Es war ein trauriges Bild, das sich Roland Krienbühl letzte Woche präsentierte. Von einer Anwohnerin am Dienstagmorgen alarmiert, war der Maurmer Jagdaufseher an den Waldrand beim Weiler Wannwis geeilt. In der Annahme, der leidende Rehbock müsse so schnell als möglich erlöst werden.
Tatsächlich war sein Kopf aufrecht – doch nur weil sich das Geweih im Dickicht verkeilt hatte. Das Tier war seit zwei bis drei Stunden tot, die Leichenstarre hatte bereits eingesetzt. Das alles habe die schlimme Sache noch ärgerlicher gemacht, sagt Krienbühl. «Das wertvolle Wildbret konnte man so nicht einmal mehr verwerten.»
«Langer und intensiver Kampf»
Die Todesursache war schnell gefunden. Der Luchs oder, etwas abenteuerlicher, der Wolf konnten als Täter ausgeschlossen werden: Beide hätten den Bock effizienter erledigt und den Kadaver bereits genutzt. Mit dem Töten alleine wären sie kaum zufrieden gewesen. Ergo muss es sich beim Angreifer um einen Hund gehandelt haben.
«Die Verletzungen und der Umstand, dass der Bock kräftig gebaut war, lasse darauf schliessen, dass der Kampf intensiv, lange und nicht leise war», erklärt Krienbühl. «Es muss ein grosser, starker Hund gewesen sein.»

