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Gossauer heissen hohe Mehrwertabschöpfung gut

Die Gossauer haben am Montag eine lange Traktandenliste speditiv abgearbeitet. An der dürftig besuchten Gemeindeversammlung hat es nur eine einzige Gegenstimme gegeben.

Die neue Gossauer Sporthalle konnte dank eines grosszügigen Sponsors realisiert werden.

Foto: Marcel Vollenweider

Gossauer heissen hohe Mehrwertabschöpfung gut

Die jüngste Gossauer Gemeindeversammlung vom Montag stellte wohl einen Rekord auf – im negativen Sinn. «Ich bin leicht erschüttert, es ist nicht so, wie man sich das wünschen würde», meinte Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP) beim Blick in die kleine Runde. Nur gerade 47 Stimmberechtigte, etwas mehr als ein halbes Prozent, hatte sich eingefunden. «Die Traktandenliste ist recht voll, das könnte abschreckend gewirkt haben», mutmasste Kündig.  

Grundstückgewinnsteuern schenken ein

Freude dagegen zeigte er bei der Präsentation der Jahresrechnung. Statt der budgetierten 400’000 sind es nun 2,6 Millionen Franken Überschuss. Auf der Einnahmenseite konnten bei den ordentlichen Steuern im Vergleich zum Budget markante Mehrerträge erzielt werden.

Die Verbesserung bei den Grundstückgewinnsteuern – wie Kündig erklärte, würden pro Jahr rund 40 bis 50 Liegenschaften gehandelt – ist auf die weiterhin hohen Verkaufspreise der gehandelten Objekte zurückzuführen. Ebenfalls massgeblich zum guten Ergebnis beigetragen hat die Sonderdividende der Zürcher Kantonalbank.

Überbrückungskredite nicht abgeschrieben

«Wir sind wirtschaftlich sehr gesund unterwegs», hielt Kündig fest. So weist die Gemeinde gerade noch 14 Millionen Fremdkapital in Form von kurz- und langfristigen Darlehen aus. Jean-Pierre Krähenbühl wollte wissen, ob die 64’000 Franken an Corona-Überbrückungskrediten abgeschrieben würden. Kündig erklärte, dass nach wie vor damit gerechnet werde, diese Beträge wieder zurückzuerhalten. Abgesehen von dieser einen Frage wurde die Rechnung von den Anwesenden einstimmig angenommen.

Problemlose Bauabrechnungen

Genauso erging es auch den beiden Bauabrechnungen, die Liegenschaftenvorsteherin Elisabeth Pflugshaupt (SVP) vorstellte. Der Kindergarten Böschacher musste saniert und erweitert werden. Für kleine Mehrkosten sorgte der Hausschwamm, da der Pilz erst bei der Sanierung entdeckt wurde.

Im Freibad Tannenberg wurde ein Edelstahlbecken eingebaut sowie das Ringleitungssystem und die Wasseraufbereitung ersetzt. «Wir haben Glück gehabt, dass wir diese Vorhaben gerade noch vor der aktuellen Preissteigerung realisieren konnten.» Zudem wurde ein Badelift angeschafft und ein WC für Behinderte eingebaut. Der 2,8 Millionen Franken teure Bau konnte als «Punktlandung» abgeschlossen werden.

«Eine der schönsten Sporthallen im Kanton»

03.07.2021

Feierliche Einweihung in Gossau Beitrag in Merkliste speichern

Einen noch grösseren Brocken behandelte Hochbau- und Planungsvorstand Daniel Baldenweg (EVP) mit der Abrechnung der neuen multifunktionalen Sporthalle inklusive Sportplatz. Die Gemeinde hatte nur einen kleineren Teil der Kosten zu tragen. Der grössere wurde gesponsert. Bei budgetierten Nettokosten von 5,3 Millionen Franken schloss die Abrechnung mit Minderkosten von 91’000 Franken. Auch diese Abrechnung wurde einstimmig abgenommen.

Spielraum zugunsten der Gemeinde ausgenutzt

Nicht so klar war im Vorfeld, wie die Stimmung in der Gemeinde zur geplanten Einführung des Mehrwertausgleichs sein würde. Immerhin hatte es während der öffentlichen Auflage keine Einwendungen gegeben. Baldenweg erklärte, dass bei Ein-, Auf- oder Umzonungen bisher der Grundbesitzer alleine von der Wertsteigerung profitiert habe. Künftig aber will die Gemeinde auch einen Teil davon erhalten – und zwar den grösstmöglichen.  

So ist vom Gesetz her für die Freiflächen eine Bandbreite zwischen 1200 und 2000 Quadratmetern vorgegeben worden. Gossau will die Limite hier bei 1200 Quadrametern ansetzen. Bis zu dieser Grösse wären Grundeigentümer von einer Mehrwertabgabe befreit. Bei grösseren Flächen will die Gemeinde künftig 40 Prozent des Mehrwertes abschöpfen.

Mehrwertausgleich nach kurzer Diskussion durchgewunken

16.12.2021

Zweite Gemeindeversammlung in Rüti

In Rüti fand aufgrund der zahlreichen Traktanden und der Corona-Situation am Mittwoch eine zweite Beitrag in Merkliste speichern Auch hier setzt Gossau auf die höchstmögliche Marke, könnte die Gemeinde doch gemäss Gesetz auch auf eine Abschöpfung verzichten. Die Mehrwerteinnahmen der Gemeinde gehen in einen Fonds, der zum Beispiel für die Gestaltung des öffentlichen Raumes, für Erholungseinrichtungen oder die kommunale ÖV-Infrastruktur eingesetzt werden kann.

Zur Beruhigung unterstrich Baldenweg: «Erst zum Zeitpunkt eines Um- oder Neubauprojektes kommt eine solche Mehrwertabschöpfung für den Grundeigentümer zum Tragen.» Und Kündig schob nach, dass dies in den nächsten Jahren in Gossau kaum der Fall sein dürfte, da es kaum mehr grössere Flächen gebe, die noch um- oder aufgezont werden könnten. Diese Erklärungen schienen zu wirken, hiessen die Anwesenden doch die neuen Regelungen einstimmig gut.

Kein spezielles Projekt für spezielle Dividende

Die einzige Gegenstimme des Abends gab es zur Änderung der neuen Friedhofsverordnung. Diese sieht nun etwa neue Regelungen zu Grabpflegverträgen, Grabschmuck, Grabeinfassungen oder der Grabart für Sternenkinder vor.

 

ZKB schüttet 100 Millionen Franken zusätzlich an Kanton und Gemeinden aus

12.02.2021

Corona-Sonderdividende

Die Zürcher Kantonalbank hat das Geschäftsjahr 2020 sehr positiv abgeschlossen. href=”/flag/flag/np8_favorites/3242031?destination=batch&token=JyfqM_FChO9908mOfm6tjPKBh9zJ_Uukjf3QHHdfNzM” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3242031 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern In einer Anfrage wollte Walter Caflisch vom Gemeinderat wissen, wofür Gossau die Sonderdividende der ZKB verwendet habe. Kündig erklärte, dass die 333’000 Franken etwa in den polysportiven Platz oder das Begegnungsfest in der Gemeinde eingeflossen seien.

«Ich bin mit der Antwort nicht zufrieden, da sie viel zu allgemein gehalten ist», meinte Caflisch. Es sei doch der Wunsch der ZKB gewesen, dass diese Sonderdividende für Projekte verwendet würde, die im ordentlichen Gemeindebudget sonst keinen Platz fänden. In anderen Gemeinden seien mit dem Geld etwa ein Aussichtturm, Kunstinstallationen oder ein Insektengarten finanziert worden.

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