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Bald spielt das Zürcher Filmorchester in Pfäffikon

Mitten in der Pandemie wurde das Zürcher Filmorchester gegründet. Für das erste Konzert hat sich Gründer und Dirigent Pascal Tsering das Oberland ausgesucht. Im Interview spricht er über unkonventionelle Wege, Musik zu machen.

Dirigent Pascal Tsering leitet bereits seit 16 Jahren die Big Band Zürich., Noch gibt es vom Zürcher Filmorchester nur Fotos von den Proben. , Das erste Konzert unter der Leitung von Pascal Tsering findet am Samstag in Pfäffikon statt.

Foto: PD

Bald spielt das Zürcher Filmorchester in Pfäffikon

Herr Tsering, Sie haben vor rund eineinhalb Jahren das Zürcher Filmorchester gegründet – was ist für Sie das Faszinierende an Filmmusik?
Pascal Tsering: Sie ist pure Emotion. Andere Musik kann oder soll informativ sein, aber Filmmusik betont die Handlung in einem Film emotional. Ich dirigiere seit 16 Jahren die Big Band Zürich. Dort bringt man mit 20 Musikern auch ein gewisses Volumen hin. Aber Filmmusik mit einem grossen Orchester zu spielen – das ist eine andere Art von Power.

Aus wie vielen Personen besteht das Filmorchester?
Momentan sind es 55 Musikerinnen und Musiker im Alter von 18 bis über 60 Jahren aus dem ganzen Kanton. Aber wir haben auch noch einige Vakanzen. Es sind immer die gleichen Instrumente, die in den Orchestern fehlen – Bratschen, Fagott oder Harfe etwa. Aber auch Violinen, Kontrabässe oder Perkussion könnten wir immer noch mehr gebrauchen. Gleichzeitig gibt es eine Warteliste bei den beliebten Instrumenten wie etwa der Trompete.

Seit fast zwei Jahren planen und proben Sie nun auf Ihr erstes Konzert hin. Coronabedingt war es ja nicht gerade die einfachste Zeit für den Aufbau eines Orchesters.
Tatsächlich verlief der Start ziemlich harzig. Wir wollten im Januar 2021 mit den Proben in Dübendorf beginnen, konnten aufgrund der Einschränkungen aber erst im April loslegen und das auch nurmit den Streichern, weil durch die Maskenpflicht die Bläser ausgeschlossen waren. Im Juli letzten Jahres fand danndie erste gemeinsame Probe statt.

Sie beschreiben Ihr Programm, das sie in Pfäffikon zum ersten Mal spielen werden, als Filmmusik mit klassischem Orchester aber mit «Pop-Rock-Show»  was muss man sich darunter vorstellen?
Wir spielen beispielsweise die « Star-Wars »-Musik von John Williams ganz klassisch und unverändert. Solche Werke sind klar auf ein traditionelles Orchester ausgelegt und sollten auch nicht gross abgeändert werden. Anders sieht es bei der Musik zum Film «Man of Steel» über den modernen Superman aus. Sie ist moderner aufgebaut, da darf man kreativer sein und Mut haben, eigene Arrangements zu entwickeln. Diese Musik kann man nur mit klassischen Instrumenten gar nicht originalgetreu spielen.

«K ein Live-Konzert tönt zu hundert Prozent wie die Aufnahme. »
Pascal Tsering, Dirigent

Sondern?
Statt eines Klaviers ist etwa ein Keyboard im Einsatz, dazu spielt bei uns der Synthesizer eine grosse Rolle. Und bei der Perkussion müsste man theoretisch auf rund 20 Musiker zurückgreifen, um live den gleichen Effekt zu erlangen wie bei einer Studioaufnahme, wo einfach an den Reglern geschraubt werden kann. Darum sind bei Orchestern, die Filmmusik spielen, die Perkussionisten oft in einer grösseren Zahl zu finden als bei klassischen Konzerten. Komponisten wie Hans Zimmer, der neben «Man of Steel» die Musik zu Filmen wie «Pirates of the Caribbean» oder «The Dark Knight Rises» geschrieben hat, prägte die Filmmusik in diesem Sinne nachhaltig.

Und mit der Hilfe von Synthesizern klingt es dann bei Ihrem Konzert wie im Film?
Nicht ganz. Aber kein Live-Konzert tönt zu hundert Prozent wie die Aufnahme. Man muss einen Kompromiss finden und versuchen, dem Original auf seine Art gerecht zu werden. Aber von den Zeiten des Stummfilms, als ein einziges Klavier zur Vertonung eines Filmes genügt, sind wir mittlerweile Welten entfernt.

Warum haben Sie sich Pfäffikon für Ihr erstes Konzert ausgesucht?
Ich kenne das Chesselhuus bereits von Auftritten mit der Big Band. Ein Orchester braucht viel Platz auf der Bühne und dieser ist dort ausreichend vorhanden. Daher ist das Lokal für uns als Start ideal.

Am Samstag, 2. Juli, spielt das Filmorchester Zürich um 20 Uhr im Chesselhuus Pfäffikon. Letzte Tickets sind erhältlich via www.filmorchesterzh.ch. Es werden Stücke gespielt aus Filmen wie « Harry Potter » , « Indiana Jones » , « Jurassic Park » , « Man of Steel » , « Schindler’s List » , « Pirates of the Caribbean » oder « The Lord of the Rings » .

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