Herr Tsering, Sie haben vor rund eineinhalb Jahren das Zürcher Filmorchester gegründet – was ist für Sie das Faszinierende an Filmmusik?
Pascal Tsering: Sie ist pure Emotion. Andere Musik kann oder soll informativ sein, aber Filmmusik betont die Handlung in einem Film emotional. Ich dirigiere seit 16 Jahren die Big Band Zürich. Dort bringt man mit 20 Musikern auch ein gewisses Volumen hin. Aber Filmmusik mit einem grossen Orchester zu spielen – das ist eine andere Art von Power.
Aus wie vielen Personen besteht das Filmorchester?
Momentan sind es 55 Musikerinnen und Musiker im Alter von 18 bis über 60 Jahren aus dem ganzen Kanton. Aber wir haben auch noch einige Vakanzen. Es sind immer die gleichen Instrumente, die in den Orchestern fehlen – Bratschen, Fagott oder Harfe etwa. Aber auch Violinen, Kontrabässe oder Perkussion könnten wir immer noch mehr gebrauchen. Gleichzeitig gibt es eine Warteliste bei den beliebten Instrumenten wie etwa der Trompete.
Seit fast zwei Jahren planen und proben Sie nun auf Ihr erstes Konzert hin. Coronabedingt war es ja nicht gerade die einfachste Zeit für den Aufbau eines Orchesters.
Tatsächlich verlief der Start ziemlich harzig. Wir wollten im Januar 2021 mit den Proben in Dübendorf beginnen, konnten aufgrund der Einschränkungen aber erst im April loslegen und das auch nurmit den Streichern, weil durch die Maskenpflicht die Bläser ausgeschlossen waren. Im Juli letzten Jahres fand danndie erste gemeinsame Probe statt.
Sie beschreiben Ihr Programm, das sie in Pfäffikon zum ersten Mal spielen werden, als Filmmusik mit klassischem Orchester aber mit «Pop-Rock-Show» – was muss man sich darunter vorstellen?
Wir spielen beispielsweise die « Star-Wars »-Musik von John Williams ganz klassisch und unverändert. Solche Werke sind klar auf ein traditionelles Orchester ausgelegt und sollten auch nicht gross abgeändert werden. Anders sieht es bei der Musik zum Film «Man of Steel» über den modernen Superman aus. Sie ist moderner aufgebaut, da darf man kreativer sein und Mut haben, eigene Arrangements zu entwickeln. Diese Musik kann man nur mit klassischen Instrumenten gar nicht originalgetreu spielen.

