Ganz am Schluss kam er doch noch. Nach gut drei Stunden trat der scheidende Stadtpräsident Ueli Müller (SP) an seiner 240. und finalen Parlamentssitzung ein letztes Mal ans Rednerpult. Seine kurze, aber spürbar emotionale Ansprache schloss er mit dem Satz: «Ich wünsche mir vom neuen Stadtparlament, dass es dem neuen Stadtrat manchmal auf die Finger klopft. Das erwarte ich als Bürger.»
Man kann Müller nachfühlen. In seinen 16 Jahren im Stadtrat, davon elf als Stadtpräsident, hatte auch er mitunter mit dem Parlament gerungen. Zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Dorfplatz Illnau, einem ewigen Thema, das ihn seit seinen Anfängen als Tiefbauvorsteher beschäftigt (siehe Box).
«Ich wünsche mir vom neuen Stadtparlament, dass es dem neuen Stadtrat manchmal auf die Finger klopft. »
Der abtretende Stadtpräsident Ueli Müller
Im jüngst in dieser Zeitung erschienen Abschiedsinterview benannte er es denn auch als das unvollendete Projekt seiner Ära: «Das wir das nicht zu Ende gebracht haben, tut mir leid für die Illnauer Bevölkerung». Es passt insofern ziemlich gut, dass die Frage just an diesem Abend wieder einmal aufs Tapet gekommen ist. Und Müller sich im Wissen verabschieden kann, dass es wieder einen Schritt weitergekommen ist.
Dorfplatz Illnau: Darum geht's

