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Zu viel Wasser und Verschmutzung im Untergrund

Weil beim Aushub gleich mehrere unangenehme Überraschungen entdeckt wurden, ruhten die meisten Bauarbeiten am Dübendorfer Mehrzweckgebäude während mehreren Monaten. Jetzt hat der Stadtrat zusätzliches Geld eingeschossen. 

Links zu sehen sind die drei Pumpen, die für eine trockene Baustelle sorgen.

Thomas Bacher

Zu viel Wasser und Verschmutzung im Untergrund

Erst hatte ein Rekurs den Baubeginn am Mehrzweckgebäude Speicher massiv verzögert, danach sorgte der Baugrund für eine unangenehme Überraschungen: Weil die benachbarte Glatt zu viel Wasser in die Baugrube drückt, konnte der aufgeweichte Boden das Gewicht der Bagger nicht mehr tragen, worauf die Aushubarbeiten eingestellt wurden.

Das war Mitte März. Seit kurzem sind die Bauarbeiten am 8,5-Millionen-Projekt zwar wieder im Gang, gemäss Stefanie Pfändler, Projektleiterin Stadtplanung, wird es aber zu einer mehrmonatigen Verzögerung kommen.

So war vorgesehen, den «Speicher» Ende Juni 2023 zu eröffnen, nun gehen die Planer von Mitte Oktober aus. «Wir haben vom Stadtrat den Auftrag, so viel Zeit wie möglich aufzuholen», sagt sie. «Wir werden selbstverständlich versuchen, einen Teil der verlorenen Zeit wieder aufzuholen, aber bei einem Projekt dieser Grösse kann man auch weitere Verzögerungen nie ganz ausschliessen.» Eine Eröffnung im Oktober erachtet Pfändler darum als realistisch.

Gutachter rechnete nicht mit Problemen

Die Verantwortlichen seien sich sehr wohl bewusst gewesen, dass «im Grundwasser» gebaut werde, so Pfändler. Dass der Boden dermassen viel Wasser führe, habe man jedoch nicht erwarten können, da man sich bei der Beurteilung auf ein geologisches Gutachten gestützt habe. «Letztlich geht es in solchen Untersuchungen aber immer auch um Wahrscheinlichkeiten, eine absolute Sicherheit hat man erst mit dem Aushub.»

Gemäss Pfändler hätte ein sogenannter Baggerschlitz, mit dem eine umfangreichere Analyse des Bodens möglich gewesen wäre, möglicherweise ein anderes Resultat gezeigt. Doch dieses Verfahren koste schnell einmal 30’000 Franken – und hätte letztlich nichts an den Massnahmen geändert, die man gegen das Problem nun ergriffen habe.

«Im Gegenteil: Vielleicht wären die Verantwortlichen dann zu Schluss gekommen, nicht mit einer offenen Baugrube zu planen, sondern mit Mauern das Grundwasser fernzuhalten.» Dies wäre laut Pfändler wiederum deutlich teurer geworden. So aber sei es letztlich möglich gewesen, das Wasser mittels drei Hochleistungspumpen aus dem Grund zu bekommen.

Der Abfall der Vorfahren

Das Grundwasserproblem war zwar am zeitaufwendigsten, am teuersten aber kommt eine andere Überraschung: So wurden allein 250’000 Franken des kürzlich vom Stadtrat genehmigten Nachtragskredits in Höhe von 400’000 Franken für die fachgerechte Entsorgung der Altlasten budgetiert, die beim Aushub entdeckt wurden.

Am Ende war es dann aber doch nicht ganz so schlimm. «Wir werden bei den Altlasten voraussichtlich fast 100’000 Franken unter dem budgetierten Nachtrag bleiben können, da sich die tieferen Bodenschichten als nicht verschmutzt erwiesen haben.»

Die Verschmutzung bestehe aus Materialien früherer Baustellen und Überresten der Gebäude, die sich einst auf dem Areal befanden und abgebrannt sind. «Ein Erbe unserer Vorfahren», sagt Pfändler.

Weiter sei man auf einen alten Dieseltank gestossen, der noch Brennstoff enthalten habe. «Wir hatten grosses Glück, dass der Tank in all den Jahren nicht korrodiert ist, das wäre ein Desaster gewesen für das Grundwasser.»

Knapp ein Viertel des Nachtragskredit will die Stadt ausserdem für eine bessere Abdichtung im Erd- und Untergeschoss verwenden – dies ebenfalls als Reaktion auf den feuchten Untergrund.

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