wieder Ruhe in der Kirche einkehren. Und, auf vielfachen Wunsch, auch frischer Wind.

Archivfoto: Monika Cadosch

Kirchenpflege beginnt mit drei vakanten Sitzen

Sie haben frischen Wind versprochen – und die Fällander Stimmberechtigten haben ihnen ihr Vertrauen geschenkt: Im Frühjahr wurde nicht nur Thomas Schaad souverän als neuer Präsident der Reformierten Kirchenpflege gewählt, sondern mit ihm auch seine drei Unterstützer Anita Trottmann, Catherine Lehmann und Timothy Passanah.

Während der langjährige Präsident Huldrych Thomann abgeschlagen auf dem letzten Platz landete, wurden mit den Bisherigen Christa Amacher und Rosa Zeller sowie der Neuen Bea Auderset hingegen drei Frauen aus dem Team Thomann gewählt, wenn auch mit deutlich weniger Stimmen als die Neuen vom Team Schaad.

Damit wäre das siebenköpfige Team eigentlich komplett gewesen, doch Amacher, Auderset und Zeller nahmen ihre Wahl nicht an. Dies hat für sie keine weiteren Konsequenzen, da Mitglieder einer Kirchenpflege nicht dem Amtszwang unterstehen.

Auf Thomann gehofft

Sie seien mit Ausgang der Wahl nicht glücklich, sagen Christa Amacher und Rosa Zeller, die 24 respektive 23 Jahre Mitglied der Reformierten Kirchenpflege Fällanden waren. «Ich hatte gehofft, dass Huldrych Thomann als Präsident wiedergewählt wird», so Zeller, «nur deshalb bin ich noch einmal angetreten.»

«Manchmal ist es einfach Zeit, zu gehen.»

Christa Amacher , ehemalige Kirchenpflegerin

Und Amacher sagt: «Huldrych Thomann hat einen Superjob gemacht und auch schwierige Zeiten souverän gemeistert.» Aber offensichtlich habe das die Mehrheit der Stimmberechtigten anders gesehen.

Beide Frauen geben an, sich angesichts des Wunsches nach «frischem Wind» nicht als Sesselkleber fühlen zu wollen. «Ich habe im Guten mit der Arbeit in der Kirchenpflege abgeschlossen und möchte den Neuen keine Steine in den Weg legen», sagt Zeller. Und Amacher, die Amtsälteste, ergänzt: «Manchmal ist es einfach Zeit, zu gehen.»

Bea Auderset wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht zum Sachverhalt äussern.

Ein wirklicher Neuanfang

Anstatt mit einer vollzähligen Kirchenpflege im Rücken startet Thomas Schaad am 1. Juli also mit einem massiv unterbesetzten Team in die Legislatur, denn der zweite Wahlgang ist erst Ende September. Für ihn jedoch kein Grund für Pessimismus, im Gegenteil: «Um ehrlich zu sein, ich finde das gut», sagt er, «denn so ist ein wirklicher Neuanfang möglich.»

«Wir haben bereits zwei Kandidaten gefunden.»

Thomas Schaad, Präsident Reformierte Kirchenpflege

Schaad verweist weiter auf zwei neue Pfarrpersonen, die ebenfalls am 1. Juli beginnen. Ausserdem werde ein Jugenddiakon zu 50 Prozent angestellt, der bis vor kurzem noch Praktikant war. Weiter beginne Anfang August eine neue Katechetin, eine zweite werde derzeit noch gesucht. «Das alles sind Hammer-Leute, ein Glücksfall», sagt Schaad. Er sei zuversichtlich, in dieser Konstellation die drei Monate bis zum zweiten Wahlgang gut überbrücken zu können.

Kirchenpflege verjüngen

Dass drei Bisherige ihre Wahl ablehnten, stört ihn also nicht, auch wenn er sich von ihnen mehr Transparenz gegen aussen erhofft hätte, wie er sagt. «Huldrych Thomann und ich haben vor der Wahl klargemacht, dass wir im Fall einer Niederlage als Präsident eine allfällige Wahl als ‹normales› Kirchenpflegemitglied nicht annehmen würden.»

Schaad ist überzeugt, dass die aktuelle Situation auch eine Chance darstellt, die Kirchenpflege zu verjüngen. Im Hinblick auf die Wahl im September habe man schon mit mehreren, potenziell geeigneten Kandidaten gesprochen, sagt Schaad. Und man habe bereits zwei Kandidaten gefunden. «Wir sind alles eher ältere Semester und brauchen dringend Kirchenpflegemitglieder, die auch Familien repräsentieren.»

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